Ein erwachsener männlicher Grauwolf (Canis lupus lupus) steht auf einer abschüssigen Wiese auf einem Hügel und beobachtet die Umgebung. Im Hintergrund ist ein Wald zu sehen.
Im Thüringer Landtag haben am Freitag die Abgeordneten über den Umgang mit Wölfen gesprochen. Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | photoholic

Debatte Jagen oder nicht? Thüringer Landtag streitet über den Wolf

04. April 2025, 19:06 Uhr

Im Thüringer Landtag haben am Freitag die Abgeordneten über den Umgang mit Wölfen gesprochen. Vertreter von BSW, CDU und SPD fordern etwa, sich für den einfacheren Abschuss einzusetzen.

Der Thüringer Landtag hat eine kontroverse Debatte über den Wolf geführt. Grund war der Antrag der Regierungsfraktionen an die Landesregierung, sich auf europäischer und auf Bundesebene dafür einzusetzen, den Schutzstatus des Wolfs herabzustufen.

Anschließend solle das Thüringer Jagdrecht so angepasst werden, dass Wölfe unkompliziert und rechtssicher abgeschossen werden dürften.

Wölfe immer wieder in Thüringen gesichtet

Stephan Tiesler von der CDU-Fraktion sagte, der Wolf werde in Thüringen immer mehr zum Problem. Im zunehmenden Maße würden Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde gerissen. Im Ilm-Kreis seien schon Wölfe tagsüber durch Orte gelaufen. "Das zeige, dass wir hier was tun müssen", sagte Tiesler.

Auch am Donnerstag war in der Gemeinde Wünschendorf im Landkreis Greiz ist am Donnerstag ein Wolf gesichtet worden. Anwohner konnten Fotos des Tieres machen. Bürgermeister Marco Geelhaar sagte MDR THÜRINGEN, er habe sich deshalb mit Jägern der Region besprochen. Sie gingen davon aus, dass das Tier nur auf dem Durchzug ist.

Anträge von AfD und Linke abgelehnt

AfD und Linke legten Alternativanträge vor. Die AfD forderte, die schon jetzt bestehenden rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen und den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen. Kerstin Düben-Schaumann von der AfD sagte, es sei ein Märchen, dass Wölfe Menschen meiden würden. "Wenn der Mensch sich nicht verteidigt, wird der Wolf übergriffig", so Düben-Schaumann. Ähnlich äußerte sich ihre Fraktionskollegin Nadine Hoffmann. In Thüringen werde ein günstiger Wolfsbestand geleugnet. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es einen Angriff auf einen Menschen gibt", so Hoffmann.

Die Linke forderte dagegen in ihrem Änderungsantrag, auf die Ko-Existenz mit dem Wolf sowie auf Schutzzäune und Herdenschutzhunde zu setzen.

Umweltminister plädiert für Geduld

Die Änderungsanträge von AfD und Linke wurden vom Landtag abgelehnt. Angenommen wurde nur der Antrag von CDU, BSW und SPD. Umweltminister Tilo Kummer vom BSW sagte mit Blick auf die Wolfs-Risse der letzten Monate, das einschlägige Recht müsse dringend geändert werden. Kummer warnte aber davor, jetzt schon das Thüringer Landesjagdrecht anzupassen. Damit wäre ein sehr großer Aufwand verbunden.

Zuvor müsse entsprechend dem EU-Recht festgestellt werden, dass der Wolf in Deutschland nicht mehr gefährdet sei, sondern sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinde.

Deutliche Kritik vom Nabu

Naturschützer kritisieren die Pläne, die bislang strengstens geschützten Wölfe bundesweit in das Jagdrecht aufzunehmen. Wie der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Thüringen (Nabu), Martin Schmidt, am Dienstag sagte, sei der Antrag an den Thüringer Landtag sei eine "plumpe Panikmache" Der Nabu Thüringen kritisiert, dass die Bevölkerung durch parlamentarische Initiativen dieser Art verunsichert werde. Wölfe seien für angeblich massenhafte Schäden von Viehzüchtern nicht verantwortlich zu machen.

So rissen die Raubtiere 2023 laut Nabu in Thüringen gerade einmal 47 Weidetiere. Allein bei der Schafhaltung im Freistaat seien in diesem Zeitraum 4.771 Tiere ohne besondere Vorfälle zu Tode gekommen. Mit ihrem Antrag suggerieren die Koalitionsfraktionen aus Nabu-Sicht, dass die Sicherheit der Menschen durch den Wolf bedroht ist. Das sei nicht der Fall.

MDR (whe/dst)/epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. April 2025 | 19:00 Uhr

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