
Fußball | Regionalliga "Die Sinne sind ohnehin geschärft" – Lok Leipzig vor dem Derby in Leutzsch
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28. Spieltag
05. April 2025, 09:32 Uhr
Derbyzeit in Leipzig: Zum dritten Mal in dieser Saison treffen die BSG Chemie und der 1. FC Lok Leipzig aufeinander. Spitzenreiter Lok will in Leutzsch den "Hattrick" und keinesfalls nachlässig werden. Gute Neuigkeiten gibt es in punkto Rasenheizung.
Das letzte Leipziger Stadtderby liegt erst zwei Wochen zurück. Im Sachsenpokal-Viertelfinale blitzte Chemie gegen Lok Leipzig ab, verlor deutlich mit 1:4. Auch in der Liga gewann Lok das Hinspiel – damals in Probstheida – ziemlich souverän mit 2:0. Jetzt will der Tabellenführer der Regionalliga Nordost am Sonntag (6. April, 14 Uhr, live bei SPORT IM OSTEN) ) den dritten Derby-Sieg in einer Saison.
Wachsmuth: "Chemie kann sich in Flow bringen"
Eine Spur Leichtsinn oder Überheblichkeit schließt Lok-Sportdirektor Toni Wachsmuth vor dem 114. Prestigeduell der ewigen Rivalen trotz des zuletzt klaren Erfolgs im Pokal aus. "Im Ortsderby geht es immer zur Sache. Da sind die Sinne ohnehin geschärft", sagt Wachsmuth. Zumal bei Chemie im dritten Derby der dritte Trainer auf der Bank sitzt. Im Oktober verloren die Grün-Weißen noch unter Miroslav Jagatic mit 0:2. Im Pokal hatte David Bergner aus der Sportlichen Leitung als Interims-Coach das Sagen.
Nun soll Adrian Alipour die strauchelnden Grün-Weißen auf Kurs bringen. Er feiert ausgerechnet im Derby sein Trainerdebüt. Kann das für Lok gefährlich werden? "Ein neuer Trainer wählt vielleicht ein anderen Ansatz. Darauf müssen wir eingestellt sein. Ich denke aber, dass das Spiel über den Willen, die Zweikampfführung und die eigene Leistung entschieden wird. Wenn wir die aufs Feld bringen, haben wir gute Chancen", so Wachsmuth, der im Interview mit SPORT IM OSTEN allerdings hinterherschiebt: "Wir wissen, dass sich Chemie zu Hause auch in einen Flow bringen kann."
Lok kann auf zehn Punkte davonziehen
Was für zusätzlich Motivation sorgen dürfte: Lok kann den Vorsprung auf Jäger Halle mit einem Sieg wieder auf zehn Punkte ausbauen, weil der HFC am Freitag bei Carl Zeiss Jena patzte (0:2). "Ich glaube schon, dass viele Spieler von uns das Spiel verfolgt haben. Das Ergebnis hat aber keinerlei Auswirkung auf das Derby. Wir gehen deshalb nicht entspannter ins Spiel."
Der Sportchef betont: "Mir geht es um unser eigenes Spiel. Wir haben immer gesagt, dass wir Halle viele Punkte zutrauen, deshalb müssen wir unsere Leistung abrufen und unsere Punkte holen." Die Leistung, die Halle in Jena auf den Rasen brachte, bringt beim Spitzenreiter allerdings keinen ins Schwitzen. Die Elf von Mark Zimmermann war weit weg von Bestform und muss im kommenden Heimspiel am Freitagabend gegen den SV Babelsberg auch noch auf Stürmer Fabrice Hartmann (Gelb-Rot) verzichten.
Lok zeigte zuletzt auch mal Schwächen
Spitzenreiter Lok spielte zuletzt nicht mehr ganz so souverän. Nach ihrer Überflieger-Hinrunde verloren die Blau-Gelben die letzten beiden Liga-Auswärtsspiele gegen den FSV Zwickau und den SV Babelsberg. Auch der jüngste Heimsieg gegen Meuselwitz stand nach zwischenzeitlichem Rückstand lange auf er Kippe. Wackelpudding-Knie beobachtet Wachsmuth aber nicht. Die Stimmung im Training sei "noch relativ locker, aber nicht zu locker", erzählt er. "Wir haben schon die ganze Saison eine gute Konzentration und einen guten Zug im Training drin. Die Jungs sind angespannt, aber nicht anders als sonst."
"Rasenheizung ist beschlossene Sache"
Die Regionalliga befindet sich längst in der Crunchtime. Sieben Spieltage stehen noch aus. Zieht Lok auch das dritte Derby rückt die Meisterschaft näher, der Aufstieg entscheidet sich aber erst in zwei Relegationsspielen. Genau diese Ungewissheit macht es auch für Wachsmuths Kaderplanung so schwierig. "Wir versuchen, für beide Ligen zu planen, sind in guten Gesprächen und voll im Plan. Von unserer Startelf haben wir schon viele Spieler unter Vertrag."
Auch abseits des Platzes arbeitet Lok auf Hochtouren am Projekt 3. Liga. "Die Rasenheizung ist beschlossene Sachen, sie wird im Sommer kommen", so Wachsmuth. Das gut eine Million Euro teure Bauprojekt soll in weiten Teilen über mehrere Kredite finanziert und auf breite Schultern verteilt werden. Egal, was im Sommer passiert, Lok will und muss die Infrastruktur im Stadion voranbringen, um den Verein für die nächsten Jahre und den Profifußball zu rüsten. Ein neuerlicher Sieg im Derby wäre ein weiterer kleiner Schritt dorthin.
Sanny Stephan
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. April 2025 | 14:00 Uhr
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