Eine Lehrerin schreibt am 23.04.2015 in Hannover (Niedersachsen) mit Kreide an die Tafel. 3 min
Audio: Viele Lehrkräfte sind verbeamtet. Ein negativer Aspekt: die Pensionen belasten den Staatshaushalt. Bildrechte: picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa | Sebastian Kahnert
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Grundsätzliche Reformen nicht in Sicht

MDR AKTUELL Mi 02.04.2025 06:21Uhr 02:46 min

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Pension Günstiger im Dienst, teurer im Ruhestand – die anhaltende Debatte um das Beamtentum

02. April 2025, 13:20 Uhr

Beamte sind in hoheitlichen Bereichen wie Polizei und Justiz unverzichtbar, da sie nicht streiken dürfen. Ihre Position wird oft kritisiert, da ihre Pensionen höher sind als Renten von Angestellten. Beamte sind für den Staat jedoch oft günstiger, da keine Sozialabgaben wie Arbeitslosenversicherung anfallen. Trotz Reformvorschlägen, die eine einheitliche Rentenregelung fordern, gibt es seit Jahrzehnten keine Veränderungen, da das System schwer reformierbar ist.

Überall da, wo es um innere und äußere Sicherheit geht, arbeiten fast ausschließlich Beamtinnen und Beamte. In den sogenannten hoheitlichen Kernbereichen habe das auch seinen guten Grund, sagt Karen Siwonia vom Beamtenbund und Tarifunion Sachsen (SBB): "Stellen Sie sich vor, die Polizisten streiken, die Justiz streikt in den Gefängnissen. Das darf ein Beamter nicht. Er steht immer zur Verfügung – egal, wie die Situation aussieht." Solange sich jemand nicht verfassungsfeindlicher Aktivitäten schuldig macht, ist der Arbeitsplatz als Beamtin oder Beamter sicher.

Dienstsitz des Ministeriums der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg 1 min
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Das Land Sachsen-Anhalt muss immer mehr Geld für die Altersbezüge von Beamten einplanen.

MDR SACHSEN-ANHALT So 26.01.2025 08:00Uhr 00:30 min

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Siwonia stören die Neiddebatten, wenn es um die Position von Beamten gegenüber Angestellten im öffentlichen Dienst oder der Privatwirtschaft geht: "Alle Bereiche haben aus meiner Sicht ihre Berechtigung und alle Bereiche haben Vor- und Nachteile. Wenn man sich nur einzelne Punkte herausgreift, dann sieht es so aus, als ob bestimmte Bereiche besonders bevorzugt wären. Aber man muss das gesamte Bild anschauen und dann entscheiden."

Arbeitende Beamte nicht teurer als Angestellte

Professorin Nathalie Behnke leitet an der TU Darmstadt den Arbeitsbereich Öffentliche Verwaltung. Sie sagt, solange sie arbeiten, seien Beamte für die öffentliche Hand sogar günstiger als Angestellte: "Wenn sie Leute im öffentlichen Dienst als Angestellte beschäftigen, kommen die Arbeitgeberanteile an den Sozialausgaben für die öffentlichen Haushalte noch als zusätzliche Ausgaben hinzu. Wie jeder andere Arbeitgeber auch, zahlen sie dann für die Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und die Krankenversicherung die Arbeitgeberanteile."

Arbeitslosenversicherung zum Beispiel müssen der Bund, die Länder und Kommunen für ihre Beamten nicht bezahlen, da sie ja nicht arbeitslos werden können.

Pension für Beamte sehr hoch

In Zeiten wie jetzt, wenn gleichzeitig viele Beschäftigte – also auch Beamte – in den Ruhestand gehen, schlagen aber die Pensionen sehr zu Buche. Und die seien zu hoch, gerade verglichen mit gesetzlichen Renten, für die Angestellte über ihr Arbeitsleben hinweg einzahlen, sagt Behnke.

Das liege daran, dass sich die Pension eines Beamten nach dem Letztgehalt richte, sagt Behnke. "Die Rente eines Angestellten richtet sich nach dem Durchschnittsgehalt über die gesamte Lebensarbeitszeit, und in der Regel sind Letztgehälter höher als Durchschnittsgehälter, sodass die Pension von vornherein höher ist."

Keine Reform in Sicht

Reformvorschläge gibt es, etwa ein einheitliches System für Rente und Krankenversicherung für alle Erwachsenen in Deutschland. Doch die politische Debatte darüber ziehe sich seit etwa 40 Jahren hin, sagt Behnke. Die Positionen seien verhärtet: "Es sind enorm komplexe, pfadabhängig gewachsene Systeme, wo jede Änderung sich rückwärts und vorwärts über mindestens 30 Jahre auswirkt." Dass aus ihrer Sicht notwendige Reformen der Sozialversicherung vor dem Jahr 2030 angepackt werden, hält Behnke für unwahrscheinlich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 02. April 2025 | 06:21 Uhr

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