Krankenhauslandschaft Kliniken in Stendal und Magdeburg wollen kooperieren
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20. Januar 2025, 10:13 Uhr
Damit Patienten im Norden Sachsen-Anhalts bei Herz-Notfällen besser und schneller behandelt werden können, wollen das Johanniter-Krankenhaus Stendal und die Uniklinik in Magdeburg ab sofort zusammenarbeiten. Durch die Zusammenarbeit sollen Stärken vereint und Abläufe effizienter gestaltet werden. Vor allem die Region Stendal soll profitieren.
- Auf der Kliniklandschaft Sachsen-Anhalts lastet ein enormer Kostendruck.
- Das Land arbeitet nun daran, wie das System effizienter gemacht werden kann, ohne Standorte zu schließen.
- Das Johanniter-Krankenhaus Stendal und die Universitätsklinik Magdeburg haben hier bereits Fakten geschaffen und eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen.
Das Johanniter-Krankenhaus Stendal und die Universitätsklinik Magdeburg arbeiten jetzt zusammen. Das teilten beide Krankenhäuser mit. Ziel sei es, die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.
Dafür wollen sich die Häuser nach eigenen Angaben vernetzten und Abläufe optimieren. Vor allem Patienten mit Herzleiden sollen davon profitieren. Notfälle können demnach künftig schneller behandelt und operiert werden. Der Stendaler Chef der Kardiologie, Michael Gross, sprach vom "größten Akut- und Schwerpunktkrankenhaus im nördlichen Sachsen-Anhalt". Damit profitierten vor allem die Menschen in der Region. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht eine generelle Vernetzung von Krankenhäusern mit unterschiedlichen Versorgungsschwerpunkten vor. Eine ähnliche Kooperation gibt es bereits zwischen Uniklinik und den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg.
Kostendruck auf Sachsen-Anhalts Kliniklandschaft
Den Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt stehen für die Patientenbehandlung in diesem Jahr rund 82,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr zur Verfügung. Trotzdem ist der Verband der kommunalen und landeseigenen Krankenhäuser (VKLK) skeptisch, dass das Geld reichen wird. Auch die Krankenhausgesellschaft des Landes sieht enorme wirtschaftliche Herausforderungen. Demnach ist die Situation der Kliniken in Sachsen-Anhalt so dramatisch wie noch nie, so eine bundesweite Befragung aus dem Dezember. Personal- und Sachkosten wirkten sich massiv auf die Liquidität der Häuser aus, so die Krankenhausgesellschaft.
Krankenhausreform soll System effizienter machen
Mitte Oktober 2024 hatte der Bundestag mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP die sogenannte Krankenhausreform von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beschlossen. Einen Monat später gab auch der Bundesrat mit knapper Mehrheit grünes Licht. Somit konnte sie mit Jahresbeginn 2025 in Kraft treten.
Ziel der Reform ist der Umbau der deutschen Krankenhauslandschaft. So soll die Zahl der Kliniken verringert und gleichzeitig die Qualität verbessert werden. Die Krankenhäuser sollen sich stärker spezialisieren und nur noch Eingriffe durchführen, für die sie auch die notwendigen Voraussetzungen haben. Dabei bleibt die Krankenhausplanung in Verantwortung der Länder. Auch die Finanzierung der Kliniken wird umgekrempelt: Krankenhäuser sollen statt Pauschalen pro Behandlungsfall künftig 60 Prozent ihres Geldes dafür bekommen, dass sie Personal, Räume und Technik bereitstellen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert ihrerseits zügige Korrekturen am Gesetz. So müsse die Patientenversorgung während der Umbaujahre wirtschaftlich gesichert werden, so DKG-Vorsitzender Gerald Gaß.
Klinikreform in Sachsen-Anhalt kommt nur langsam voran
Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte an, weiter mit den Kliniken im Land über Spezialisierungen zu sprechen. Nach ihren Worten soll der Krankenhausplan im vierten Quartal 2026 stehen. "Ziel ist, keinen Standort zu verlieren", so die Ministerin. Ein vorläufiger Plan soll bereits im Herbst 2025 stehen.
Der Verband der kommunalen und landeseigenen Krankenhäuser Sachsen-Anhalts kritisiert das langsame Vorankommen bei der Reform im Land. Die Kliniken hätten mehrfach Gespräche angeboten, passiert sei gefühlt nichts. Mitte Januar hatte auch die FDP-Landtagsfraktion mehr Tempo gefordert. Sie verwies darauf, dass ein Gutachten zur Zukunft der Krankenhauslandschaft in Sachsen-Anhalt bereits seit zwei Jahren vorliege. Danach könnten bis 2035 in Sachsen-Anhalt bis zu 4.000 Betten abgebaut werden. Grimm-Benne konterte, dass sie am Koalitionsvertrag festhalte, wonach über Schließungen nicht diskutiert werde.
dpa, MDR (Lukas Mauri, Norma Düsekow, André Plaul)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Januar 2025 | 05:00 Uhr
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