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Gebrauchtwagen Tachobetrug: Worauf man achten sollte
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26. Februar 2025, 05:00 Uhr
Beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollte man gut hinschauen, denn nach ADAC-Angaben ist bei jedem dritten Wagen der Tacho manipuliert. Das kann auch neuere Fahrzeugmodelle betreffen. Welche Auffälligkeiten deuten auf einen Betrugsversuch hin? Und wie kann man anderweitig überprüfen, ob der Kilometerstand stimmt?
Manipulation keine Seltenheit
Wer sich einen Gebrauchtwagen kaufen will, der achtet sicherlich auch auf den Tachostand. Jedoch ist da Vorsicht geboten, denn oft stimmt der Kilometerstand auf der Anzeige nicht. "Polizei und auch der ADAC gehen davon aus, dass an jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Tacho manipuliert wird", antwortet der ADAC auf MDR-Anfrage.
Dabei gebe es keine Aufstellung darüber, ob bestimmte Modelle häufiger manipuliert werden als andere. Allerdings seien die wenigsten Modelle davor geschützt. "Kaum kommen neue Fahrzeugmodelle auf den Markt, gibt es auch Angebote, um den Kilometerstand zu manipulieren", sagt der ADAC.
EU-Verordnung sollte für weniger Betrug sorgen Das EU-Parlament erließ 2017 eine Verordnung, nach der Neuwagen seit 2018 manipulationssicher sein müssen. "Eine ADAC Stichprobe bei drei Fahrzeugen bewies: Noch immer ließ sich bei vielen aktuellen Autos der Kilometerstand schnell und einfach manipulieren", weist der ADAC hin. Die Stichprobe fand im Jahr 2021 statt.
Auf Auffälligkeiten achten
Wann sollte man skeptisch werden und schauen, ob der Kilometerstand verändert wurde? Nach Angaben des ADAC gibt es dafür ein paar typische Anzeichen:
- ungewöhnlich niedriger Tachostand, der nicht zum Alter des Fahrzeugs passt,
- Unstimmigkeiten im Serviceheft oder bei Wartungsnachweisen, zum Beispiel unregelmäßige Einträge oder nicht zusammenpassende Kilometerstände,
- Abnutzung von Fahrzeuginnenraum, Pedalen oder Sitzen, die nicht mit dem angegebenem Kilometerstand passt,
- Kratzer, lockere Teile oder eine auffällige Beschädigung der Anzeige des Tachos,
- ungewohnte oder verdächtige Informationen bei der Fahrzeughistorie, zum Beispiel wenn kein Nachweis über vorangegangene Reperaturen oder den Fahrzeughalter vorliegt.
Kilometerstand von Experten prüfen lassen
Wenn der Verdacht auf Tachobetrug besteht, können in einer Werkstatt verschiedene Steuergeräte ausgelesen werden. Auf diesen wird der Kilometerstand ebenfalls gespeichert, berichtete das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus 2022.
Mögliche Speicherorte sind:
- ABS-Steuergerät
- zentrales Gateway
- Lichtmodul
- Airbag-Steuergerät
- Reifendruckkontrolle
- Batteriesteuergerät
- Navigationseinheit
- Kombiinstrument
- Partikelfilter
So lässt sich eine Manipulation feststellen. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass der Kilometerstand nicht auf allen Steuergeräten geändert wurde.
MDR (jvo)
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Einfach genial | 11. Februar 2025 | 19:50 Uhr