
Ukraine-News Kiew wirft Russland gezielte Angriffe auf Zivilisten vor
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05. April 2025, 14:01 Uhr
- Moskau: Ukraine soll binnen eines Tages 14 Angriffe auf Energieanlagen verübt haben
- Zahl der Toten nach russischem Angriff auf Krywyj Rih steigt auf 18
- Selenskyj: Russland führt gezielten Krieg gegen Zivilisten
- Nachrichten und Podcasts zum Ukraine-Krieg
12:45 Uhr | Moskau: Ukraine soll Energieanlagen angegriffen haben
Russland hat der Ukraine vorgeworfen, 14 Angriffe auf Energieanlagen binnen eines Tages verübt zu haben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau berichtet, kam es durch die Angriffe am Freitag zu Schäden in den Regionen Brjansk, Belgorod, Smolensk, Lipezk und Woronesch. Eine von den USA vermittelte Übereinkunft sieht einen vorübergehenden Stopp von Angriffen auf Energieanlagen im Ukraine-Krieg vor. Demnach hatte die Armee in der Nacht 49 ukrainische Drohnen abgewehrt. Beide Seiten haben sich wiederholt gegenseitig vorgeworfen, die Vereinbarung zu brechen. (Quelle: Reuters)
11:00 Uhr | Ukraine greift laut Russland Energieanlage in Mordwinien an
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der westrussischen Republik Mordwinien ist nach Angaben der dortigen Behörden eine Industrieanlage getroffen worden. Es habe keine Opfer gegeben, Einsatzkräfte seien vor Ort, erklärt Republikoberhaupt Artjom Sdunow auf Telegram. Sdunow macht keine Angaben zur Art der Anlage. Auf dem Telegram-Kanal Basa, der den russischen Sicherheitsbehörden nahesteht, heißt es, das Ziel sei eine Glasfaser-Fabrik in Saransk gewesen. Die Stadt liegt rund 820 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Eine offizielle Stellungnahme von ukrainischer Seite gibt es bislang nicht. (Quelle: Reuters)
09:45 Uhr | Ukraine wehrt 51 russische Drohnen ab
Die Ukraine hat in der Nacht einen russischen Drohnenangriff teilweise abwehren können. Wie das Militär mitteilte, konnten nach Angaben aus Kiew 51 von 92 Drohnen des Typs Shahed im Norden, Süden und Osten des Landes abgeschossen werden. Einschläge der Drohnen habe es in den Regionen, Sumy, Dnipropetrowsk, Kyjiw und Schytomyr gegeben.
31 Drohnen hätten nicht mehr geortet werden können. Damit bezeichnet die Armee jene Geschosse, die mithilfe elektronischer Kriegsführung umgelenkt oder gestört werden. (Quelle: Reuters, Ukrinform)
Update 07:18 Uhr | Zahl der Toten nach Angriff auf Krywyj Rih steigt
Nach dem russischen Raketenangriff auf die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Zahl der Toten gestiegen. Nach ukrainischen Angaben sind in Krywyj Rih 18 Menschen getötet worden. Darunter seien neun Kinder, erklärte der örtliche Gouverneur am Freitag. 61 Menschen seien bei dem Angriff auf Krywyj Rih verletzt worden, darunter zwölf Kinder.
Bei einem separaten Drohnenangriff auf Krywyj Rih wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein weiterer Mensch getötet. Drei Menschen seien zudem verletzt worden. Die Stadt im Zentrum der Ukraine wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine regelmäßig von der russischen Armee beschossen. Krywyj Rih liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner. (Quelle: AFP)
05:27 Uhr | Drohnenangriff auf russische Stadt Tschapajewsk
In der Nacht zu Samstag hat ein ukrainischer Drohnenangriff offenbar einen Industriebetrieb in der russischen Stadt Tschapajewsk getroffen. Das teilte der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, mit. Es sei zu Bränden gekommen, Verletzte habe es aber nicht gegeben. In der Stadt befindet sich eine Sprengstofffabrik. Ob diese direkt getroffen wurde, blieb zunächst unklar. Russische Behörden äußerten sich nicht zu möglichen Schäden an der Anlage. (Quelle: dpa)
04:12 Uhr | Kiew wirft Russland Krieg gegen Zivilisten vor
Nach dem schweren Raketenangriff auf Krywyj Rih mit mindestens 16 Toten hat die ukrainische Führung Russland gezielte Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner abendlichen Videoansprache, allein in den letzten 24 Stunden habe Russland Krywyj Rih, Charkiw und ein Kraftwerk in Cherson angegriffen – trotz Vereinbarungen zum Schutz von Energieanlagen. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen, Drohnen, Bomben oder Artillerie", so Selenskyj. (Quelle: dpa)
02:37 Uhr | Mindestens 16 Tote bei russischem Raketenangriff auf Krywyj Rih
Bei einem russischen Raketenangriff auf die südostukrainische Stadt Krywyj Rih sind nach offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen getötet worden – darunter sechs Kinder. Über 60 weitere Personen wurden verletzt, teilte die Militärverwaltung mit. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj traf der Angriff eine belebte Straße mit Wohnhäusern. Es handle sich um einen gezielten Schlag gegen zivile Infrastruktur. Er forderte mehr internationalen Druck auf Russland.
Russland bestätigte den Angriff, sprach jedoch von einem "Hochpräzisionsschlag" gegen ein Treffen ukrainischer Kommandeure mit westlichen Instrukteuren. Von zivilen Opfern war in Moskaus Darstellung nicht die Rede. Ukrainische Behörden wiesen dies zurück. (Quellen: dpa, Reuters)
01:05 Uhr | Sensburg fordert eine Million Reservisten
Der Präsident des Reservistenverbands, Patrick Sensburg, hat vor einer dramatischen Unterbesetzung der Bundeswehr gewarnt. Im Gespräch mit "t-online" forderte er rund eine Million Reservisten, um Deutschland im Ernstfall verteidigen zu können. Aktuell reiche das Personal bei Weitem nicht aus. Sensburg verwies auf Nato-Schätzungen, wonach bei einem Krieg an der Ostflanke täglich bis zu 5.000 Soldaten fallen könnten. Ohne Reservisten sei die Front nicht zu halten. Deutliche Kritik äußerte er am Wehrdienst-Modell von Verteidigungsminister Pistorius. Die geplanten 5.000 Freiwilligen im ersten Jahr seien "illusorisch". Ohne Wehrpflicht sei ein Scheitern absehbar, so Sensburg.
Hintergrund ist die Sorge, Russland könnte nach dem Krieg gegen die Ukraine auch Nato-Staaten angreifen. Europas Staaten rüsten deshalb verstärkt auf. (Quelle: AFP)
00:00 Uhr | Ukraine-News von Samstag, 5. April 2025
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. All das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 05. April 2025 | 06:00 Uhr