
Neue Technik Feuerwehr-Übung: Drohne sucht Vermissten im Irrgarten Kleinwelka
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03. April 2025, 05:00 Uhr
Wenn es brennt, zählt für Retter jede Sekunde. Doch manchmal ist die Lage so unübersichtlich, dass wertvolle Minuten verstreichen, bis die Helfer löschen können. Immer mehr Feuerwehren setzen daher auf Drohnen. Auch der Landkreis Bautzen hat eine Drohnenstaffel aufgestellt. Wir waren bei einer Übung dabei.
Es ist eine Übung, aber unter realen Bedingungen. Ein Mensch wird im Irrgarten von Kleinwelka vermisst. Sie ist möglicherweise verletzt. Genau diese Szenarien sind es, bei denen die Männer der Drohnenstaffel des Landkreises Bautzen gebraucht werden, sagt Einsatzleiter Phillip Müller: "Wir wussten ja, dass der Bedarf da ist und dass eine moderne Lageerkundung und vielleicht auch Lagebeurteilung ohne Drohne schwierig ist, gerade bei größeren Lagen. Und die Anzahl der Einsätze gibt dem auch recht. Wir hatten viele Einsätze, konnten dort auch helfen."
Den Mehrwert einer Drohne hat Müller auch bei den benachbarten Drohnenstaffeln in Dresden oder Cottbus beobachtet. Seit gut einem halben Jahr ist die Technik im Einsatz, rund 60.000 Euro hat sie gekostet.
Wir hatten viele Einsätze, konnten dort auch helfen.
Verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Drohne
Das Team besteht immer aus vier Personen - einem Einsatzleiter, einem Piloten sowie einem Luft- und einem Bilschirmbeobachter. Vor allem die Feuerwehren des Kreises können die Drohnenstaffel anfordern, die bei der Berufsfeuerwehr in Bautzen angegliedert ist. Und zwar mit allem, was dazugehört, weiß Drohnenpilot Vincent Noack.
"Wir haben verschiedene Aufbauteile für die Drohne, einmal den Lautsprecher für eine Bevölkerungswarnung, zum Beispiel, was man in gut einem Kilometer Entfernung noch hört. Wir haben die Möglichkeit, eine Scheinwerfer anzubauen und können damit relativ viel ausleuchten, bis zu 1.000 Lumen." Die Drohnenkamera könne außerdem Wärmebilder aufzeichnen, sie hat ein Zoom mit bis zu 200facher Vergrößerung und sie kann Entfernungen bis zu zwei Kilometer messen.
Unzugängliche Gebiete besser erkunden
Der Blick von oben bietet den Feuerwehrleuten im Einsatz eine völlig neue Perspektive. Mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, können so unzugängliche Gebiete aus der Luft erkundet und überwacht werden. Gleichzeitig werden die Bilder in Echtzeit an die Einsatzleitung übermittelt werden, so wie bei der aktuellen Übung. Dabei wird mithilfe der Drohne schließlich eine Person in dem Irrgarten gefunden.
"Jeder Einsatz bringt uns neue Erkenntnisse. Es ist eine Entwicklung", bilanziert Einsatzleiter Philipp Müller. "Wir profitieren sehr von den Erfahrungen anderer Drohneneinheiten. Wir konnten lernen, wo wir helfen können, wo es eher schwierig ist." Im Ernstfall, das zeigt die Übung der Feuerwehr in Bautzen, kann die Drohne helfen, Menschen zu retten.
MDR (kbe,Stefan Schmidt)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. März 2025 | 19:00 Uhr