Frühgeborenes im Inkubator
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Sachsen Weniger Babys sterben in ihrem ersten Lebensjahr

05. April 2025, 13:53 Uhr

Zwei von 1.000 Neugeborenen sterben

In Sachsen ist die Säuglingssterblichkeit in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes starben im Jahr 2023 zwei von 1.000 Neugeborenen in ihrem ersten Lebensjahr und damit rund 0,2 Prozent. 40 Jahre zuvor waren es noch 10 von 1.000 Neugeborenen und damit ein Prozent aller Geburten.

Insgesamt kamen 2023 rund 25.000 Kinder zur Welt. Weniger als zwei Prozent aller Geburten waren in den letzten zehn Jahren Mehrlingsgeburten - 2023 wurden 355 Zwillings- und fünf Drillingsgeburten erfasst.

Stationär entbundene Neugeborene sächsischer Patientinnen
Geburtsjahr Anzahl der Neugeborenen
2014 34.544
2015 35.139
2016 36.190
2017 35.592
2018 34.432
2019 33.162
2020 31.887
2021 30.934
2022 27.908
2023 24.949

*Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Säuglingssterblichkeit bei Jungen höher

In absoluten Zahlen heißt das, 2023 starben 60 Neugeborene in Sachsen vor ihrem ersten Lebensjahr, 44 waren Jungen. Zu den häufigsten Todesursachen gehören laut Statistischem Landesamt unter anderem angeborene Fehlbildungen und Chromosomenanomalien oder bestimmte Zustände, die in der sogenannten Perinatalperiode (ab der 22. Schwangerschaftswoche) ihre Ursache haben. Dazu gehören zum Beispiel Schädigungen der Feten oder Neugeborenen durch Komplikationen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder bakterielle Infektionen. Drei der 60 Todesfälle gehen auf den plötzlichen Kindstod zurück.

Fälle des plötzlichen Kindstods in Sachsen
Jahr Anzahl der Fälle
2014 7
2015 6
2016 3
2017 5
2018 k.A.
2019 k.A.
2020 k.A.
2021 4
2022 k.A.
2023 3

*Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Welche Faktoren können den plötzlichen Kindstod begünstigen? Beim Syndrom des plötzlichen Kindstodes handelt es sich um den plötzlichen und unerwarteten Tod eines Säuglings, der in der Regel im Schlaf auftritt, ohne dass sich in der Vorgeschichte, in der Auffindesituation oder bei der Obduktion eine ausreichende todeserklärende Ursache finden lässt.

Betroffen sind Kinder vorwiegend innerhalb des ersten Lebensjahres, mit einem Gipfel vom 2. bis zum 4. Lebensmonat. Die genauen Ursachen sind bislang ungeklärt.

Klar ist aber, dass bestimmte Faktoren den plötzlichen Kindstod begünstigen wie z. B. das Rauchverhalten der Mutter in und nach der Schwangerschaft, das Schlafen des Neugeborenen in Bauchlage, Wärmestau oder eine Atembehinderung beim Säugling.

Medizinischer Fortschritt steigert Überlebenschancen

Hauptgrund für den Rückgang der Säuglingssterblichkeit ist den Angaben nach vor allem der medizinische Fortschritt, der die Überlebenschancen von beispielsweise Frühgeburten steigert.

Wie das Statistischen Landesamt mitteilt, wurden von 2013 bis 2023 mehrheitlich Kinder auf natürlichem Wege geboren. Allerdings zeigte sich, mit Ausnahme des Jahres 2018, ein Trend zum Rückgang der natürlichen Geburt von rund 71 Prozent im Jahr 2013 auf 68 Prozent im Jahr 2023. Dabei kam immer seltener eine Geburtszange zum Einsatz, 80 Mal im Jahr 2023.

Im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2023 wurden rund fünf Prozent der Kinder mittels Vakuumextraktion zur Welt gebracht. Ein Kaiserschnitt wurde im Durchschnitt bei 25 Prozent der Entbindungen durchgeführt.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 04. April 2025 | 11:00 Uhr

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