
Wissen-News Wirtschaftsforscher: Klimaschutz stärkt Europas Sicherheit
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Umwelt und Verteidigung schließen sich nicht aus
03. April 2025, 16:06 Uhr
Klimaschutz und Verteidigung: In Zeiten knapper Kassen werden diese Themen oftmals gegeneinander ausgespielt. Das Institut für Weltwirtschaft ist überzeugt, dass das nicht sein muss. Im Gegenteil.
Klimaschutz trägt nach Ansicht von Experten des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel zur Sicherheit in Europa bei. "Klimapolitik ist keine konkurrierende Priorität zur Verteidigung – sie ist ihre strategische Ergänzung", sagte Joschka Wanner, Professor an der Universität Würzburg und Mitautor des Kiel Policy Briefs "Die sicherheitspolitische Dividende von Klimapolitik". Der Analyse zufolge spült jeder Euro, den Europa weniger für Öl ausgibt, 13 Cent weniger in die russische Kriegskasse und nimmt so den Druck auf europäische Verteidigungsausgaben. Diese könnten mit jedem eingesparten Öl-Euro um 37 Cent sinken.
Berechnungen gelten für gegenwärtige Situation
Grundlage der Berechnung sei der Einfluss des weltweiten Ölverbrauchs auf Russlands Kriegskasse. Der Wirkmechanismus entfaltet sich nach Angaben des IfW wie folgt: Eine geringere Ölnachfrage in der EU senkt den Weltmarktpreis, ein Teil des Wertverlusts trifft Russland.
Die Autoren weisen in ihrem Papier darauf hin, dass die Berechnungen vor allem für die gegenwärtige Situation eines geopolitisch aggressiven Russlands gelten. Sollte diese Aggression zurückgehen, und Russland seine Öleinnahmen nicht mehr im gleichen Umfang ins Militär investieren wie jetzt, sinke auch die sicherheitspolitische Dividende klimaschützender Maßnahmen.
Tempolimit brächte Sicherheitsdividende von zwei Milliarden
Mit der Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen ließen sich der Analyse zufolge bis 2030 nicht nur die Freisetzung von rund 33 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Die geringere Ölnachfrage entspräche auch einer sicherheitspolitischen Dividende von rund zwei Milliarden Euro, die nicht in einen Verteidigungshaushalt fließen müssten, heißt es. Und wenn die EU den Automobilherstellern nicht, wie jetzt vorgesehen, mehr Zeit gäbe, ihre CO2-Flottengrenzwerte einzuhalten, entspräche dies demnach einer sicherheitspolitischen Dividende von etwa drei Milliarden Euro.
Links/Studien
‘Monkey yodels’—frequency jumps in New World monkey vocalizations greatly surpass human vocal register transitions. Zur Studie
dpa
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. April 2025 | 19:30 Uhr
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