Palestinensische LKW fahren über den Grenzübergang bei Kerem Schalom
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Nahostkonflikt Erster Hilfskonvoi von Israel nach Gaza gelangt

17. Dezember 2023, 20:13 Uhr

Erstmals seit Beginn des Gaza-Krieges ist ein Hilfskonvoi von Israel aus in den umkämpften Küstenstreifen gelangt. Der ägyptische Rote Halbmond bestätigte, dass ein Konvoi mit 79 LKWs den Grenzübergang Kerem Schalom überquert hat.

Ein erster Hilfskonvoi ist am Sonntag über den israelischen Grenzübergang Kerem Schalom in den Gazastreifen gelangt. 79 Lastwagen seien auf dem Weg in das Palästinensergebiet, sagte ein Vertreter des ägyptischen Roten Halbmondes.

Israel öffnet Grenzübergang für Hilfslieferungen

Israel hatte am Freitag erklärt, "vorübergehend" die Lieferung humanitärer Güter in den Gazastreifen über den Grenzposten zuzulassen.  Zuvor war Kerem Schalom bereits genutzt worden, um Lastwagen zu kontrollieren, bevor sie zu der an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen gelegenen Stadt Rafah weitergeschickt wurden. Rafah war bislang der einzige Übergang, über den Hilfsgüter in das Palästinensergebiet gelangten.

Vor dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober wurden 60 Prozent der Waren für das Küstengebiet über den Kontrollpunkt Kerem Schalom abgewickelt, der im Dreieck zwischen den Grenzen zum Gazastreifen und Ägypten liegt.

Demonstration nach Tod von drei Geiseln

Die versehentliche Tötung von drei Geiseln durch israelische Soldaten im Gazastreifen hat schwere Bestürzung und Proteste ausgelöst. In der Metropole Tel Aviv strömten am Samstagabend Tausende Menschen auf die Straße, wie israelische Medien berichteten.

Angehörige und Unterstützer demonstrierten für die Freilassung der noch im Gazastreifen verbliebenen Verschleppten. Ein Angehöriger einer Geisel warf dem Kriegskabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, es habe militärischen Druck als nötig bezeichnet, damit die Geiseln freigelassen würden. Inzwischen kämen jedoch immer mehr Geiseln als Leichen zurück.

Auch angesichts vieler toter Zivilisten und einer humanitären Katastrophe im Gazastreifen wächst die Kritik an dem Militäreinsatz. 

Größtes Hamas-Tunnelnetz im Gazastreifen freigelegt

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge das größte Tunnelsystem der Hamas im Gazastreifen freigelegt. Es befinde sich 400 Meter vom Erez-Grenzübergang zwischen Israel und dem Küstengebiet entfernt, teilte das Militär am Sonntag mit. Das verzweigte Netz aus unterirdischen Gängen erstrecke sich rund 50 Meter unter der Erde über mehr als vier Kilometer. Es diene der Hamas dazu, Israel anzugreifen, hieß es von der Armee weiter. Die Tunnel seien groß genug, dass Fahrzeuge sie passieren könnten. Soldaten hätten dort auch Waffen gefunden.

Die israelische Armee veröffentlichte Videos und Fotos ihres Funds sowie Aufnahmen vom Bau des Tunnelnetzwerks der Hamas. Das Tunnelsystem sei von Mohammed Sinwar, dem Bruder des Chefs der Islamistenorganisation im Gazastreifen, Jihia Sinwar, errichtet worden. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

Krieg dauert bereits zehn Wochen an

Der Krieg zwischen Israel und der Hamas dauert inzwischen bereits zehn Wochen an. Hunderte Kämpfer der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas waren am 7. Oktober in israelische Orte eingedrungen und hatten dort Gräueltaten an Zivilisten verübt. Israelischen Angaben zufolge wurden rund 1.140 Menschen getötet und etwa 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion bombardiert die israelische Armee seither Ziele im Gazastreifen und startete eine Bodenoffensive. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums bislang rund 18.800 Menschen getötet. Auf israelischer Seite wurden seit Beginn des Kriegs Armeeangaben zufolge 121 Soldaten im Gazastreifen getötet.

dpa, AFP (yvo)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 17. Dezember 2023 | 19:00 Uhr

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