Geplantes Feriendorf Seit 20 Jahren Pläne: Nächste Runde für Ausbau des Nordufers am Zwenkauer See
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02. April 2025, 05:30 Uhr
Die Sächsiche Seebad Zwenkau GmbH hat ihre Pläne für eine touristische Nutzung des Nordufers Zwenkauer See überarbeitet. Die Idee eines Feriendorfs mit Campingplatz und Wassersport bleibt laut Unternehmen bestehen. Aber: Die Fläche dafür soll kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Mit dieser Überarbeitung wolle man nun ein Bebauungsplanverfahren anstoßen.
Projekt stockt seit Jahren
Das Projekt rund um den Nordufer-Ausbau am Zwenkauer See stockt seit Jahren, weiß auch Geschäftsführer Andreas Schmidt. Mittlerweile dränge die Zeit. Deswegen wolle er nun alle Projektbeteiligte an einen Tisch holen.
Wir haben hier viele Protagonisten, die alle teilhaben wollen und teilhaben müssen. Die alle zusammenzubringen gestaltet sich sehr schwierig.
Außerdem sind laut Schmidt der Verwaltungsaufwand und die Entscheidungsfreude heutzutage anders als noch 2005. Schmidt hofft nun auf klare Aussagen bis Sommer 2026.
Rückblick auf fast 20 Jahre alte Pläne
Der Zwenkauer See ist der jüngste See im Leipziger Neuseenland. Bis 1999 war dort laut des Zweckverbands Planung und Erschließung "Neue Harth" Braunkohle abgebaut worden. Aus dem Restloch entstand ein See. In den Nachtstunden des 4. Juni 2013 bestätigte der Zwenkauer See seine Funktion als Hochwasserschutz-Element und half, eine Überflutung Leipzigs zu verhindern. Ein Jahr später wurde er zum ersten Mal für den Wassersport freigegeben.
Bereits seit 2002 schaut der Zweckverband, wie der See und besonders dessen Nordufer, genutzt werden kann. Der "Masterplan Neue Hartha 2015" sah vor, aus dem einstigen Abbaugebiet ein Ferien- und Naherholungsort zu entwickeln. 2022 ist dieser Plan überarbeitet worden. Laut der Seebad Zwenkau GmbH ist die aktuell vorgesehene Fläche für Ferienhäuser deutlich kleiner als noch vor drei Jahren.
Kritik vom Umweltbund
Der Umweltbund Ökolöwen Leipzig e.V. sieht das Vorhaben kritisch, den Zwenkauer See touristisch zu erschließen. Er bemängelt, dass durch den Bau von Feriendörfern, Parkplätzen und Straßen Flächen versiegelt und Vegetation gerodet werden müssten. Das würde verschiedene Lebensräume für seltene Vogelarten wie den Steinschmätzer und die Sperbergrasmücke zerstören.
So diverse Lebensräume treten heute natürlicherweise kaum noch auf.
Außerdem müsse, so sagen es die Ökolöwen, für die geplante Zufahrtsstraße ein heranwachsender Wald teilweise abgeholzt werden. Der Verein verlangt deshalb, dass das Landschaftsschutzgebiet "Leipziger Auwald" bis zum Zwenkauer See erweitert wird. Dann dürfte dort gar nicht mehr gebaut werden.
MDR (koh/kk)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 01. April 2025 | 11:30 Uhr
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