
Altenburger Land Dorfschule Ponitz muss schließen
Hauptinhalt
03. April 2025, 11:21 Uhr
Der Kreistag des Altenburger Landes hat entschieden, dass die Dorfschule in Ponitz geschlossen wird. Die Schüler werden an einer anderen Schule unterrichtet. Von der Entscheidung betroffen sind auch weitere Schulen, unter anderem in Meuselwitz. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es Pläne, gleich drei Grundschulen zu schließen.
Die Dorfschule in Ponitz wird endgültig geschlossen. Das hat der Kreistag des Altenburger Landes am Mittwochabend entschieden. Er stimmte mehrheitlich für den Schulnetzplan, der die Bildungslandschaft im Landkreis bis 2030 strukturiert.
Protest von Eltern, Schulverein und Gemeinde
Demnach werden Schüler aus Ponitz dauerhaft im benachbarten Gößnitz unterrichtet statt in der heimischen Grundschule. Nach Gößnitz gehen die Schüler bereits seit Jahresbeginn zum Unterricht. Eltern, Schulförderverein und Gemeinde hatten sich gegen das Vorhaben gewehrt. Auch zur Kreistagssitzung waren sie zahlreich angereist und waren am Ende stark enttäuscht, wie einige im Gespräch mit MDR THÜRINGEN sagten. Doch der Kreistag argumentiert mit fehlenden Lehrern und zu hohen Investitionen in Arbeits- und Brandschutz.
Kooperationsmodell Meuselwitz-Lucka wird beendet
Die Kreistagsentscheidung betrifft auch andere Schulen. So wird das Kooperationsmodell zwischen der Regelschule Meuselwitz und ihrer Filialschule in Lucka beendet. Künftig werden alle Schüler dauerhaft in Meuselwitz unterrichtet. Ein größerer Schulstandort wird hingegen Nöbdenitz. Dort plant der Kreistag einen Schulneubau. Im künftigen Campus werden dann auch Grundschüler aus Großstechau und Thonhausen lernen.
Der Schulnetzplan gilt für allgemeinbildende Schulen in Trägerschaft des Landkreises. An ihm hatten neben der Verwaltung auch Schulleitungen, Eltern und Schülervertretungen mitgearbeitet.
SPD: Schülerzahlen sollen um 21 Prozent im Altenburger Land sinken
Es sei eine schwerwiegende Entscheidung, die aber getroffen werden musste, sagte Sven Schrade aus der SPD-Kreistagsfraktion. So würden die Schülerzahlen in den Grundschulen in den nächsten fünf Jahren um etwa 21 Prozent zurückgehen.
Susann Seifert von den Linken sagte, sie könne den Wunsch der Eltern in Ponitz verstehen, aber mit den vorhandenen Finanzen müsse man Schulen mit Perspektiven fördern. Auch Klaus-Peter Liefländer von "Die Regionalen" äußerte sich ähnlich. In Zeiten sinkender Schülerzahlen könne man nur dann gute Bildung sichern, wenn man sich auf weniger Standorte konzentriere. Die AfD lehnte den Schulnetzplan ab. Ihrer Meinung nach gehört Bildung in jedes Dorf.
Auch im Unstrut-Hainich-Kreis sollen drei Grundschulen wohl ab dem nächsten Jahr geschlossen werden. Im Landkreis Hildburghausen soll dagegen trotz sinkender Schülerzahlen vorerst keine Schule geschlossen werden.
MDR (KW/ams)
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten Ostthüringen | 03. April 2025 | 10:00 Uhr