Denkmalschutz Bauarbeiten unter Schutzdach: Torhaus von Burg Ranis wird saniert
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26. März 2025, 16:03 Uhr
Für rund acht Millionen Euro saniert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Dach und Außenhülle des Torhauses auf Burg Ranis. Wegen der desolaten Bausubstanz haben die Gerüstbauer sogar ein provisorisches Dach über dem Gebäude errichtet. Bald soll die Burg wieder öffnen.
Wie ein Vorhang fällt der Regen am Mittag über Burg Ranis im Saale-Orla-Kreis. Für die Dachdecker auf dem Nordflügel kein Problem. Über dem riesigen Gerüst haben die Spezialisten ein Schutzdach errichtet. Damit soll verhindert werden, dass bei den Arbeiten am Dachstuhl Wasser in die darunterliegenden Räume eindringen kann. Stück für Stück wollen die Dachdecker dem undichten Schiefer zu Leibe rücken. Und auch den kompletten Dachstuhl erneuern.
Marodes Dach muss gesichert werden
Das marode Dach ist auch das Sorgenkind von Baureferentin Petra Hinreiner und Restauratorin Sina Junker. Die beiden Mitarbeiterinnen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zeigen den Westgiebel, der nicht mehr standfest ist und gesichert werden soll. Steinmetze haben bereits einzelne Schmuckelemente abgebaut.
Außerdem haben sie den Giebel mithilfe von Holzbalken und Dämmplatten geschützt. An der abgedeckten Innenseite finden sich Spuren der früheren Wohnnutzung. Schmuckmalereien und Sprüche in Latein - erzählt Sina Junker. Leider aktuell nicht zu entziffern.
Kosten für Burgsanierung liegen im Rahmen
Wir laufen auf dem Gerüst nach unten, vorbei an Gehwegplatten. Die lägen hier zur Stabilisierung des Gerüstes, sagt Petra Hinreiner. Weil die Gerüstteile nicht wie üblich mit Ankern an den Außenwänden des Torhauses befestigt werden konnten. Trotzdem müssen die Handwerker jederzeit auf sicheren Füßen stehen.
Deshalb ist das Gerüst größer dimensioniert als sonst. Und auch teurer. Mit rund 650.000 Euro ist es trotzdem günstiger als die ursprünglich geplanten eine Million Euro. Auch insgesamt liege die Sanierung aktuell im Kostenrahmen, sagt Petra Hinreiner. Sie hofft, dass es im Laufe der Bauphase keine bösen und teuren Überraschungen geben wird.
Burg mit 800 Jahren Geschichte
Wie zum Beispiel im Südturm, wo die Arbeiter ein historisches Gewölbe freigelegt haben. Das senkt sich an mehreren Stellen und muss teilweise erneuert werden. Auch in vielen weiteren Räumen des Torhauses hat zum Beispiel jahrelange Feuchtigkeit für Schäden an Holzbalken und Wänden gesorgt. An vielen Stellen ist auch gut zu sehen, wie oft das Torhaus in den vergangenen Jahrhunderten umgebaut wurde.
Bis 1990 wurde das Gebäude zu Wohnzwecken genutzt. Im Obergeschoss sind aber auch noch Spuren der historischen Wehrgänge zu sehen. Solche bauzeitlichen Details wollen die Restauratoren dokumentieren und so weit wie möglich erhalten.
Noch keine Entscheidung, wie die Burg-Geschichte erlebbar wird
Wie sollen die Besucher der Burg in Zukunft die Geschichte erleben? Darüber sind sich die Fachleute der Stiftung noch nicht sicher. Möglich wären geführte Rundgänge, aber auch Präsentationen in 3D. Immerhin wurde das Torhaus kürzlich von Spezialisten mit Lasern und per Drohne vermessen und visualisiert. Damit bieten sich völlig neue Möglichkeiten, die 800-jährige Geschichte der Burg Ranis auch als Baugeschichte zu zeigen.
Trotz Riesengerüst und Baustellenatmosphäre am Torhaus soll die Burg Ranis ab 29. März wieder regulär öffnen. Die Besucher können also zumindest einen Teil der Arbeiten vom Burghof aus live erleben.
MDR (adr/cfr)
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. März 2025 | 19:00 Uhr