
Nach monatelangem Behördenmarathon Dean aus Bayern darf endlich mit seinem Opa in Sachsen angeln
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16. März 2025, 13:30 Uhr
Applaus, Applaus: Opa Steffen Spiegler hat es tatsächlich geschafft. Der Rentner aus Köhra im Landkreis Leipzig hat einen Angelschein für seinen Enkel Dean organisiert. Und das, obwohl der Junge in Bayern lebt. Und es dort seit dem 1. Januar 2025 keinen Jugend-Fischereischein mehr gibt. Den er aber wiederum in Sachsen benötigt.
Deshalb begab sich Steffen Spiegler auf eine Odyssee durch die Fischerei-Behörden in Sachsen und Bayern. Und dabei gelang ihm fast eine Punktlandung. Denn zu Deans zehntem Geburtstag, am 14. März, wollte der angelbegeisterte Großvater dem hochtalentierten Nachwuchsangler die offizielle Genehmigung überreichen. MDR SACHSEN berichtete über das Vorhaben.
Geschenk zum zehnten Geburtstag
Drei Tage vor dem Geburtstag hielt der Nordsachse dann wirklich das Papier in seinen Händen und sagte: "Ich betrachte den Vorgang aus sächsischer Sicht als abgeschlossen. Es ist für mich ein tragfähiger Kompromiss." Die persönliche Übergabe ließ sich Opa Steffen natürlich nicht nehmen. Er fuhr am Freitag in Deans fränkischen Wohnort Thalmässing und schenkte ihm den Jugend-Fischereischein zum 10. Geburtstag. "Jetzt ist das Allerwichtigste, dass er die Freude am Angeln behält."
Umweltministerium: "An Gast-Fischereischein angelehnt"
Das Sächsische Umweltministerium (SMUL) bestätigt MDR SACHSEN, dass "Dean in Sachsen legal angeln kann". Der Schein sei "in Anlehnung an den sächsischen Gast-Fischereischein" erteilt worden. Er ist auf sechs Monate befristet, da "momentan noch nicht absehbar ist, ob die Ausgabe von sächsischen Jugend-Fischereischeinen Auswirkungen auf den Vollzug der Fischereigesetze in anderen Bundesländern" habe.
Das Ministerium und die sächsische Fischereibehörde hätten "gemeinsam eine Lösung gefunden, mit der schnell auf die geänderte Gesetzeslage in Bayern reagiert werden konnte".
Befreiungsschlag aus Sachsen
Zuletzt hatte es es nicht unbedingt mehr danach ausgesehen, dass Spieglers Jagd nach dem Angelschein erfolgreich sein würde. Nachdem sich die Idee einer Ermächtigung in einem Zusammenspiel von Sachsen und Bayern nicht realisieren ließ, ging es zunächst nicht wirklich weiter. Vor allem in Bayern wurde er von Behörde zu Behörde geschickt. Dann kam doch der Befreiungsschlag aus Sachsen. Der Großvater hatte das Geschehen mit einem Tagebuch dokumentiert: "Ich glaube nicht, dass er den Aufwand dafür jetzt schon begreift." Das Buch werde er ihm erst zu lesen geben, wenn er erwachsen ist."
Höhere Kosten wegen "Eilbedürftigkeit"
Der Schein kostet 16,05 Euro. Laut Minsterium setzen sich die Kosten aus "9 Euro Gebühren für den Jugend-Fischereischein, was allen anderen Jugendfischereischeinen entspricht, sowie 7,05 Euro Gebühren für die Postzustellungsurkunde" zusammen . Die Postgebühren seien "aufgrund der Eilbedürftigkeit" geboten gewesen.
MDR (cke/koh)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 14. März 2025 | 16:30 Uhr