Schuelerin zeigt den Mittelfinger
Die Gewaltdelikte an Schulen nehmen zu. Es gibt Beleidigungen, aber auch körperliche Übergriffe gegen Pädagogen. Bildrechte: IMAGO / photothek

Schule Lehrerverband fordert besseren Schutz von Lehrern und Lehrerinnen

24. Januar 2025, 14:45 Uhr

Laut dem Thüringer Lehrerverband erfahren zunehmend Lehrerinnen und Lehrer Gewalt bei der Arbeit. Es sei ein immer größeres Problem an Schulen. Betroffene berichten in der Umfrage von täglichen Beleidigungen, Mobbing und zunehmender Respektlosigkeit. Auch körperlich werden Lehrkräfte angegriffen. Es mangele am Engagement der Schulbehörden, finden die Opfer.

Der Thüringer Lehrerverband fordert von der neuen Landesregierung besseren Schutz von Lehrerinnen und Lehrern vor Gewalt. "Der Frust vieler Menschen und die zunehmende Enthemmung der Gesellschaft entladen sich an den Schulen, und die Beschäftigten sind dem oft schutzlos ausgeliefert", sagte der Verbandsvorsitzende Tim Reukauf. Schule müsse aber für alle ein sicherer Raum sein. Die verantwortlichen Behörden müssten auch auf dieser Ebene aktiv werden, um das Lehrpersonal besser zu schützen.

Bundesweite Studie: Gewalt gegen Lehrkräfte an jeder dritten Schule

Reukauf verwies auf eine aktuelle repräsentative bundesweite Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Demnach kam es in den vergangenen fünf Jahren an 65 Prozent der Schulen zu psychischer Gewalt, etwa durch Bedrohungen oder Beleidigungen, und an 35 Prozent der Schulen zu physischer Gewalt gegen Lehrkräfte. 36 Prozent der Schulleitungen berichten von Lehrkräften, die im digitalen Raum angegriffen wurden. 

Für die Erhebung hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen Mitte September und Mitte Oktober vergangenen Jahres gut 1.300 Schulleitungen bundesweit befragt. Die Ergebnisse sind laut Forsa mit einer Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten repräsentativ.

Lehrerverband mit eigener Umfrage zu Gewalt in Thüringen

Lehrerinnen und Lehrer erfahren aber auch in Thüringen laut einer aktuellen, aber nicht repräsentativen Umfrage des Lehrerverbandes zunehmend Gewalt. Demnach ist die Hälfte des befragten Schulpersonals seit Beginn des Schuljahres selbst Opfer von Übergriffen geworden. Im vergangenen Jahr seien es noch drei Prozent weniger gewesen.

Fast ein Viertel der an der Thüringer Umfrage teilnehmenden Menschen hat demnach körperliche Gewalt wie Tritte oder Schläge erlitten. 46 Prozent der Opfer wurden beleidigt oder bedroht. Der Großteil der Gewalt gehe von Schülerinnen und Schülern aus, etwa ein Viertel von Eltern und der Rest von Arbeitskollegen.

An der Umfrage des Lehrerverbandes beteiligten sich in der vergangenen Woche 289 Lehrkräfte. In Thüringen unterrichten nach Angaben des Landes rund 17.000 Lehrer.

Lehrkräfte wünschen sich stärkeres Eingreifen der Polizei

In der Umfrage schilderten die Betroffenen unter anderem Vorfälle, bei denen Brillen zertreten, die Lehrer ins Gesicht geschlagen oder mit Gegenständen beworfen wurden. Laut Verband scheitern die Pädagogen oft an der Uneinsichtigkeit der Kinder und Jugendlichen, aber auch der der Eltern. Diese würden sich oft direkt per Nachricht oder in Klassenchats beleidigend über die Lehrpersonen äußern.

Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich nach Angaben des Verbands mehr präventive Fortbildungen und das stärkere Eingreifen von Institutionen wie beispielsweise der Polizei. Es mangele auch am Engagement der Schulbehörden.

Mehr zu Gewalt in der Schule

MDR (lou/gh)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Januar 2025 | 14:00 Uhr

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