Raumfahrt Testflug: Erste deutsche Rakete stürzt nach 45 Sekunden ab
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30. März 2025, 13:21 Uhr
Der erste Raketentest des deutschen Raumfahrt-Start-ups Isar Aerospace endete am Sonntag mit einem Absturz. Das Scheitern war allerdings bereits als notwendiger Schritt auf dem Weg zu seriellen Starts eingeplant.
Es wurde kein Bilderbuchstart, aber der war auch nicht erwartet worden: Das deutsche Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hat am Sonntag einen ersten Praxistest seiner Rakete Spektrum absolviert. Der Start erfolgte pünktlich um 12.30 Uhr MEZ vom Andøya Spaceport in Norwegen. Doch der Flug endete bereits nach rund 45 Sekunden, als die Rakete auf den Boden nahe dem Launchpad aufschlug.
In sieben Jahren vom Planungsbeginn zum Raketenstart
Die Startsequenz des zweistufigen Raumfahrzeugs lief wie geplant ab. Die Rakete zündete und hob ab, verlor jedoch nach einigen Metern ihre geplante Flugbahn und kippte schließlich zurück zur Erde. Das Scheitern des ersten Flugs war allerdings so auch erwartet worden. Ähnlich wie das große Vorbild SpaceX verfolgt auch Isar Aerospace den Ansatz, vor allem aus den Fehlern praktischer Experimente zu lernen.
Bisher liegen rund sieben Jahre rasante Entwicklung hinter der Firma, die in dieser Zeit nicht nur einen Prototyp entwickelt hat, sondern auch bereits eine Serienfertigung aufbaut. Ein Großteil der Rakete wird mit Hilfe von 3D-Druckern hergestellt, was eine rasche Anpassung der Konstruktion erlaubt. Spektrum 2 und 3, die beiden Nachfolger des Erstflugs, seien bereits in der Produktion, hieß es im Livestream zum ersten Start.
Trotz Scheitern: Raketenstart war historisches Ereignis
Der Testflug von Spektrum am Sonntag erfolgte noch ohne Nutzlast. Später sollen die Raketen dieses Typs einmal 1.000 Kilogramm in niedrige Orbits bringen können oder 700 Kilogramm in einen sonnensychronen Orbit. Zukunftsvision bei Isar Aerospace ist der Bau von bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr. Inklusive der aktuellen Aufstockung hat das Start-up bisher mehr als 400 Millionen Euro Kapital eingeworben.
Trotz des Scheiterns: Schon vor dem Abheben hatte ESA-Generaldirektor Josef Aschenbacher das Ereignis historisch genannt: Es war der erste kommerzielle Raketenflug vom europäischen Festland. Bisher startet die Esa ihre Raketen von Französisch-Guayana aus ins All, das auf dem südamerikanischen Kontinent liegt. Der Andøya Spaceport befindet sich auf der gleichnamigen norwegischen Insel, das Gelände wird seit 1962 genutzt. Es ist der erste orbitale Startplatz Kontinentaleuropas.
Ziel: Kostengünstiger europäischer Zugang zum All
Für Europa geht es um viel: Raumfahrt-Start-ups wie Isar Aerospace oder die Rocket Factory Augsburg sollen Europa wieder einen unabhängigen und kostengünstigen Zugang zum Weltraum verschaffen. Aktuell sind die Starts mit der Ariane 6 Rakete wesentlich teurer, als mit dem SpaceX Fahrzeug Falcon 9.
Isar Aerospace hatte bereits 2022 Aufträge dafür vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bekommen. Für die ersten beiden Flüge wurden damals insgesamt elf Millionen Euro im Zuge des 2020 ins Leben gerufenen Mikrolauncher- und Nutzlastwettbewerbs des DLR an Isar Aerospace gezahlt. Das Raketen-Start-up hatte sich kürzlich in einer neuen Finanzierungsrunde zusätzliches Geld gesichert. Unter den Investoren ist demnach auch der Nato Innovation Fund, ein von 24 Nato-Staaten unterstützter Wagniskapital-Fonds.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 30. März 2025 | 14:00 Uhr
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