Reaktionen Sorge in Penig: Schließt das Papierwerk schon im Sommer?

20. Februar 2025, 16:53 Uhr

Die Papierfarbrik Penig könnte früher schließen als gedacht: Die Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) und der Betriebsrat sprechen von Gerüchten, wonach das Werk schon Ende Juli schließen soll. Die 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien verunsichert. Unter Zeitdruck sei es zudem schwieriger, einen fairen Sozialtarifvertrag auszuhandeln.

Das Ortsschild von Penig (Kreis Mittelsachsen)
Seit 1531 wird in Penig Papier hergestellt. Die älteste deutsche Papierfabrik soll in diesem Jahr schließen. Die Belegschaft ist verunsichert. (Symbolfoto) Bildrechte: picture alliance / ZB | Jan Woitas

Vorige Woche hatte das Unternehmen Schoeller aus Osnabrück angekündigt, dass Ende des Jahres in Penig Schluss sein solle. Die Papierfabrik gilt als älteste produzierende Papierfabrik Deutschlands. Seit 1991 gehört sie zur Schoeller-Gruppe. Bisher wird dort Dekorpapier für Möbel und Innenausstattungen hergestellt. Fachkräfte und Azubis könnten an andere Standorte nach Baden-Württemberg wechseln, hatte der Unternehmenschef Hans Christoph Gallenkamp angekündigt und von "sozialverträglichen Lösungen" gesprochen.

Deutliche Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat

Das sieht die IGBCE anders. "Es reicht nicht, den betroffenen Mitarbeitern alternative Arbeitsplätze an anderen Standorten - etwa im Schwarzwald oder im Allgäu - anzubieten", sagte der Vize-Landesbezirksleiter Nordost, Boris Loew. Er kritisiert das Agieren der Felix Schoeller Holding. "Denn die Gewinnzahlen des durchaus profitablen Unternehmens wären eine Grundlage für stichhaltige Konzepte gegen diesen Kahlschlag gewesen. Der Standort hätte erhalten werden können."

Der Betriebsratsvorsitzende im Werk Penig, Olaf Horn, nennt die Entscheidung des Arbeitgebers "Willkür". Penig sei ein profitabler und geschichtsträchtiger Standort. Für ihn sei die Schließung des Standorts ein "Bauernopfer für das Missmanagement der letzten Jahre der Banken".

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Auch in der Produktionsstätte in Weißenborn im Kreis Mittelsachsen mit rund 700 Beschäftigten herrscht Unruhe: Das Unternehmen will seine Produkte-Strategie neu ausrichten. Rund 150 Stellen sollen in Weißenborn gestrichen werden.

MDR (kk/jhe)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 20. Februar 2025 | 14:30 Uhr

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