Haubenkapuzineraffe (Sapajus apella) oder gehaupter Kapuziner
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Wissen-News Warum Affen besser jodeln als Menschen

03. April 2025, 12:03 Uhr

Nicht nur im Harz oder Erzgebirge gejodelt. Im Dschungel Boliviens kommunizieren Affen auf ähnliche Weise, schreiben Forscher. Doch wie erzeugen die Tiere die extremen Tonsprünge?

Affen sind nicht nur begnadete Baum-Akrobaten, sondern auch zu spektakulären Sprüngen auf der Tonleiter fähig. Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass südamerikanische Affen zwischen sehr hohen und sehr tiefen Lauten wechseln können – ähnlich, aber sogar noch ausgeprägter als menschliche Jodel-Künstler in den Bergen.

In einem Schutzreservat in Bolivien studierten die Forscher die Rufe von verschiedenen Arten von Neuweltaffen (die ursprünglichen Primaten des amerikanischen Kontinents). Außerdem führten sie Computersimulationen sowie anatomische Untersuchungen durch, um dem Affen-Jodeln auf den Grund zu gehen. 

Kapuzineraffe 1 min
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Wie ein Tarzan-Schrei

Auf der Aufnahme eines Haubenkapuzineraffen (Sapajus apella) ist für das menschliche Ohr nur eine hohe Stimmlage erkennbar. Werden die Laute jedoch stark verlangsamt abgespielt, hört sich der Ruf des Äffchens etwa an wie ein Tarzan-Schrei.

Während Menschen nur etwa im Tonumfang einer Oktave jodeln können, sind es bei den untersuchten Neuweltaffen bis zu dreieinhalb Oktaven, wie das Team im Fachblatt "Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences" berichtet. Laut der Studie liegt das an der unterschiedlichen Anatomie: Fast alle Primaten außer dem Menschen haben im Kehlkopf kleine Membranen auf den Stimmlippen.

Schwingende Membranen gingen mit der Evolution verloren

"Je mehr Gewebsstrukturen im Kehlkopf bei der Tonproduktion mitschwingen, umso eher wird diese Schwingung instabil", erklärte Erstautor Christian Herbst von der Universität Wien. So tragen die Membranen der Affen an den Stimmlippen zum raschen Umschlagen zwischen hohen und tiefen Frequenzen bei.

Wissen

animierte Bild mit einem Affen 62 min
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Do 28.01.2021 10:58Uhr 61:59 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/gernelernen-wieviel-affe-steckt-in-dir-100.html

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Dass der Mensch diese Membranen im Zuge der Evolution verloren hat, hat aus Sicht der Forscher wohl mit der Entwicklung der Sprache zu tun. "Für die Sprache brauchen wir im Hals eine sehr stabile Klangquelle", sagte der Stimmforscher Herbst der Deutschen Presse-Agentur.

Links/Studien

‘Monkey yodels’—frequency jumps in New World monkey vocalizations greatly surpass human vocal register transitions. Zur Studie

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 03. April 2025 | 10:30 Uhr

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