
Ukraine-News Estland will Ungarn das EU-Stimmrecht entziehen
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05. April 2025, 22:31 Uhr
- Estland will Ungarn das EU-Stimmrecht entziehen
- Französische und britische Generalstabschefs sprechen in Kiew über "Friedenstruppen"
- Zahl der Toten nach russischem Angriff auf Krywyj Rih steigt auf 18
- Nachrichten und Podcasts zum Ukraine-Krieg
22:30 Uhr | Russische Drohnenschwärme über der Ukraine
Das russische Militär hat die Ukraine am Abend mit neuen Drohnenschwärmen überzogen. Medienberichten zufolge wurden über verschiedenen Landesteilen größere Gruppen von Drohnen gesichtet, die von der Flugabwehr unter Beschuss genommen wurden. Die Ziele der Kampfdrohnen waren zunächst nicht erkennbar. Aus der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine wurden erste Einschläge von Kampfdrohnen gemeldet. Dabei seien zwei Wohnhäuser in Brand gesetzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Vitali Kim auf Telegram mit. Über eventuelle Opfer der Angriffe lagen vorerst keine Angaben vor. (Quelle: dpa)
22:20 Uhr | Estland will Ungarn das EU-Stimmrecht entziehen
Der Außenminister von Estland, Margus Tsahkna, hat vorgeschlagen, Ungarn bei wichtigen Entscheidungen zur EU-Außen- und Sicherheitspolitik befristet das Stimmrecht zu entziehen. Dazu biete Artikel 7 des Vertrags über die Europäische Union die Möglichkeit, wenn die Sicherheit Europas und die der anderen Mitglieder gefährdet sei. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" warf Tsahkna dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán vor, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände zu spielen.
Der estnische Außenminister rief auch dazu auf, die in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte in Höhe von 240 Milliarden Euro einzuziehen. Alle sechs Monate müsse über die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland entschieden werden. Und jedes Mal sei die Zustimmung Ungarns dafür nötig. "Sollten sie das im Juni blockieren, laufen nicht nur die Sanktionen aus, dann müssten wir Putin die 240 Milliarden Euro aushändigen." Um gegenüber der europäischen Bevölkerung nicht in Erklärungsnot zu geraten, sollten diese Vermögenswerte beschlagnahmt werden, forderte Tsahkna. (Quelle: dpa)
17:55 Uhr | Französische und britische Generalstabschefs sprechen in Kiew über "Friedenstruppen"
Die Generalstabschefs Frankreichs und Großbritanniens haben bei einem Besuch in Kiew die weitere Unterstützung für die Ukraine erörtert. Wie der französische Generalstabschef Thierry Burkhard auf der Plattform X mitteilte, wurden dabei sowohl die weitere militärische Hilfe als auch eine Langzeitstrategie für den Umbau der ukrainischen Streitkräfte besprochen.

Beim Treffen Burkhards und des britischen Generalstabschefs Tony Radakin mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, Armeechef Olexander Syrskyj und Verteidigungsminister Rustem Umjerow wurde auch die Entsendung von "Friedenstruppen" für den Fall eines Waffenstillstands besprochen. Selenskyj bestätigte, es sei auch um Truppenpräsenz am Boden, in der Luft und auf See gegangen. Sowohl London als auch Paris sind dazu bereit, suchen jedoch noch weitere Partner für eine internationale Koalition. (Quelle: dpa)
17:09 Uhr | SBU meldet Angriff auf russische Sprengstofffabrik
Die Ukraine hat Geheimdienstkreisen zufolge in der Nacht eine Anlage zur Herstellung von Sprengstoff in der russischen Oblast Samara mit Drohnen angegriffen. Dabei habe zu mehreren Explosionen und Bränden geführt, sagte ein Insider aus dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU. Der SBU greife weiterhin russische Unternehmen an, die Teil der militärischen Industrie seien und Waffen für den Krieg gegen die Ukraine produzierten, sagte der Insider. "Solche Anlagen sind absolut legitime militärische Ziele." (Quelle Reuters)
17:05 Uhr | Selenskyj kritisiert "schwache Reaktion" der US-Botschaft auf russischen Angriff
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Reaktion der Kiewer US-Botschaft auf den jüngsten russischen Raketenangriff in Krywyj Rih als "schwach" verurteilt. "So ein starkes Land, so starke Menschen - und so eine schwache Reaktion", schrieb Selenskyj in Onlinemedien. Er kritisierte US-Botschafterin Bridget Brink insbesondere dafür, dass sie Russland nicht explizit als Verursacher des Angriffs mit 18 Toten genannt habe. "Sie haben sogar Angst davor, das Wort 'russisch' zu benutzen, wenn sie über die Rakete sprechen, die die Kinder getötet hat", schimpfte Selensky. (Quelle: AFP)
12:45 Uhr | Moskau: Ukraine greift 14 Energieanlagen an
Russland hat der Ukraine vorgeworfen, 14 Angriffe auf Energieanlagen binnen eines Tages verübt zu haben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau berichtet, kam es durch die Angriffe am Freitag zu Schäden in den Regionen Brjansk, Belgorod, Smolensk, Lipezk und Woronesch. Eine von den USA vermittelte Übereinkunft sieht einen vorübergehenden Stopp von Angriffen auf Energieanlagen im Ukraine-Krieg vor. Demnach hatte die Armee in der Nacht 49 ukrainische Drohnen abgewehrt. Beide Seiten haben sich wiederholt gegenseitig vorgeworfen, die Vereinbarung zu brechen. (Quelle: Reuters)
