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Die Fleischproduktion in Deutschland ist erstmals seit 2016 wieder gestiegen. Der Branchenverband sprach von einer Trendwende. Mehr dazu in den MDR AKTUELL-Nachrichten von 13:30 Uhr. Bildrechte: IMAGO/Bihlmayerfotografie

Ernährung Fleischkonsum stabilisiert sich – Vegan-Trend lässt nach

07. Februar 2025, 21:22 Uhr

Erstmals seit 2016 wird wieder mehr Fleisch produziert. Die Verbraucher griffen wieder vermehrt zu Fleisch. Marktforscher sehen veränderte Konsumgewohnheiten, aber keine Trendwende. Dabei reduzieren vor allem Ältere ihren Fleischkonsum während die Jüngeren ihren Konsum überdurchschnittlich steigerten. Das könnte den Marktforschern zufolge noch Probleme für die Fleischwirtschaft bringen.

Die Fleischproduktion in Deutschland ist erstmals seit 2016 wieder gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, produzierten die gewerblichen Schlachthöfe im vergangenen Jahr 6,9 Millionen Tonnen Fleisch – 97.200 Tonnen oder 1,4 Prozent mehr als 2023. Der Branchenverband sprach von einer Trendwende.

Menschen kaufen weniger, aber höherwertiges Fleisch

Die Verbraucher griffen wieder vermehrt zu Fleisch. Auch das britische Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov beobachtet veränderte Konsumgewohnheiten. Der große Trend zu vegan und vegetarisch habe an Dynamik verloren, auch bei jüngeren Menschen. Der Fleischkonsum stabilisiere sich.

So äßen Viele zwar weniger, seien aber bereit, mehr Geld für Fleisch auszugeben und höherwertige Produkte zu kaufen. "Fleisch wird wieder als etwas Wertigeres angesehen", erklären die Marktforscher. Von einer echten Trendwende wolle man jedoch nicht sprechen. Man erwarte, dass die Qualitätsnachfrage künftig weiter wachse, nicht aber die Fleischmengen. 

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Jeder Vierte isst täglich Fleisch oder Wurst

Eine Umfrage unter 1.760 Erwachsenen des Instituts zeigt, dass in Deutschland knapp 60 Prozent der Menschen in den vergangenen 12 Monaten unverändert viel Fleisch und Wurst gegessen haben im Vergleich zum Vorjahr. Dabei haben deutlich mehr Ältere angegeben, weniger Fleisch gegessen zu haben. Bei Jüngeren ist der Fleischkonsum hingegen überdurchschnittlich hoch. Den Marktforschern zufolge ist der Grund, dass die Älteren bereits viel Fleisch essen und deshalb ihren Anteil reduzieren wollen. "Die Fleischindustrie wird noch Probleme bekommen, wenn die Älteren, die klassischen Fleischesser, vom Markt verschwinden." Übrig blieben die, die geringere Mengen konsumierten.

Dem Ernährungsreport 2024 des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge isst fast jeder vierte Deutsche täglich Fleisch oder Wurst. 39 Prozent kauften vegetarische oder vegane Alternativprodukte. Weil sie schmeckten und gesund beziehungsweise gut für Klima wie Umwelt seien. Auch Tierschutz wird häufig genannt.

Insgesamt wurden 2024 laut Statistischem Bundesamt in heimischen Schlachthöfen 48,7 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 693,3 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

dpa (lmb)

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 07. Februar 2025 | 13:30 Uhr

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