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Im Audio: Schlag gegen Kinderpornografie - 79 Personen festgenommen Bildrechte: picture alliance/dpa | Sina Schuldt
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Durchsuchungen in 38 Staaten, weltweit wurden 1400 Tatverdächige identifiziert

MDR AKTUELL Mi 02.04.2025 15:05Uhr 01:10 min

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Sexueller Missbrauch gegen Kinder Riesiges Kinderpornografie-Netzwerk ausgehoben - Durchsuchungen auch in Sachsen und Thüringen

03. April 2025, 11:11 Uhr

Ermittler haben ein riesiges Netzwerk mit Videos von sexualisierter Gewalt an Kindern ausgehoben. Nach Aussage von Europol handelt es sich bei der Plattform Kidflix um eine der weltweit größten Plattformen ihrer Art. 79 Personen seien festgenommen worden. Durchsuchungen fanden laut LKA Bayern auch in Sachsen und Thüringen statt. Der Betreiber der Seite ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg noch nicht identifiziert.

  • Die Plattform Kidflix ist nach Angaben von Europol vom Netz genommen worden - 79 Personen seien festgenommen worden.
  • Allein in Deutschland haben laut LKA Bayern 96 Durchsuchungen in 13 Bundesländern stattgefunden - auch in Sachsen und Thüringen.
  • Die Ermittlungen dauern an - der Betreiber der Seite ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg noch nicht identifiziert.

Ermittler aus 38 Ländern haben nach Angaben von Europol ein riesiges Kinderpornografie-Netzwerk im Darknet ausgehoben. Europol teilte mit, unter der Leitung des bayerischen Landeskriminalamtes sei die Plattform Kidflix vom Netz genommen worden. Weltweit seien etwa 1.400 Verdächtige identifiziert worden. 79 Personen seien festgenommen worden. Nach Darstellung von Europol handelt es sich um bei Kidflix eine der weltweit größten Plattformen für Videos, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigen.

1,8 Millionen Nutzer, über 91.000 Videos

Die Ermittlungen hatten den Angaben zufolge 2022 begonnen. Insgesamt seien seit April 2022 weltweit 1,8 Millionen Nutzer zumindest zeitweise angemeldet gewesen. Im März hätten die Ermittler dann zugegriffen: Die Server der Plattform seien von deutschen und niederländischen Behörden geschlossen worden. Tausende elektronische Apparate und insgesamt über 91.000 Videos seien beschlagnahmt worden.

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MDR SACHSEN-ANHALT Mi 16.10.2024 14:13Uhr 00:26 min

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Allein in Deutschland haben nach Angaben des LKA Bayern 96 Durchsuchungen in 13 Bundesländern stattgefunden. Hier werde gegen 103 Tatverdächtige ermittelt. Durchsuchungen gab es demnach auch in Sachsen und Thüringen. In Sachsen wurden drei Objekte im Raum Zwickau sowie zwei im Raum Dresden durchsucht, wie das sächsische Landeskriminalamt auf Anfrage mitteilte. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Bereits Mitte Januar 2024 war im Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz ein 36-Jähriger festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, über Kidflix gezielt nach Kindern für schweren sexuellen Missbrauch gesucht zu haben. Nach seiner Identifizierung und dem Vollzug des Haftbefehls wurde sein minderjähriger Sohn dem Jugendamt übergeben – es lagen Hinweise auf sexuellen Missbrauch vor.

Nutzer sollen mit Kryptowährungen bezahlt haben

Kidflix war nach Angaben von Europol 2021von Cyberkriminellen errichtet worden. Über die Plattform konnten Nutzer gegen Bezahlung Videos, die sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, laden und auch streamen. Die Nutzer sollen mit Kryptowährungen bezahlt haben.

Der Vizepräsident des bayerischen LKA, Guido Limmer, sprach von einem "einem großen Schlag" gegen Kinderpornografie. Es gehe um "vorstellbare und leider auch unvorstellbare schreckliche Missbrauchshandlungen an Kindern, an Kleinstkindern, ja sogar an Babys, die in hochauflösender Qualität im Film zur Verfügung gestellt werden". Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lobte die Ermittlungen: "Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist eine schreckliche Verletzung der Rechte und der Unschuld unserer Kinder", sagte er.

Betreiber noch nicht identifiziert

Die Ermittlungen dauern unterdessen an. Bislang sei es noch nicht gelungen, den Betreiber der Seite zu identifizieren, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Das sei "für den Moment enttäuschend". Es sei aber der "Ehrgeiz der Ermittler" geweckt worden.

dpa/AFP (mze)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2025 | 14:00 Uhr

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