11:00 Uhr | Ukraine greift offenbar Glasfaser-Fabrik in Mordwinien an
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der westrussischen Republik Mordwinien ist nach Angaben der dortigen Behörden eine Industrieanlage getroffen worden. Es habe keine Opfer gegeben, Einsatzkräfte seien vor Ort, erklärt Republikoberhaupt Artjom Sdunow auf Telegram. Sdunow macht keine Angaben zur Art der Anlage. Auf dem Telegram-Kanal Basa, der den russischen Sicherheitsbehörden nahesteht, heißt es, das Ziel sei eine Glasfaser-Fabrik in Saransk gewesen. Die Stadt liegt rund 820 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Eine offizielle Stellungnahme von ukrainischer Seite gibt es bislang nicht. (Quelle: Reuters)
09:45 Uhr | Ukraine wehrt 51 russische Drohnen ab
Die Ukraine hat in der Nacht einen russischen Drohnenangriff teilweise abwehren können. Wie das Militär mitteilte, konnten nach Angaben aus Kiew 51 von 92 Drohnen des Typs Shahed im Norden, Süden und Osten des Landes abgeschossen werden. Einschläge der Drohnen habe es in den Regionen, Sumy, Dnipropetrowsk, Kyjiw und Schytomyr gegeben. 31 Drohnen hätten nicht mehr geortet werden können. Damit bezeichnet die Armee jene Geschosse, die mithilfe elektronischer Kriegsführung umgelenkt oder gestört werden. (Quelle: Reuters, Ukrinform)
Update 07:18 Uhr | Zahl der Toten nach Angriff auf Krywyj Rih steigt
Nach dem russischen Raketenangriff auf die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Zahl der Toten gestiegen. Nach ukrainischen Angaben sind in Krywyj Rih 18 Menschen getötet worden. Darunter seien neun Kinder, erklärte der örtliche Gouverneur am Freitag. 61 Menschen seien bei dem Angriff auf Krywyj Rih verletzt worden, darunter zwölf Kinder.
Bei einem separaten Drohnenangriff auf Krywyj Rih wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein weiterer Mensch getötet. Drei Menschen seien zudem verletzt worden. Die Stadt im Zentrum der Ukraine wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine regelmäßig von der russischen Armee beschossen. Krywyj Rih liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner. (Quelle: AFP)
05:27 Uhr | Drohnenangriff auf russische Stadt Tschapajewsk
In der Nacht zu Samstag hat ein ukrainischer Drohnenangriff offenbar einen Industriebetrieb in der russischen Stadt Tschapajewsk getroffen. Das teilte der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, mit. Es sei zu Bränden gekommen, Verletzte habe es aber nicht gegeben. In der Stadt befindet sich eine Sprengstofffabrik. Ob diese direkt getroffen wurde, blieb zunächst unklar. Russische Behörden äußerten sich nicht zu möglichen Schäden an der Anlage. (Quelle: dpa)
04:12 Uhr | Kiew wirft Russland Krieg gegen Zivilisten vor
Nach dem schweren Raketenangriff auf Krywyj Rih mit mindestens 16 Toten hat die ukrainische Führung Russland gezielte Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner abendlichen Videoansprache, allein in den letzten 24 Stunden habe Russland Krywyj Rih, Charkiw und ein Kraftwerk in Cherson angegriffen – trotz Vereinbarungen zum Schutz von Energieanlagen. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen, Drohnen, Bomben oder Artillerie", so Selenskyj. (Quelle: dpa)
02:37 Uhr | Mindestens 16 Tote bei russischem Raketenangriff auf Krywyj Rih
Bei einem russischen Raketenangriff auf die südostukrainische Stadt Krywyj Rih sind nach offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen getötet worden – darunter sechs Kinder. Über 60 weitere Personen wurden verletzt, teilte die Militärverwaltung mit. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj traf der Angriff eine belebte Straße mit Wohnhäusern. Es handle sich um einen gezielten Schlag gegen zivile Infrastruktur. Er forderte mehr internationalen Druck auf Russland.
Russland bestätigte den Angriff, sprach jedoch von einem "Hochpräzisionsschlag" gegen ein Treffen ukrainischer Kommandeure mit westlichen Instrukteuren. Von zivilen Opfern war in Moskaus Darstellung nicht die Rede. Ukrainische Behörden wiesen dies zurück. (Quellen: dpa, Reuters)
01:05 Uhr | Sensburg fordert eine Million Reservisten
Der Präsident des Reservistenverbands, Patrick Sensburg, hat vor einer dramatischen Unterbesetzung der Bundeswehr gewarnt. Im Gespräch mit "t-online" forderte er rund eine Million Reservisten, um Deutschland im Ernstfall verteidigen zu können. Aktuell reiche das Personal bei Weitem nicht aus. Sensburg verwies auf Nato-Schätzungen, wonach bei einem Krieg an der Ostflanke täglich bis zu 5.000 Soldaten fallen könnten. Ohne Reservisten sei die Front nicht zu halten. Deutliche Kritik äußerte er am Wehrdienst-Modell von Verteidigungsminister Pistorius. Die geplanten 5.000 Freiwilligen im ersten Jahr seien "illusorisch". Ohne Wehrpflicht sei ein Scheitern absehbar, so Sensburg.
Hintergrund ist die Sorge, Russland könnte nach dem Krieg gegen die Ukraine auch Nato-Staaten angreifen. Europas Staaten rüsten deshalb verstärkt auf. (Quelle: AFP)
00:00 Uhr | Ukraine-News von Samstag, 5. April 2025
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. All das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 05. April 2025 | 06:00 Uhr