Volle Züge und Sperrungen Bahn rechnet im Sommer mit starken Beeinträchtigungen

21. Juni 2023, 17:18 Uhr

Bahnreisende müssen sich im Sommer auf erhebliche Einschränkungen einstellen. So rechnet der Fahrgastverband Pro Bahn mit überfüllten Zügen, weil trotz hoher Nachfrage zusätzliche Waggons und Personal fehlen. Die Bahn hat zudem umfangreiche Streckensperrungen angekündigt, da das Schienennetz saniert wird. Hintergrund ist auch die Fußball-EM 2024, die in Deutschland stattfindet.

Auf Deutschlands Schienen wird es im Sommer wohl zu Beeinträchtigungen und Überlastungen kommen. Der Fahrgastverband Pro Bahn rechnet vor allem in den Ferien wegen des Deutschlandtickets mit vollen Bahnen zu beliebten Ausflugszielen. Schon heute seien viele der Züge ans Meer und in die Berge "voll bis übervoll", sagte der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Eine dringend notwendige Aufstockung der Verbindungen auf stark genutzten Strecken sei aber nicht möglich. "Die Bahn kann ihre Verbindungen nicht ausbauen, da es sowohl an Waggons und Personal fehlt, zudem würden die Bahnsteige für längere Züge nicht ausreichen", erklärte Naumann.

Fußball-EM 2024 in Deutschland: Sanierung wichtiger Bahnstrecken

Die Bahn selbst hat für das Schienennetz zudem umfangreiche Sanierungsarbeiten in den kommenden Monaten angekündigt. Vorstand Berthold Huber verwies auf Einschränkungen und begründete die Maßnahmen auch mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. "Erstmal wird es mühsamer, bevor es gut wird. Anders geht es nicht", sagte er den Magazinen "Stern" und "Capital". Wichtige Strecken wie Mannheim-Frankfurt oder Hamburg-Berlin werden demnach saniert und für Monate komplett gesperrt. "Wir machen da nicht nur Gleise, Weichen, Oberbau und Stellwerke neu, sondern erhöhen die Kapazität zusätzlich durch weitere Maßnahmen", sagte Huber.

Leider seien große Teile des deutschen Schienennetzes über Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren worden. Reisende würden voraussichtlich "ab Ende nächsten Jahres sukzessive Verbesserungen spüren", erklärte der Bahnvorstand weiter. Bis 2030 sollen "alle wichtigen Korridore" saniert sein.

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AFP (fef)

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