Hochschule Harz Wie Studierende in Wernigerode die US-Wahlnacht erlebt haben
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06. November 2024, 12:22 Uhr
Die US-Präsidentschaftswahl ist entschieden: Donald Trump hat die nötige Mehrheit erreicht, um zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Studierende und Mitarbeitende der Hochschule Harz in Wernigerode haben den Wahlabend bis hinein in den nächsten Morgen verfolgt – mit dem Ausgang der Wahl wollte kaum jemand rechnen.
Von außen ziert die "Stube", die studentische Begegnungsstätte auf dem Campus der Hochschule Harz in Wernigerode, am Abend der US-Präsidentschaftswahl eine grell leuchtende Lichtprojektion der US-amerikanischen Flagge. Drinnen trudeln nach und nach interessierte Studentinnen und Studenten sowie Hochschulmitarbeitende ein.
Sie alle wollen hier gemeinsam die US-Präsidentschaftswahl live verfolgen – Public Viewing mal anders. "In Amerika ist das ganz typisch. Ich kann mich erinnern, ich war 18 Jahre alt und hab' gerade im ersten Semester an der Uni studiert – da habe ich mit Kommilitonen und Freunden zusammen vor dem Fernseher die Wahl von Barack Obama verfolgt", erzählt Ryan Sanders – er kommt gebürtig aus Tennessee.
Die "Stube" und die internationale Kommission der Hochschule haben zu diesem amerikanischen Wahlmarathon geladen, der Politik, Kultur und Kulinarik verbinden und bis zum nächsten Morgen andauern soll. Alles ist vorbereitet: die Räumlichkeiten sind mit Fahnen, Flaggen und Girlanden bunt dekoriert, auf den Tischen stehen Snacks bereit. Alle Gäste stellen sich hier auf eine spannende und ereignisreiche Nacht ein.
"Ich wünsche mir eine Zukunft der Demokratie"
Den Auftakt macht Brian Kearney, er ist Englisch-Dozent an der Hochschule Harz und kommt aus Michigan. An diesem Abend frischt er mit einer PowerPoint-Präsentation das Wissen aller Anwesenden rund um das komplexe US-amerikanische Wahlsystem auf und eröffnet danach eine erste Gesprächsrunde. Die Studenten und Hochschulmitarbeitenden tauschen sich aus über die Funktion der Wahlmänner, des "Electoral College" und die Bedeutung der "Swing States".
Brian Kearney freut sich über die Diskussion und den Austausch. Er selbst hat bereits vor einigen Wochen per Brief seine Stimme in die USA geschickt und blickt optimistisch auf die Wahl. "Ich wünsche mir eine Zukunft der Demokratie, in der wir uns als Bürger entfalten und gute Nachbarn für die Welt sein können. Ich hoffe, dass Kamala Harris gewinnt."
Gute Stimmung und viel Hoffnung
Diese Hoffnung haben an dem Abend viele in der "Stube". Auch Josie, sie studiert im ersten Semester Tourismusmanagement in Wernigerode: "Ich beschäftige mich seit den letzten Monaten sehr damit, welchen Einfluss soziale Medien auf die Politik haben, nicht nur in Amerika, sondern auch hier. Und wie meine Generation – die Generation Z – damit umgeht. Egal wie die Wahl ausgeht, ich glaube, die Unzufriedenheit wird krass steigen und die Trump-Anhänger werden Unfrieden stiften."
Nur wenige wollen an diesem Abend mit einem Wahlsieg von Donald Trump rechnen. Während eine Live-Band amerikanische Song-Klassiker spielt und draußen vor der "Stube" auf dem Grill Hotdogs und Burger brutzeln, stimmen sich viele gut gelaunt auf die nächsten Stunden ein.
Der Morgen bringt unerwartete Klarheit
Nur eine Handvoll von ihnen verbringt die komplette Wahlnacht auf dem Campus. Viele kehren in den frühen Morgenstunden und nach etwas Schlaf zurück. Bei einem typisch amerikanischen Frühstück mit Eiern und Pancakes schauen sie zusammen die ersten Prognosen im Livestream eines US-amerikanischen Fernsehsenders. "Tja, es ist schon etwas deutlicher, als man es hätte erwarten können. Dass wir heute Morgen schon an diesem Punkt stehen, dass Trump wahrscheinlich gewinnt, das ist überraschend", meint Hochschul-Referent Robin Luge ernüchtert.
"So funktioniert Demokratie nun mal"
Eine gewisse Katerstimmung zieht durch den Raum. Einige Studierende hoffen noch, dass sich – wie sie sagen – "überraschenderweise" etwas an den vorläufigen Ergebnissen ändert. Anders Marketing-Dozent Luis Noschang: "Kamala Harris bekommt den Sieg nicht mehr. Ich persönlich bin nicht happy mit dem Ergebnis, aber so funktioniert Demokratie nun mal", so der gebürtige Brasilianer. "Es sieht so aus, dass Trump gewinnt. Er scheint die Mehrheit der Stimmen bekommen zu haben – und das müssen wir wohl einfach respektieren."
MDR (Cornelia Winkler)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. November 2024 | 06:40 Uhr
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