Symbolfoto: Maschine bei der Herstellung von Medikamenten, Tabletten, Kapseln bzw. Pillen in Pharma Unternehmen 2 min
Audio | MDR AKTUELL: Sven Kochale im Gespräch mit Andreas Eschborn vom Deutschen Pharmaverband e.V. Bildrechte: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
2 min

Fragen an Andreas Eschborn, Landesvorsitzender Ost Pharmaverband Deutschland

MDR AKTUELL Fr 04.04.2025 16:15Uhr 02:12 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/audio-2905132.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Pharmabranche Höhere Preise für Medikamente erwartet – durch US-Zölle oder Investitionen hierzulande

04. April 2025, 16:46 Uhr

Noch sind Arzneimittel von den neuen US-Zöllen nicht direkt betroffen, indirekt aber duchaus. Die deutsche Pharmabranche erwartet darum auch steigende Preise in Deutschland, entweder durch die US-Zollpolitik selbst oder durch eine "Strategie der Desensibilisierung" mit mehr Produktion hier.

Nach neuen Zoll-Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump hat die ostdeutsche Pharmabranche sich besorgt geäußert. Der für Ostdeutschland zuständige Vertreter des Pharmaverbands Deutschland, Andreas Eberhorn, sagte bei MDR AKTUELL, Arzneimittel seien zwar momentan noch nicht direkt davon betroffen, aber Vorprodukte, Hilfsstoffe und Verpackungen.

"Bisher wissen wir nur, dass die Ausnahme ja erstmal vorläufig ist", sagte Eberhorn. Die Richtung sei jedoch, dass die Versorgung mit Arzneimitteln, Gesundheits- oder Medizintechnikprodukten "so oder so teurer" werde. Da gebe es aber zwei Optionen, "dass wir die Sicherheit der Versorgung für uns in Deutschland in die eigene Hand nehmen" oder die Produkte wegen der US-Zölle teurer würden. Er halte die erste Variante für besser, meinte Eberhorn. Arbeitsplätze sind aus seiner Sicht in Deutschland vorerst nicht bedroht.

Auch "Strategie der Desensibilisierung" kostet

Ähnlich hatte sich zuvor auch Dorothee Brakmann, die Chefin des Verbands geäußert: "Diese Zölle und die erwarteten Gegenmaßnahmen der EU werden zu deutlich höheren Preisen und einer mindestens vorübergehend erheblich schlechteren Verfügbarkeit von Therapien führen." Auch Herstellungskosten könnten deutlich steigen, was zu Produktionsverlagerungen führen könne.

Der Standort Dessau-Rosslau der Merz Group.
Der Standort Dessau-Roßlau der Merz- Group Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Mehr denn je komme es also darauf an, die Versorgung mit Arzneimitteln gegen die Zölle und die Politik von US-Präsident Donald Trump zu "desensibilisieren". Das bedeutet Lieferketten zu diversifizieren, mehr Produktion nach Europa zu holen und Abhängigkeiten zu reduzieren.

Damit sei aber auch schon klar: "Es geht nicht mehr darum, ob die Arzneimittelversorgung in Zukunft teurer wird, sondern um das Warum", sagte Brakmann. Europa könne in resilientere Arzneimittelversorgung investieren oder "in einen sinnlosen Handelskrieg mit den USA". Deren Markt ist auch für die deutsche Pharma-Industrie wichtig. Sie hatte zuletzt Waren für jährlich etwa 6,5 Milliarden Euro dorthin geliefert.

Der Pharma Deutschland e.V. vertritt nach eigenen Angaben rund 400 Unternehmen in ganz Deutschland mit rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel herstellen.

MDR AKTUELL (ksc), ots

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 04. April 2025 | 12:18 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/0782ebf1-3c45-4612-a794-333a021ff833 was not found on this server.

Mehr aus Wirtschaft

Symbolfoto: Maschine bei der Herstellung von Medikamenten, Tabletten, Kapseln bzw. Pillen in Pharma Unternehmen 2 min
Bildrechte: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
2 min 04.04.2025 | 16:46 Uhr

Fragen an Andreas Eschborn, Landesvorsitzender Ost Pharmaverband Deutschland

MDR AKTUELL Fr 04.04.2025 16:15Uhr 02:12 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/audio-2905132.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Deutschland

Nachrichten

Die 103-Jährige Margot Friedländer. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 04.04.2025 | 18:07 Uhr

Als junge Frau hat die Jüdin Margot Friedländer das Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Am Freitag wurde die 103-Jährige nun mit dem westfälischen Friedenspreis geehrt.

MDR FERNSEHEN Fr 04.04.2025 15:54Uhr 00:37 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/video-friedlaender-friedenspreis-auschwitz-zeitzeugin-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nachrichten

Szene aus Livestream MDR-Fernsehen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK