Arbeitsniederlegung Streit um Streik am DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein
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27. März 2025, 12:53 Uhr
Etwa 35 Beschäftigte des DRK-Krankenhauses in Chemnitz-Rabenstein haben am Donnerstagmorgen ihre Arbeit niedergelegt. Sie folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum ganztägigen Ausstand. Insgesamt habe das Krankenhaus 900 Beschäftigte, darunter auch Ärzte und Ärztinnen, um die es im aktuellen Tarifstreik jedoch nicht geht.
Gewerkschaftssekretär Robin Rottloff sagte MDR SACHSEN, er rechne im Laufe des Tages mit weiterem Zulauf, wenn die Beschäftigten mit späteren Dienstbeginn eintreffen. Etwa 30 Streikbereite haben Rottloff zufolge nicht teilnehmen können, weil sie in die Notbetreuung eingeteilt worden seien. Die Klinikleitung bestreitet dies in einer Medienmitteilung.
Vorwürfe und Kritik der Streikenden
Am Donnerstagvormittag stand der Vorwurf im Raum, dass die Streikenden weder Parkplätze noch Toiletten nutzen durften. Laut Krankenhausverwaltung sei vorher vereinbart worden, dass der Streik außerhalb des Krankenhausgeländes stattfindet. Die Streikenden hatten daher angenommen, so Rottloff, dass sie die Toiletten im Krankenhaus nicht benutzen dürfen und ihrem Ärger in der Freien Presse Luft gemacht.
Zum Ärger beigetragen haben dürften Diskussionen am Morgen zwischen der Geschäftsführerin des Krankenhauses und des Gewerkschaftssekretärs: "Es gab eine lange Diskussion auch mit Beteiligung der Polizei, wo wir letztlich streiken. Denn an dem Bereich, der für den Streik vorgesehen war, war plötzlich eine Baustelle." Die Geschäftsführerin habe einen Flurstücksplan rausgeholt und schließlich sei ein Kompromiss gefunden wurden.
Eine völlig absurde Situation, die ich so noch nicht erlebt habe.
Beide Seiten lehnen "Schlammschlacht" ab
"Als ich mit dem einen Fuß dann zwei Zentimeter auf dem Klinikgelände war, kam die Geschäftsführerin raus und bat mich, vom Grundstück zu gehen. Eine völlig absurde Situation, die ich so noch nicht erlebt habe", sagt Robin Rottloff zu MDR SACHSEN. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen wolle er aber deswegen keine "Schlammschlacht".
Genausowenig wie die Krankenhausverwaltung - die appellierte in ihrer Mitteilung "an einen auf die Sache bezogenen und fairen Umgang miteinander."
Krankenhausbetrieb läuft weiter
Wie die Krankenhausverwaltung mitteilt, läuft der Klinikbetrieb ohne Beeinträchtigung weiter: "Alle Zufahrtswege zum Krankenhaus stehen für Patienten und Besucher offen. Alle Diagnostikstellen und alle OP-Säle sind in Betrieb, sodass sämtliche für den heutigen Tag geplante Patienten auch behandelt werden."
Beschäftigte fordern mehr Geld und mehr Freizeit
Hintergrund ist der seit Oktober andauernde Tarifstreit. Verdi fordert unter anderem eine kürzere Wochenarbeitszeit, mehr Urlaub, Jahressonderzahlungen und höhere Zulagen für Überstunden, Wechselschichten und Nachtarbeit. Das DRK verwies auf sechs Tarifsteigerungen seit 2022 und die Zahlung eines Inflationsausgleichs. Der Krankenhausleitung zufolge soll sich der Streik nicht auf der Versorgung von stationären Patienten, Notfällen und bei der Geburtshilfe auswirken.
Bereits in der vergangen Woche hatte Verdi zu Streiks in Leipzig, Plauen und Zwickau aufgerufen. In Leipzig wurden Kitas in DRK-Trägerschaft bestreikt, in Zwickau und Plauen zwei Kitas und und der Rettungsdienst.
MDR (kav)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 27. März 2025 | 05:30 Uhr