Aprikosenblüten blühen im Obsthof Hornemann im Sülzetal. Schon drei Wochen früher als sonst stehen die Aprikosenbäume in voller Blüte. Der milde Winter hat dazu geführt, das sich die Natur schneller entwickelt hat. Damit die noch kühlen und frostigen Nächste die Blüten nicht schädigen, werden im Obsthof Hornemann sogenannte Frostbuster eingesetzt. In der Nacht zum Freitag werden die Aprikosenbäume so zum ersten Mal in diesem Jahr mit warmer Luft aus einem Gasbrenner geschützt.
Aprikosenbäume blühen, bevor ihr Laub austreibt. Schon März und April sind die weißen bis hellrosa- oder pinkfarbenen Blüten zu sehen. Aber Nachtfröste können den Blüten und Knospen in der Zeit zusetzen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Bein

Landwirtschaft Sachsens Obstbauern optimistisch: "In diesem Jahr wird's besser"

05. April 2025, 14:04 Uhr

Obst- und Weinbauern in Sachsen blicken optimistisch auf die Saison. Nachdem 2024 in eiskalten Aprilnächten in Gärten und Plantagen reihenweise Knospen und Blüten erfroren, ist der Obstbauverband Sachsen und Sachsen-Anhalt hoffnungsfroh. "Der Obstbauer ist allgemein ja Optimist", sagte die Verbandschefin Carmen Stefanie Kaps MDR SACHSEN. Man wisse, dass einem schlechten Jahr immer bessere Jahre folgten. Deshalb: "In diesem Jahr wird es besser", betonte Kaps.

Gefahr lauert in kalten Nächten

Allerdings seien noch kalte Nächte mit leichten Frösten angesagt worden. "Das könnte bei zeitigen Sorten wie Aprikose und Kirschen zu Schäden führen, aber noch ist alles im Rahmen", so Geschäftsführerin Kaps, die in Sachsen 43 Erzeugerinnen und Erzeuger vertritt. Bislang habe noch kein Verbandsmitglied vor Frostnächten die Frostschutzberegnung anschalten oder Feuer entzünden müssen.

Spätfrostschutz im Frühjahr von Wein und Obstkulturen in der Wachau durch Wasserberieselung
So sieht es aus, wenn Obstbauern ihre Aprikosenblüten zum Schutz vor dem Frost beregnen lassen. Das bild zeigt einen Aprikosenbaum in der Wachau in Niederösterreich, wo die Steinfrüchte Marillen genannt werden (Archivfoto). Bildrechte: picture alliance / Markus Haslinger / picturedesk.com | Markus Haslinger

Winzer lassen ihre Frostkerzen aus

Ähnlich ist auch die Lage bei den Weinbauern im sächsischen Elbland: Nach immensen Verlusten im Vorjahr hoffen sie diesmal auf eine gute Ernte. Der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Felix Hößelbarth, sagte, derzeit sei es nicht wie 2024 nötig, Heizdrähte oder Frostkerzen einzusetzen. Auch das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul bestätigte, dass die Reben bislang gut durch den Winter und den Frühlingsbeginn gekommen seien.

April, dein Segen, heißt Sonne und Regen. Bloß den Hagel - den häng' an den Nagel.

Bauernregel für den Monat April

Dem Meißner Weingut "Schloss Proschwitz" bereitet eher das Wasserdefizit in den Böden Sorgen. Die vergangenen Monate seien zu trocken gewesen. Man hoffe daher im April auf genug Regen.

Steuergelder für Frostschäden von 2024 ausgezahlt

Nach längerer Debatte vor einem Jahr hatten die betroffenen Obst- und Weinbaubetriebe Frosthilfen vom Land Sachsen 22 Millionen Euro Frosthilfen zugesagt bekommen. Im Herbst stellte die Europäische Union ebenfalls Gelder bereit. Bis dahin hatten die betroffenen Betriebe in Sachsen einen Gesamtschaden von rund 32 Millionen Euro beantragt. Laut Landwirtschaftsministerium bekamen bisher 37 Obstbaubetriebe im 41 Winzerinnen und Winzer mindestens eine Überweisung der Frosthilfen.

Sie erhielten nach Ministeriumsangaben 36,77 Prozent ihres nachgewiesenen Schadens von der EU entschädigt - 11,9 Millionen Euro. Die Soforthilfen des Freistaats betrugen bislang 10,6 Millionen Euro. Bis Ende Juni würden nun die Anträge abschließend geprüft und weitere Summe ausgezahlt.

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MDR (kk, kwo, jogi)

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