Moderne kontinentale Gesteine tragen chemische Signaturen aus den Anfängen der Geschichte unseres Planeten, was die derzeitigen Theorien zur Plattentektonik in Frage stellt
Moderne kontinentale Gesteine tragen chemische Signaturen aus den Anfängen der Geschichte unseres Planeten, was die derzeitigen Theorien zur Plattentektonik in Frage stellt Bildrechte: Morris McLennan, Macquarie University

Wissen-News Theorien zur Plattentektonik falsch? Neue Erkenntnisse zur ersten Erdkruste

03. April 2025, 07:27 Uhr

Bislang gingen die Theorien zur Entstehung der Erdoberfläche davon aus, dass die chemische Zusammensetzung durch das Überlagern von tektonischen Platten entstanden ist. Platten, die bis heute aktiv sind und dabei verheerende Erdbeben auslösen können, wie gerade in Myanmar, wo die die indische Kontinentalplatte und die eurasische Platte aufeinandertreffen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, wann die Erdkruste auseinanderbrach und was danach passierte.

Forschende aus Australien, Großbritannien und Frankreich haben mathematische Modelle zur Entstehung der Erde entwickelt – also zu der Zeit, als sich der Kern unseres Planeten bildete und ein Ozean aus geschmolzenem Gestein die Oberfläche der Erde bedeckte. Sie wollten die These überprüfen, dass sich die Zusammensetzung der Erdoberfläche nur durch Überlagerungen von tektonischen Platten bilden konnte, also erst lange nach Entstehung der ersten äußeren Schicht, der sogenannten Protokruste.

Eine Gruppe steinzeitlicher Menschen in einem steinigen Tal, im Hintergrund hohe Berge. 2 min
Bildrechte: Picturis/MDR Wissen

Fr 29.03.2024 17:44Uhr 01:42 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/menschheitsgeschichte-iranisches-hochplateau-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Langsamerer Stoffwechsel

Die Ergebnisse der Modelle weisen nun darauf hin, dass die Frühzeit der Erde neu gedacht werden muss. Anders als bisher angenommen, scheint sich die chemische Zusammensetzung der Protokruste kaum von der späteren Oberfläche zu unterscheiden. "Unsere Forschung zeigt, dass die chemischen Signaturen, die wir in kontinentaler Kruste sehen, in der frühesten Periode der Erde entstanden sind – unabhängig davon, wie sich die Oberfläche des Planeten verhielt", sagte Studienleiter Simon Turner von der Fakultät für Natur- und Ingenieurwissenschaften der australischen Macquarie University.

"Diese frühe Kruste wurde durch eine Kombination aus Meteoriteneinschlägen bis vor etwa 3,8 Milliarden Jahren, sich ablösenden Krustenstücken und beginnenden Plattenbewegungen neu geformt und reicher an Siliziumdioxid gemacht", so Turner weiter. Die erste Kruste brach demnach wahrscheinlich in Stücke, die in einigen Gebieten dicker wurden und die Anfänge der Kontinente bildete. Und bis heute Erdbeben wie aktuell in Myanmar auslösen.

"Diese Entdeckung verändert unser Verständnis der frühesten geologischen Prozesse auf der Erde völlig", so Simon Turner, "sie gibt uns auch eine neue Möglichkeit, darüber nachzudenken, wie sich Kontinente auf anderen Gesteinsplaneten im Universum bilden könnten."

Links/Studien

https://dx.doi.org/10.1038/s41586-025-08719-3

cd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 01. April 2025 | 16:15 Uhr

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