Montag, 24.03.2025: Tempus fugit - die Zeit verfliegt
Die kleinen Rädchen greifen perfekt ineinander. Zahn um Zahn bewegen sie sich im Kreis. Federn treiben sie an und halten alles in Bewegung. Kleinste Schrauben fixieren die Räder im Zentrum, halten die Einzelteile an ihrem jeweiligen Platz. Ihrem Namen alle Ehre macht die Unruh. Sie ist stets und ständig in Bewegung. Garant für das Funktionieren dieses mechanischen Meisterwerkes. Faszinierende Gebilde diese Uhrenwerke. In erster Linie Beweis für den menschlichen Erfindungsgeist, dem Streben nach Perfektion und der Kunstfertigkeit, die sich in alldem, was sich da dreht und bewegt.
Tiefsinniger steht die Unruh im Inneren, wie auch die kreisenden Zeiger auf dem Ziffernblatt unmissverständlich für: Tempus fugit - die Zeit verrinnt. Die Uhr an meinem Handgelenk mahnt auf ihre Weise. Auch wenn ihr Ticken kaum hörbar ist, erlebe ich mich häufig getrieben von der verrinnenden Zeit wie die Unruh im Werk. Das eine hier noch schnell erledigt, dass andere dort abgearbeitet. Ständig in Bewegung.
Vielleicht lässt sich dort noch ein wenig Zeit herausschinden. Sekunden, Minuten, Stunden, dem Alltag abgerungen, um sie anderweitig zu nutzen. Auch das anderweitige ist bereits geplant und steht wieder unter dem Eindruck verrinnender Zeit. Jede gewonnene Minute ist eigentlich schon wieder verplant. Es könnte etwas verloren, verpasst werden. Ein ewiges Gehetze. Ein Teufelskreis?
"Meine Zeit steht in deinen Händen." Heißt es im Psalm 31. Als ein Getriebener betet der Psalmist mit diesen Worten um Rettung aus dem Teufelskreis. Um eine Pause im sich drehenden Rad der Zeit.
Dieses Gebet wirkt für mich wie ein Stoppschalter. Es hilft mir, die Zeit als ein Geschenk zu begreifen und nicht als flüchtiger Sand, der mir durch die Finger rinnt und verloren geht.
Ich nehme diese Bitte gern auf, um aus dem Rad der Zeit mit gutem Gewissen auch mal auszusteigen. Die Armbanduhr meines Lebens tickt nicht an meinem Handgelenk, sondern am Arm Gottes.