Feinstaub, Stickstoff- und Schwefeldioxid EU verschärft Standards bei Luftschadstoffen

21. Februar 2024, 19:25 Uhr

In der Europäischen Union sollen künftig verschärfte Standards bei Luftschadstoffen wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid gelten. Darauf haben sich die Unterhändler von Europaparlament und EU-Mitgliedstaaten geeinigt. Die teilweise um mehr als die Hälfte gesenkten Obergrenzen sollen ab 2030 gelten. EU-Parlament und EU-Rat müssen dem Gesetz noch zustimmen.

Die Unterhändler von Europaparlament und Mitgliedstaaten haben sich auf strengere Grenzwerte für verschiedene Luftschadstoffe geeinigt, darunter Feinstaub, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid. Für Feinstaub soll den Angaben zufolge die Obergrenze ab 2030 bei zehn Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Bislang sind es 25 Mikrogramm. Der Grenzwert für Stickstoffdioxid wird von bislang 40 Mikrogramm auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter halbiert. Die Standards sollen mindestens alle fünf Jahre neu geprüft werden.

Standards bleiben hinter WHO-Empfehlungen

Wie der Verhandlungsführer im Europaparlament, der Sozialdemokrat Javi López aus Spanien mitteilte, bedeutet die Einigung eine Abkehr von veralteten Standards, die teilweise 15 bis 20 Jahre alt sind. Die neuen Standards bleiben dennoch hinter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2021 zurück. Ursprünglich hatte das Parlament eine strikte und verbindliche Anpassung an diese Empfehlungen bis zum Jahr 2035 gefordert.

Die Mitgliedstaaten hingegen unterstützten lediglich die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Werte bis 2030, die weit weniger drastisch sind. Die Mitgliedstaaten können die Einführung der neuen Grenzwerte zudem um fünf Jahre verschieben, wenn bereits absehbar ist, dass ihre Städte das Ziel für 2030 nicht erreichen. Unter bestimmten Bedingungen ist eine weitere Verschiebung auf 2040 möglich, etwa wenn die Grenzwerte nur durch das Austauschen von Ölheizungen in Haushalten eingehalten werden können.

Rauchender Auspuff 3 min
Bildrechte: IMAGO / McPHOTO

Kritik von Industrie und Umweltorganisation

Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnte dennoch vor "unzumutbaren Eingriffen". Die Grenzwerte bis 2030 einzuhalten sei "völlig unrealistisch", sagte BDI-Vize Holger Lösch. Der Deutschen Umwelthilfe geht das Gesetz hingegen nicht weit genug. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch bezeichnete die Grenzwerte ab 2020 als zu lax mit zu vielen Ausnahmen.

Dem nun verabschiedeten Gesetz müssen das Europaparlament und der Rat der EU-Länder noch final zustimmen. Die Umsetzung der neuen Vorschriften liegt dann bei den Regierungen in den Mitgliedstaaten.

AFP (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Februar 2024 | 17:45 Uhr

Mehr aus Politik

Nachrichten

Viktor Orbán und Benjamin Netanjahu 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 03.04.2025 | 18:14 Uhr

Israels Ministerpräsident Netanjahu ist nach Ungarn gereist. Es ist Netanjahus erste Reise nach Europa, nachdem der Internationale Strafgerichtshof im November Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte.

MDR FERNSEHEN Do 03.04.2025 16:05Uhr 00:30 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-netanjahu-orban-ungarn-israel-strafgerichtshof-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nachrichten

US-Senator Cory Booker bei seiner Rede im Senat 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 02.04.2025 | 12:16 Uhr

Mehr als 25 Stunden am Stück: So lange dauerte die Rede von US-Senator Cory Booker im Kongress. Vom Montagabend amerikanischer Ortszeit bis zum Dienstagabend sprach er, im Stehen und ohne auf Toilette zu gehen.

MDR FERNSEHEN Mi 02.04.2025 09:58Uhr 00:41 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-us-kongres-dauerrede-rede-filibuster-stunden100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nachrichten

Ein chinesisches Militärschiff auf See 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 01.04.2025 | 15:42 Uhr

China hat eine weitere großangelegte Militärübung vor der Insel Taiwan begonnen. Es gehe China um den Schutz der nationalen Einheit, Taiwans Unabhängigkeit sei "zum Scheitern verurteilt", hieß es.

MDR FERNSEHEN Di 01.04.2025 13:27Uhr 00:31 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-china-taiwan-militaeruebung-konflikt100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Leere Bahnstrecke 1 min
Generalstreik in Belgien Bildrechte: MDR
1 min 31.03.2025 | 15:44 Uhr

Belgien befindet sich im Stillstand. Die Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen. Der Protest steht im Zusammenhang mit dem Regierungsplan zur Änderung des Rentensystems.

MDR FERNSEHEN Mo 31.03.2025 13:26Uhr 00:38 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-streik-belgien-renten-bahn-flughaefen100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus der Welt

Nachrichten

Hilfskräfte in Myanmar 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nachrichten

Donald Trump ziegt ein gerade unterschriebenes Gesetz 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 03.04.2025 | 12:50 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat ein weiteres Zollpaket erlassen. Es sieht auf die meisten Importe in die USA pauschal Abgaben in Höhe von mindestens zehn Prozent vo, für EU-Länder noch mehr.

MDR FERNSEHEN Do 03.04.2025 10:38Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/wirtschaft/video-usa-zoelle-trump-eu100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video