Grabungsfläche der Untersuchungen im Kloster Memleben 2024. Im Hintergrund die Ruine der Klosterkirche des 13. Jahrhunderts. 1 min
Diese Fläche untersuchen Archälogen im Kloster Memleben: In dieser Mittelalter-Kirche in Sachsen-Anhalt könnte Heinrich I. gestorben sein. Mehr dazu im Audio. Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Holger Grönwald
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MDR SACHSEN-ANHALT Do 15.08.2024 15:35Uhr 00:46 min

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Burgenlandkreis Kloster Memleben: Archäologen entdecken Sterbe-Kirche der ersten deutschen Könige

18. August 2024, 10:37 Uhr

Das Kloster Memleben in Sachsen-Anhalt ist eng mit der Geschichte früherer deutscher Herrscher verbunden. Jahrelange Grabungen bringen immer wieder neue Details zur Baugeschichte des Ortes im Burgenlandkreis ans Licht. Jetzt haben Archäologen eine Kirche entdeckt, die die Sterbe-Kirche von Heinrich I. sein soll, dem ersten deutschen König.

Im Süden von Sachsen-Anhalt haben Archäologen auf dem historischen Kloster-Areal in Memleben (Burgenlandkreis) die Kirche entdeckt, in der der erste deutsche König, Heinrich I., gestorben sein soll. Es handele sich zweifelsfrei um die Marienkirche aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts, sagte Grabungsleiter Holger Grönwald. "Schriftliche Quellen belegen, dass Heinrich in seinen letzten Stunden in der Kirche lag und seinen Sohn, den späteren Kaiser Otto der Große (912 bis 973), als Nachfolger bestimmte."

Schriftliche Quellen belegen, dass Heinrich in seinen letzten Stunden in der Kirche lag [...].

Holger Grönwald Grabungsleiter

Als Heinrich (um 875 bis 936) tot war, sei er in der 9,20 Meter breiten und fast 15 Meter langen Kirche aufgebettet worden. Auch Kaiser Otto soll dem Vernehmen nach später in dieser Kirche gestorben und aufgebahrt worden sein.

Von der Mittelalter-Kirche sind nur noch Ruinen erhalten

Im Inneren der Kirche fand sich eine Steinplatte als Rest des Unterbaus für einen Altar. Dass es sich um einen Sakralbau handelt, belegt auch ein Grab im Inneren des Gebäudes. Die schlichte, bereits in Stein-Bauweise ausgeführte Pfalzkirche wurde zugunsten einer monumentalen Kirche nahezu vollständig abgetragen.

Verantwortlich dafür war Kaiser Otto II. (955-983), der um das Jahr 979 ein Benediktinerkloster errichten ließ, das bis zur Reformation bestand. Heute sind nur noch Ruinen des einstigen Baus erhalten, unter anderem von der riesigen Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Standspur eines östlichen Begrenzungswand des Baukörpers aus dem 10. Jahrhundert mit anbindenden Estrichresten.
Auf das Fundament der Kirche aus dem 10. Jahrhundert wurde später eine neue Kirche gebaut. Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Holger Grönwald

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie: Kirche hatte Rang von Bauten in Köln und Trier

Laut dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt konnten in den vergangenen Jahren wesentliche offene Fragen zur Bau- und Nutzungs-Geschichte des gewaltigen, mit der Klostergründung einhergehenden Kirchenbaus aus dem zehnten Jahrhundert geklärt werden. Dieser sei 82 Meter lang und 39,5 Meter breit gewesen. Es habe sich um eine dreischiffige Basilika gehandelt, die etwa dem Rang erzbischöflicher Bauten in Köln oder Trier entsprochen habe, hieß es.

Eine kleine Gruppe Menschen steht 2022 auf den ausgegrabenen Mauerresten einer großen Kirche in der Sonne. 32 min
Bildrechte: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Studierende aus Halle und Freiburg unterstützen Grabungen in Sachsen-Anhalt

Seit 2017 gibt es auf der ehemaligen Kaiserpfalz Memleben archäologische Lehr- und Forschungs-Grabungen. An der diesjährigen Grabung beteiligten sich Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) sowie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Unterstützt wurden sie von der Stiftung Kloster und Kaiserpfalz Memleben und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Im Innenraum der Marienkirche des 10. Jahrhundert. Die Grabungsfläche des LDA Sachsen-Anhalt im Kloster Memleben 2024.
Im Innenraum der Marienkirche des 10. Jahrhunderts soll neben Heinrich I. auch Otto I. gestorben sein. Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Holger Grönwald

dpa, epd, MDR (Oliver Leiste) | Erstmals veröffentlicht am 15.08.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. August 2024 | 15:30 Uhr

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