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Tarifkonflikt Streik der GEW: Kitabetrieb in Chemnitz stark eingeschränkt
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27. Februar 2025, 14:51 Uhr
Die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst kommen nicht voran. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden hatten auch in Chemnitz bereits die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des städtischen Entsorgungsbetriebes die Arbeit niedergelegt. Seit Donnerstagmorgen werden die Kitas in Chemnitz ebenfalls bestreikt.
In Chemnitz ist die Betreuung in kommunalen Kindertagesstätten in Chemnitz am Donnerstag eingeschränkt gewesen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen hatte zu Warnstreiks an den kommunalen Kitas und Horten der Stadt aufgerufen. Die Gewerkschaft will damit nach eigenen Angaben Bewegung in die bisher ergebnislos verlaufenden Tarifverhandlungen bringen. Die zweite Runde am 18. Februar sei ohne Annäherung und ohne Angebot der Arbeitgeberseite zu Ende gegangen.
Einrichtungen sollen Eltern informieren
Die Stadt Chemnitz hatte bereits am Dienstag angekündigt, als Träger keine Kitas explizit zu schließen oder Notbetreuungen einzurichten. Sollten Beschäftigte aus kommunalen Kindertageseinrichtungen an dem Warnstreik teilnehmen und dies zu Einschränkungen in der Betreuung der Kinder führen, wurden die Eltern durch die jeweilige Einrichtung informiert, hieß es.
Dritte Verhandlungsrunde im März
Die dritte Verhandlungsrunde findet vom 14. bis zum 16. März in Potsdam statt. Der Vorsitzende der GEW Sachsen, Burkhard Naumann, kritisierte vor den Warnstreiks das Verhalten der kommunalen Arbeitgeber: "In der aktuellen Tarifrunde sind bereits zwei Verhandlungsrunden verstrichen, ohne dass die Arbeitgeber auf die Forderungen der Gewerkschaften eingegangen sind oder ein Angebot vorgelegt haben."
Das zeuge weder von Wertschätzung noch von Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und allen anderen Beteiligten. "Deshalb erhöhen wir jetzt mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber."
Die Forderungen der GEW
Die GEW verlangt eine acht Prozent Gehaltssteigerung, mindestens jedoch 350 Euro. Außerdem sollen höhere Zuschläge für Überstunden und besondere Arbeitszeiten gezahlt und drei zusätzliche freie Tage pro Jahr gewährt werden. Auch die Einführung von Zeitkonten für die Beschäftigten steht im Forderungskatalog.
MDR (tfr/ben)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 27. Februar 2025 | 07:30 Uhr