Montag, 27.01.2025: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Heute vor 80 Jahren befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Es gibt wohl keinen Ort, der so für das Grauen des 20. Jahrhunderts steht. Ein Ort der maschinellen Vernichtung von Menschen, ein Ort der Versklavung und Ausbeutung bis zum Tod. Dort standen die Gaskammern und Öfen, dort standen auch Industrieanlagen, in denen viele bis zum Tod schuften mussten. Eine Stadt des Leids und des Todes für Millionen Menschen verschiedener Nationen und Religionen. Viele starben nur deshalb, weil sie jüdischen Glaubens oder Sinti und Roma waren. 

Guido Erbrich, Senderbeauftragter der katholischen Kirche beim MDR. 2 min
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2 min

gesprochen von Guido Erbrich

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 27.01.2025 05:45Uhr 02:12 min

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Solange man arbeiten konnte, gab es eine Chance nicht ins Gas geschickt zu werden.

Vor vielen Jahren lernte ich Stanislaus kennen, einen alten Herrn und Großvater aus Polen. Er gehörte zu den ersten Insassen des Lagers und hat wie durch ein Wunder überlebt.

Er ging in Schulen und erzählte von dieser Zeit. Er hielt Vorträge und öffnete durch sein beeindruckendes Zeugnis vielen Menschen die Augen über die Verbrechen der Nationalsozialisten. Das darüber erzählen war für ihn Schmerz, Ohnmacht und Befreiung zugleich. Trotzdem hatte er keinen Hass auf die Deutschen. "Die Deutschen", das gab es für ihn irgendwie nicht. Weil jeder Mensch selbst zu einem großen Teil verantwortlich ist für das, was er tut. Und auch, weil er viele Deutsche, als Mitgefangene und Opfer in Auschwitz erlebte.

Erste die Verallgemeinerungen, die Klassifizierungen von Menschen in Kategorien wie Rasse, Religion, Nation, in Inländer und Ausländer machen es leicht unter einer fadenscheinigen Logik zu diskriminieren, abzuwerten und zu töten.

Seit 1996 wird der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Es liegt auch in unseren Händen, dass so etwas nicht wieder passiert.

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Katrin Hutzschenreuter

Katrin Hutzschenreuter

geb. 1971 | Berufsausbildung als Metallurge mit Abitur | Ausbildung zur Krankenschwester | tätig bei der Diakonie - Sozialstation Freiberg | Mitglied der Domgemeinde zu Freiberg und Leiterin des Kirchenvorstands

Kurzbiografie Guido Erbrich | Senderbeauftragter der katholischen Kirche beim MDR

Guido Erbrich | Senderbeauftragter der katholischen Kirche beim MDR

geboren 1964 | Ausbildung zum Tontechniker | Arbeit beim Sender Leipzig | Studium der Theologie und Philosophie in Erfurt, Prag und New Orleans | Seit 1996 Referent im Bistum Dresden-Meißen | Leiter des "Roncalli Hauses" Heim-Volkshochschule und die Erwachsenenbildungsstätte des Bistum Magdeburg | Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Mitteldeutschen Rundfunk

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.