Technologie Erfindungen aus Mitteldeutschland auf der Hannover Messe

Studenten stehen und sitzen im Kreis um technische Geräte mit einem Bildschirm.
Je mehr Geräte und Maschinen über Funknetzwerke verbunden sind, desto größer sind auch die Anforderung an die Steuerung dieser Netzwerke. An der TU Ilmenau erproben Forscher jetzt einen neuen Ansatz für eine solche Steuerung. So sollen Betreiber eines Netzwerkes ihre Anforderungen künftig in Form von natürlicher Sprache an das Steuerungsprogramm richten können, dass dann die Absichten interpretiert und die Konfiguration entsprechend anpasst. Ein neuer offener Standard erlaubt zudem, dass die Betreiber Technik von verschiedenen Herstellern nutzen und integrieren können, ohne dass das Netz zu kompliziert wird. Bildrechte: TU Ilmenau
Ein weiß lakierter Traktor, der auf dem Dach der Fahrerkabine eine große Kamera montiert hat.
Die Innovation bei diesem Traktor ist die unscheinbare Konsole auf dem Dach der Fahrerkabine: Environment-Perception-Kit heißt das Bauteil, das Forschende vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Ilmenau entwickelt haben. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Art Fernsteuerung: Enthalten sind neben der Schnittstelle zum Antrieb und den Bremsen des Traktors auch Sensoren, Navigation, Funksteuerung und eine eigene Stromversorgung. Mit dem Environment-Perception-Kit verwandelt sich eine handelsübliche Landmaschine in eine Drohne, die aus der Ferne gesteuert werden kann. Bildrechte: Fraunhofer IOSB-AST
Eine Frau mit roten Haaren und einem weißen Kittel steckt kleine Schläuche in Salatköpfe in einer Art Gewächshaus.
Gülle, Klärschlamm und Kompost enthalten viele wertvolle Nährstoffe für Pflanzen. Werden sie aber ohne vorherige Verarbeitung auf den Acker gekippt, überdüngen sie den Boden häufig und reichern außerdem Stoffe wie Nitrat und andere ungewünschte Substanzen in der Erde und damit auch im Grundwasser an. Hier setzt das Forschungscluster Abonocare vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologie und Systeme (IKTS) in Dresden an. Mit einer Reihe von Verfahren veredeln die Forscher die organischen Reststoffe zu Dünger, Spezialerden und anderen nutzbaren Substanzen. Allein aus den in deutschen Kläranlagen anfallenden 1,71 Millionen Tonnen Klärschlamm ließe sich so bis zu 50 Prozent des jährlich in Deutschland benötigten Pflanzennährstoffs Phosphor gewinnen, argumentieren die Wissenschaftler. Bildrechte: Fraunhofer IKTS
Eine Frau steht vor einer Wand mit grünen Röhren und hat ein Glasgefäß in der Hand, an dessen Boden sich eine dunkle Flüssigkeit befindet.
Kraftstoffe aus Algen: An der Hochschule Anhalt in Köthen forschen Carola Griehl und Christian Kleinert bereits seit vielen Jahren an Pflanzeneinzellern. Besonders interessieren sie sich dabei für die Mikroalge Botryococcus braunii. Einige Arten dieser Alge produzieren langkettige Kohlenwasserstoffe, also erdölähnliche Produkte, und sie scheiden diese während ihres Stoffwechsels konstant aus. So können die Algen einfach gemolken werden. Aus den Kohlenwasserstoffen wiederum können Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel raffiniert werden. Diese Kraftstoffe wären zwar wesentlich teurer als die herkömmlichen Varianten, die aus fossilem Rohöl hergestellt werden. Im Unterschied dazu ist das Algenöl allerdings klimaneutral, da es bei der Produktion genau so viel CO2 bindet, wie bei seiner Verbrennung freigesetzt wird. Bildrechte: Hochschule Anhalt
Viktar und Aleksandra Beliautsou mit ihrer Drohne.
Die Vogelperspektive für ein autonomes Fahrzeug am Boden: Forscher an der TU Ilmenau haben eine Drohne entwickelt, die das Sichtfeld von Fahrzeugen erweitert, die Hindernisse aus ihrer Perspektive nicht rechtzeitig wahrnehmen können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Gelände unregelmäßig ist oder verändert wurde – etwa durch eine Baustelle. In diesem Fall versorgt die Drohne das Fahrzeug mit wichtigen Daten zur Verkehrssituation und einem möglichen Navigationskurs durch das schwierige Gelände. Bildrechte: Eleonore Hamburg/TU Ilmenau
Ein Mensch hält eine Bankkarte und ein Handy in seinen Händen. Vor ihm auf dem Tisch liegt ein Ausweis und ein Reisepass.
Alle wichtigen Dokumente immer auf dem eigenen Handy dabei und das ganze diebstahl- und fälschungssicher – das ist das Ziel des Projekts EUDI-Wallet, an dem verschiedene Behörden und Unternehmen gemeinsam arbeiten. Unter anderem die Deutsche Agentur für Sprunginnovationen hat dazu bereits einen Wettbewerb ausgerichtet. Auch die Hochschule Harz in Wernigerode beteiligt sich. Hier erforschen Patrick Rempel und Kollegen, wie sich Lernnachweise und Zeugnisse in die digitale Brieftasche integrieren lassen, um sie dann, digital und fälschungssicher, bei Bewerbungsverfahren schnell verfügbar zu haben. Bildrechte: Ricarda Erbe/Hochschule Harz
Ein Würfel aus Stroh befindet sich in einer Presse.
