Jordan Bardella
RN-Chef Jordan Bardella will nicht mehr mit der AfD im EU-Parlament zusammenarbeiten. Bildrechte: IMAGO/PanoramiC

EU-Parlament Frankreichs Rechtspopulisten kündigen Zusammenarbeit mit AfD auf

21. Mai 2024, 20:21 Uhr

Der Chef der französischen Partei Rassemblement National, Jordan Bardella, hat der AfD die Zusammenarbeit im Europaparlament aufgekündigt. Hintergrund sind die SS-Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah. Schon nach dem Potsdamer Geheimtreffen zur "Remigration" wurden Brüche zwischen beiden Parteien deutlich. Bisher gehören AfD und RN im EU-Parlament der Rechtsaußen-Fraktion Identität und Demokratie (ID) an. Wie es nun im Rechtsaußenlager weitergeht, ist offen.

Frankreichs Rechtspopulisten halten die AfD inzwischen für zu radikal und kündigen deshalb die Zusammenarbeit im Europaparlament auf. Der Chef der Partei Rassemblement National und Spitzenkandidat für die Europawahl, Jordan Bardella, habe "die Entscheidung getroffen", nicht mehr mit der AfD im Parlament "zu sitzen", sagte Wahlkampfleiter Alexandre Loubet am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

SS-Äußerungen von Krah in italienischer Zeitung

Anlass sind Äußerungen zur SS aus den Reihen der AfD. Der AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Maximilian Krah, hatte am Wochenende der italienischen Zeitung "La Repubblica" gesagt, nicht jeder SS-Mann sei ein Verbrecher gewesen. In Frankreich wurden die Aussagen als Verharmlosung der Nazizeit verstanden.

Le Pen distanzierte sich nach Potsdamer Geheimtreffen von AfD

Bisher gehören AfD wie Rassemblement National im Europaparlament der Rechtsaußen-Fraktion Identität und Demokratie (ID) an. Spätestens seit November wurden allerdings massive Brüche deutlich: Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen distanzierte sich nach dem Potsdamer Geheimtreffen zur "Remigration" im Namen ihrer RN deutlich von der AfD und drohte mit einem Ende der Zusammenarbeit.

Auch ein Besuch von AfD-Chefin Alice Weidel in Paris Ende Februar besänftigte die französischen Rechtspopulisten nicht. Wahlkampfleiter Loubet sagte nun mit Blick auf die AfD: "Wir hatten offene Gespräche, aber es wurde nichts daraus gelernt. Jetzt ziehen wir die Konsequenzen."

Bardella gilt als "Kronprinz" von Le Pen

Le Pen wirbt seit Jahren um konservative Wählerschichten und hat ihrer Partei, der früheren Front National, einen Kurs der "Entteufelung" verschrieben. Die heute 55-Jährige überwarf sich dafür sogar mit ihrem Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen, den sie wegen hartnäckiger Holocaust-Leugnung aus der Partei ausschloss. Der erst 28-jährige Bardella gilt als "Kronprinz" von Marine Le Pen und steht seit Ende 2022 an der RN-Spitze.

Gegen Krah und den Listenzweiten Petr Bystron gibt es derzeit Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldannahme aus Russland. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Wie es nun im Rechtsaußenlager im Europaparlament weitergeht, ist offen. Le Pen hatte sich mehrfach an der Seite der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni gezeigt, die an der Spitze der ultrarechten Fratelli d'Italia steht. Melonis Partei gehört im Europaparlament der Gruppe der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) an. Dort sitzen unter anderem auch die rechtsextreme spanische Partei Vox und die nationalkonservative PiS-Partei aus Polen.

afp (mze)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Mai 2024 | 19:00 Uhr

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