Zu sehen ist ein rotes Auto dessen Heckklappe sowie Türen offen stehen.
Sirkka Moses ist teilweise wochenlang mit ihrem roten Twingo unterwegs. Bildrechte: Tom Gräbe/MDR

Das Auto als rollendes Zuhause "Struktur ist das A und O": Tipps fürs Car-Camping in Sachsen-Anhalt

20. November 2024, 18:30 Uhr

Car-Camping liegt im Trend: Einige schätzen die Freiheit, unterwegs nicht an einen festen Ort gebunden zu sein, während andere den radikalen Minimalismus und die Entschleunigung genießen. Ob im umgebauten Van oder im Kleinwagen: Übernachten im Auto bietet viel Flexibilität. Hier gibt es Tipps und Tricks für das Übernachten im Auto, sowohl im selbstgebauten Van als auch im Kleinwagen.

Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Mit ihrem weißen Kastenwagen fährt Lucia Grün auf einem Campingplatz in Elbingerode im Harz vor. Die Ascherslebenerin ist viel unterwegs, im Van, den sie selbst ausgebaut hat. Mit handwerklichem Geschick, viel Elan und einem überschaubaren Budget hat sie aus dem alten Renault Master ein gemütliches Zuhause auf Rädern gemacht.

Eine junge Frau sitzt in ihem Camper-Van. Die Decke ist aus Holz.
Lucia Grün hat ihren Van selbst ausgebaut – in monatelanger Arbeit. Ein Dauer-Projekt. Bildrechte: Tom Gräbe/MDR

Selbstausbau-Van als rollendes Urlaubsdomizil 

"Es ist die Kombination aus Freiheit und dem Gefühl, trotzdem zu Hause zu sein", sagt Lucia. Alles, was man braucht, hat sie selbst gebaut: Bett, Tisch, Küche. Und es gibt noch einiges zu tun – das Bad ist noch eine Baustelle. Doch für den Winter ist Lucia gerüstet: "Die Heizung hält auf jeden Fall warm."

Unverzichtbar ist für sie, auf Reisen genug Wasser dabei zu haben: "Ohne Wasser ist die Reise schneller vorbei als alles andere." Sie setzt auf Ordnung, um sich wohlzufühlen: "Es sieht schnell unordentlich aus. Struktur ist das A und O." Aufräumen ist Pflicht – schon, damit beim Bremsen keine Teller durchs Auto fliegen.

Freiheit als Luxus

Der wahre Luxus für Lucia liegt in der Freiheit, einfach überall hinfahren zu können: "Morgens durch die Heckklappe direkt in die Natur schauen – das ist das Schönste."

Lucia kennt die Regeln fürs Leben im Van: "Wichtig ist, niemanden zu stören und die Plätze sauber zu hinterlassen." Kein Abwasser und keine Toilettenabfälle in die Natur entsorgen. Alles muss an Bord bleiben. 

Minimalismus beim Camping im Kleinwagen 

Noch minimalistischer geht es bei Sirkka Moses zu. Sie unternimmt mitunter wochenlange Reisen, allein und in ihrem roten Twingo. 

So wird aus einem Kleinwagen ein Camper - Staubsaugerrohre als Tischbeine – höhenverstellbar und ideal für Klapptische in der Außenküche.
- Verdunklung für die Scheiben: Sie lässt sich leicht selbst herstellen, etwa aus Isomatten und Saugnäpfen.
- Holzbrett als Liegefläche: Wer im Auto schläft, kann mit ein wenig Geschick eine stabile Fläche schaffen, die auch die Lücke zwischen Rückbank und Vordersitz überbrückt.

Auf Instagram teilt Sirkka ihre Tipps fürs Übernachten im Auto. Verdunkelung und Wärmflasche gehören dabei immer zum Standard: "Je nach Stellplatz brauche ich Privatsphäre, und morgens bleibt das Auto so kühl." Sie betont, dass Vanlife nicht teuer sein muss: "Mit Dingen, die man schon hat, lässt sich viel machen. Mein Auto und Kochgeschirr von zu Hause reichen völlig."

Zu sehen ist eine junge Frau, die an der Türe ihres roten Autos steht.
Für Sirkka Moses ist vor allem die Flexibilität beim Car-Capming ein Genuss. Bildrechte: Tom Gräbe/MDR

Längere Reisen sind für sie kein Problem: "Ich war schon fünf Wochen am Stück unterwegs. Klar, ab und zu gehe ich auf einen Campingplatz, räume alles aus und sortiere neu." Für sie sind die Touren ein Stück Freiheit: "Die Flexibilität, überall hinzufahren und frei zu entscheiden, ist für mich purer Genuss. Auf einen Pool verzichte ich da gerne."

Ganz wichtig: die richten Stellplätze finden

Sirkka hat ihre eigene Methode, um den idealen Stellplatz zu finden – besonders wichtig, wenn man alleine unterwegs ist: "Ich achte viel auf Sicherheit und fahre immer ein paar Kilometer weg von Autobahnen oder Raststätten." Dabei ist es für sie essenziell, dass der Parkplatz auch offiziell erlaubt ist: "Entweder auf einem bezahlten Stellplatz oder an einem Ort mit entsprechenden Schildern."

"Es hat mir auf jeden Fall viel Selbstvertrauen gegeben", sagt Sirkka über ihre Reisen. "Als Alleinreisende trifft man viele Entscheidungen selbst, und die haben sich bisher immer als gut erwiesen."

Tipps fürs Übernachten im Auto - Sicherheit geht vor: Meiden Sie Autobahnen und Raststätten, suchen Sie ruhige, abgelegene Plätze.
- Erlaubnis prüfen: Stellen Sie sicher, dass Sie dort übernachten dürfen (Stellplätze oder entsprechende Schilder beachten).
- Bauchgefühl beachten: Lesen Sie Bewertungen und hören Sie auf Ihr Gefühl – Sicherheit geht vor.

Mehr Tipps für das Car-Camping und das Übernachten im Auto gibt es in der aktuellen hinREISEND-Episode:

MDR (Tom Gräbe, Sebastian Gall)

Dieses Thema im Programm: hinREISEND | 20. November 2024 | 18:00 Uhr

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