Anbaden im "Klietz" Saisonstart in neuem Freibad in Quedlinburg

03. April 2025, 07:10 Uhr

Mittags herrschten 13 Grad, in der Nacht davor wurden sogar nur zwei Grad gemessen. Das ist nicht gerade einladendes Badewetter. Doch kein Problem in Quedlinburg: Im vor zehn Monaten eröffneten neuen Freibad der Stadt ist pünktlich am 1. April die neue Badesaison gestartet. Das geht nur, weil eine moderne und besonders sparsame Heizung für Wohlfühl-Wassertemperaturen sorgt.

Mann mit grauen haaren und roten Fleece-Pullover macht ein Selfie vor einem Fachwerkhaus mit MDR-Logo
Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Julia Heitmann nahm gleich mal das Drei-Meter-Brett. Die Weltmeisterin im Freiwasser-Schwimmen bei den "World Police and Fire Games" startete in ihre persönliche "Freiwasser-Trainingssaison" – mit einem kühnen Sprung ins nicht gar so kühle Nass. Das gefiel ihr sehr gut: "Wie schön, es ist sehr angenehm, eine gute Temperatur", meinte sie nach dem Sprung. 

Zu sehen ist ein blau-weißer Rettungsring auf dem "Klietz Sportpark" steht 2 min
Zum Hören: Saisonstart im neuen "Klietz"-Freibad in Quedlinburg. Bildrechte: Carsten Reuß/MDR
2 min

MDR SACHSEN-ANHALT Mi 02.04.2025 17:51Uhr 02:02 min

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Der 24-Jährigen sah man wie den anderen Schwimmsportlerinnen und -sportlern aus ihrem Verein die Freude an. Fast übermütig starteten die Nachwuchsschwimmer der TSG GutsMuths Quedlinburg ihren Trainingsbetrieb an frischer Luft. "Für uns Schwimmer ist das eine Sensation, dass wir jetzt in Quedlinburg so ein Becken haben", erklärt Julia.

Mehr als zwanzig Jahre habe man immer in der Quedlinburger Schwimmhalle trainieren müssen mit ihrem gerade mal 18 Meter langen und damit für Schwimmsportler wie Julia zu kurzen Schwimmbecken.

In einem Schwimmbecken üben Kinder schwimmen. Am Beckenrand steht in rotem T-shirt ihr Lehrer und gibt Kommandos.
Das Wasser im Becken wird auf angenehme 23 bis 24 Grad geheizt. Bildrechte: Carsten Reuß/MDR

Bürgerinitiativen und Unterschriftensammlungen

Die junge Frau kannte in Quedlinburg nur diese alte Schwimmhalle als Trainingsstätte. Denn als Julia Heitmann mit sechs Jahren mit dem Schwimmsport begann, gab es das alte Klietz-Volksbad schon nicht mehr. Weil das Becken Risse hatte, war es 2002 zugeschüttet und die Gebäude abgerissen worden. Viele Quedlinburger trauerten dem Bad sehr nach. Im Jahr 1899 hatte hier ein Geschäftsmann namens Christoph Klietz einen Teich zur Eisgewinnung anlegen lassen. Dieser wurde ab 1908 für Bootsfahrten und zum Baden genutzt, und in den 1950ern wurde das Gelände dann zum Volksbad umgebaut, das bis 2002 hielt. Für Reparatur und Modernisierung fehlte der Stadt damals das Geld. Doch immer wieder bildeten sich Bürgerinitiativen und wurden Unterschriftensammlungen für ein Freibad durchgeführt. Im Jahr 2018 dann beschloss der Stadtrat, das Bad neu zu bauen, und mit Hilfe von Fördermitteln wurde das Projekt dann schließlich in Angriff genommen.

Eine Frau steht vor einem Schwimmbecken. Sie trägt einen schwarzen Badeanzug und eine schwarze Badekappe.
Julia Heitmann Bildrechte: Carsten Reuß/MDR

Für uns Schwimmer ist das eine Sensation, dass wir jetzt in Quedlinburg so ein Becken haben.

Fördermittel für Sportbad

Vor zehn Monaten – zum Kindertag – wurde das neue Klietz-Bad eingeweiht. Es war ein eingelöstes Versprechen an die Kinder der Stadt. Doch die Außenanlagen waren längst nicht fertig, auch nicht die für das Wasser vorgesehene Heizung und das zum Bad gehörende Camping-Areal. Das ist nun anders. Die Tribüne bekam ein Dach mit Solarzellen. Die Umkleide- und Sanitärgebäude wurden fertiggestellt, bieten unter anderem 252 abschließbare Schränke. Liegewiesen und Campingareal wurden hergerichtet. Nur die Beachvolleyball-Flächen, die Minigolfanlage und der Parkplatz brauchen noch ein paar Tage, bis sie fertig sind. Vor allem aber: Die Heizung für das Wasser im Schwimmbecken ist fertig. Die macht nämlich aus dem Freibad ein Sportbad, und nur für ein Sportbad gab es Fördermittel.

Zu sehen sind mehrere weiße Wärmepumpen, die auf einem Beton-Boden stehen.
Die Wärmepumpen im Vordergrund heizen die Becken gemeinsam mit den PVT-Modulen im Hintergrund. Bildrechte: Carsten Reuß/MDR

So können Julia und die anderen Schwimmsportler schon jetzt draußen trainieren. Die moderne, extrem sparsame Heizung erwärmt das Wasser im Klietz-Bad auf 23 bis 24 Grad. In der Beckenheizanlage seien mehrere Technologien miteinander kombiniert worden, erklärt Eiko Fliege, der Geschäftsführer der städtischen Freizeit und Service Quedlinburg GmbH, die das Bad betreibt. Zwei Solewärmepumpen stehen im Keller, sieben Luftwärmepumpen hinter der Tribüne. Darüber und an einer Böschung wurden Solarzellen und sogenannte PVT-Module verbaut. Letztere sind Solarzellen, die gekühlt werden und so auch Wärme erzeugen. Auf diese ist Eiko Fliege besonders stolz, denn auf diese Weise lässt sich der Wirkungsgrad der Solarzellen erhöhen und gleichzeitig das Badewasser erwärmen.

Saison läuft bis Mitte Oktober

Das neue Sportbad "Klietz" mit Warm-Up-Becken und einem Sportbecken mit sechs Bahnen und einen Sprungturm, startet nun in die erste volle Saison. Für mehr als 13 Millionen Euro, ein Großteil davon Fördermittel, entstand ein Bad, in dem sich Sportler wie Julia Heitmann wohlfühlen.

Und: Spätestens wenn die Außentemperaturen auf sommerliche Werte steigen, sollen auch die wirklich allerletzten Arbeiten erledigt sein, verspricht Betreiberchef Eiko Fliege. Die 24 Grad Wassertemperatur werden heute schon garantiert – trotz 13 Grad und Nachtfrostgefahr, übrigens bis Mitte Oktober. So lange soll die Saison dauern im neuen beheizbaren Klietz-Sportbad von Quedlinburg.

MDR (Carsten Reuß, Sebastian Gall)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. April 2025 | 07:30 Uhr

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