Donnerstag, 27.03.2025: Es brennt...
Auf dem Tisch eine Schale. In deren Mitte wartet eine Kerze darauf entzündet zu werden. Dass sie schon so manches Mal gebrannt hat, sieht man ihr an. Hohe Ränder umschließen den Docht. An einer Stelle ist Wachs ausgetreten und am Fuße des Kerzenschafts zusammengelaufen.
Ich warte innerlich auf das Geräusch eines Streichholzes, das angerissen wird, um das Licht zu entzünden. Ein Ritual, das mich von Kindesbeinen an begleitet. Bei uns zuhause brannten oft Kerzen auf dem Tisch, wenn wir als Familie zusammenkamen. Flammende Lichter, die für gemeinsame Zeit stehen. Für den Auftakt eines Nachdenkens, gemeinsamen Überlegens, manchmal Streitens und Ringens um Lösungen. Versammelt um ein Kerzenlicht haben wir als Familie die kleinen und großen Dinge unseres Lebens besprochen. Nicht selten selbst gebrannt wie das Licht in der Mitte.
Brennende Lichter gehören für mich zu Familienzeiten, zu Besprechungen im beruflichen Leben genauso wie sie zu spirituellem Zusammensein wie Andachten und Gottesdiensten. Sinnbilder für Erhellendes für das Thema, für eigenes Handeln im Zusammensein und auf der Suche nach Lösungen. Sie spiegeln das eigene Brennen für die Sache und die Gemeinschaft.
Das Entzünden der Kerze entzündet eigenes Nachdenken. Das Streichholz ist für mich Gottes Wort in der Bibel, von dem ich Feuer und Flamme bin.
"Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete." (Lukas 24,32) so beschreiben es zwei Jünger Jesu, denen jegliche Hoffnung erloschen war. Die davonliefen, nachdem Jesus am Kreuz starb. Sein Lebenslicht gewaltsam gelöscht wurde. Auf Ihrem Weg dann ein zündendes Gespräch. Sie sind wieder Feuer und Flamme. Erst im Rückblick entdecken sie, dass es Jesus selbst war, der sie da neu entflammt hat.
Erfüllt von neuem Licht und brennend für die Sache suchen sie den Weg zurück in die Gemeinschaft und werden so selbst zu den symbolischen Streichhölzern, die die Botschaft verbreiten. Der Funke ist übergesprungen und kann selbst neue Lichter entzünden.