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Weimar Hausverbot für Gewerkschaft: OB Kleine weist Kritik zurück
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27. Februar 2025, 18:31 Uhr
Kein Zutritt für die Gewerkschaft Verdi ins Weimarer Rathaus - trotz Tarifstreikrunde. Sowohl Gewerkschaft als auch Ex-MP Bodo Ramelow und mehrere Parteien üben öffentlich Kritik. Nun äußert sich Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine zu den Vorwürfen - er weist die Kritik zurück.
Inhalt des Artikels:
Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) hatte der Gewerkschaft Verdi im Zusammenhang mit der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst Hausverbot im Rathaus erteilt. Diesbezüglich aufflammende Kritik, unter anderem von Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), wies Kleine zurück.
Wie der 52-Jährige am Donnerstag mitteilte, habe sich die Gewerkschaft nicht an geltende Regeln gehalten und sei mehrfach ohne Genehmigung ins Haus gekommen. Dabei seien Beschäftigte in ihren Büros angesprochen und Unterschriften gesammelt wurden.
Laut Stadt war eine erste Anfrage der Gewerkschaft als zu kurzfristig und unvollständig abgelehnt worden. Bei einer zweiten Aktion sei die Gewerkschaft völlig unangemeldet ins Haus gekommen. Trotz mehrfacher mündlicher Hinweise auf die bestehenden Regeln habe die Gewerkschaft die Rundgänge fortgesetzt. Daraufhin sei ein Hausverbot erteilt worden, so die Stadt.
Ein generelles Hausverbot gebe es seit Freitag nicht mehr. Die Stadtverwaltung hatte sich mit der Gewerkschaft und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Thüringen geeinigt. Dennoch weist die Stadt daraufhin, dass der Zutritt nur bei einer rechtzeitigen Anmeldung möglich sei.
Empörter Brief von Bodo Ramelow
Nach einem empörten Brief von Ramelow, der das Verbot als unzulässigen Eingriff in Tarifautonomie bezeichnete, hatten sich auch die Stadtratsfraktion und der Kreisverband der Linken zu Wort gemeldet. Sie seien besorgt und irritiert über die jüngst bekannt gewordenen Einschüchterungsversuche seitens des Weimarer Oberbürgermeisters, heißt es.
Peter Kleine soll der Gewerkschaft im Zusammenhang mit der aktuellen Tarifrunde und den damit verbundenen Streiks per Einschreiben ein Hausverbot erteilt haben. Das sei eine deutschlandweit beispiellose Einschränkung des Arbeitskampfrechts und ist in dieser Form völlig unzulässig, heißt es in dem Schreiben von Verband und Fraktion "Die Linke".
Zudem ist von Schikanen die Rede. Die Stadtspitze soll Streikende ermahnt und mit Abmahnungen gedroht haben.
Kritik auch von SPD und Grünen
Auch die Weimarer SPD und die Grünen forderten den Oberbürgermeister auf, das Hausverbot aufzuheben. Die Vorsitzende der Sozialdemokraten in Weimar, Desiree Benner, nennt das Vorgehen inakzeptabel und rechtswidrig. Es sei ein Skandal, dass der Oberbürgermeister Drohungen und Einschüchterungen ausstößt, so Benner.
Grünen-Sprecher Maximilian Volz solidarisierte sich ebenfalls mit der Gewerkschaft und erklärte: "Das ist nicht nur ein unzulässiger Eingriff in die Tarifautonomie und beschneidet das Recht der Gewerkschaft, die Beschäftigten zu informieren und zu beraten, sondern behindert auch die Beschäftigten bei ihrem gesetzlichen Organisations- und Streikrecht."
MDR (nir)
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 27. Februar 2025 | 16:30 Uhr
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