Stroh ist ein bereits seit vielen Jahrhunderten bekannter Baustoff. Das zeigen die zahlreichen Fachwerkhäuser in Deutschland. Um auch in der modernen, industriellen Bauweise einsetzbar zu sein, muss Stroh aber etwas angepasst werden. An der Bauhausuniversität in Weimar haben Katrin Linne und Kollegen ein Verfahren entwickelt, bei dem Stroh mit Hilfe von Mikrowellen beim Verdichten gleichmäßig erhitzt wird. Das Mikrowellenstroh kann als Mauerstein verbaut werden, denn es ist tragfähig und wärmedämmend. Bildrechte: Bauhaus Universität Weimar
Computergrafik, die das Operationstool Orthojet von Studierenden des Studiengangs Industriedesign der Hochschule Magdeburg-Stendal zeigt.
Angehende Industriedesigner der Hochschule Magdeburg-Stendal haben eine äußere Gestaltung für den OrthoJet entwickelt. Das Operationsgerät soll einmal bei der Entfernung und Erneuerung von Gelenkprothesen zum Einsatz kommen. Statt mit Fräswerkzeugen soll der OrthoJet mit einem Wasserstrahl arbeiten, wo von sich die Entwickler schonendere und präzisere Operationsmöglichkeiten erhoffen. Bildrechte: Ackermann/H2
Ein Sensor und eine rechteckige Box wurden an einen Baumstamm geschraubt.
Wie gesund sind Bäume – das könnten Obstbaumbesitzer und Förster bald automatisiert und in Echtzeit überprüfen dank des autonomen Sensorknotens "TreeMon", den Frank Schubert und Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS entwickelt haben. Der Sensor funktioniert dabei wie das Stethoskop eines Arztes. Er sammelt über einen längeren Zeitraum winzige Schallemissionen aus dem Inneren des Baumes auf. Die erzeugten Daten werden kombiniert mit Angaben zu Temperatur, Feuchte und Wind und mit Hilfe von KI ausgewertet. So sollen frühzeitig Schäden und Krankheiten erkannt und geeignete Maßnahmen vorgeschlagen werden. Bildrechte: Fraunhofer IKTS
Zwei Männer stehen an einem Tisch. Auf dem Tisch steht eine etwa Handgroße Kamera, die auf einem Fahrgestell mit viel Rädern montiert ist. Daneben ist ein Computer aufgeklappt auf dem Programmcode zu sehen ist.
Uns Menschen fällt es leicht, auf engen Fußwegen anderen Passanten auszuweichen. Für Roboter hingegen sind Umgebungen mit vielen, oft spontan ihre Bewegungsrichtung ändernden Personen eine enorme Herausforderung. Deshalb entwickeln Forschende der TU Ilmenau eine neue Programmierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, die deutlich mehr Details aus der Umgebung des Roboters erkennen und interpretieren kann. So soll das Fahrzeug beispielsweise die Gesichtsausdrücke von entgegenkommenden Passanten lesen und so frühzeitig erkennen, wenn Menschen ihre Richtung ändern. Bildrechte: Eleonore Hamburg, TU Ilmenau
Studenten stehen und sitzen im Kreis um technische Geräte mit einem Bildschirm.
Je mehr Geräte und Maschinen über Funknetzwerke verbunden sind, desto größer sind auch die Anforderung an die Steuerung dieser Netzwerke. An der TU Ilmenau erproben Forscher jetzt einen neuen Ansatz für eine solche Steuerung. So sollen Betreiber eines Netzwerkes ihre Anforderungen künftig in Form von natürlicher Sprache an das Steuerungsprogramm richten können, dass dann die Absichten interpretiert und die Konfiguration entsprechend anpasst. Ein neuer offener Standard erlaubt zudem, dass die Betreiber Technik von verschiedenen Herstellern nutzen und integrieren können, ohne dass das Netz zu kompliziert wird. Bildrechte: TU Ilmenau
Eine Illustration, in der der Fahrer eines Autos in der Nach vom Scheinwerfer eines entgegenkommenden Fahrzeugs geblendet wird
Mit ViSUS Pro brauen Forschende und Studierende der Hochschule Magdeburg-Stendal einen virtuellen Teststand auf. Das Ziel: Nutzer sollen Produkte schon vor dem Bau eines kostspieligen Prototyps testen können. Ein erstes Feld stellen Scheinwerfer von Pkw und Lkw dar. Wie können diese so gestaltet werden, dass entgegenkommende Fahrer nicht geblendet werden, trotzdem die Fahrbahn gut ausgeleuchtet wird? Weitere Fragen, die mit ViSUS Pro erforscht werden sollen, betreffen die Fahrer selbst: Woran können Fahrzeuge erkennen, dass die Menschen hinter dem Lenkrad dringend Pausen benötigen? Bildrechte: ViSUS PRO
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