Zusammenarbeit vereinbart Aue will Brennpunkt Postplatz entschärfen und holt sich Experten-Hilfe
Hauptinhalt
28. Februar 2025, 21:27 Uhr
Der Postplatz in Aue ist immer wieder in den Schlagzeilen. Vor 20 Jahren waren es Männer, die in der Öffentlichkeit urinierten. Später kamen Betrunkene dazu, die Busfahrgäste belästigten. Inzwischen sind es überwiegend junge Migranten, die durch Gewalt auffallen. Um diese Entwicklung Einhalt zu geben, hat der Stadtrat vor vier Wochen einen Sicherheitsausschuss gegründet. Nun unterstützt der Freistaat Sachsen die Bemühungen der Stadt.
Um die Sicherheit in Aue-Bad Schlema zu erhöhen, wollen die Stadt, die Polizei und der Sächsische Landespräventionsrat künftig stärker zusammenarbeiten. Das haben die Beteiligten am Freitag schriftlich vereinbart. Anlass der Zusammenarbeit sind Drogendelikte, Bedrohungen und Messerangriffe, die in den vergangenen Monaten am Postplatz begangen wurden - zumeist von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.
Polizeipräsenz reicht nicht
Um die Straftaten am Postplatz einzudämmen, kontrolliert die Polizei gezielt Personen und fährt Streife. Der Platz gilt als zentrale Umsteigestelle für den Personennahverkehr und Schülerverkehr im Erzgebirge. "Aber langfristig gesehen können wir das nicht mehr alleine als Polizei durch Kontrollen und durch Präsenz in den Griff kriegen. Derzeit werden zwölf junge Afghanen und Syrer beobachtet", sagt der stellvertretende Revierleiter der Polizei Aue, Nico Thomas.
Langfristig gesehen können wir das nicht mehr alleine als Polizei durch Kontrollen und durch Präsenz in den Griff kriegen.
Damit diese Gruppe nicht größer wird und andere Jugendliche frühzeitig von Straftaten abzuhalten, schließt sich Aue-Bad Schlema der Allianz Sichere Sächsische Kommunen an. Mit dieser Landesstrategie will das Innenministerium Kommunen bei ihrer individuellen Problemlösung helfen. Konkret geht es dabei um Coachings und dass eine Präventionsstratgie entwickelt und überregionale Strukturen und Fachwissen genutzt werden.
Gibt keine zentralen Handlungskonzepte gegen Kriminalitäts-Hotspots
Der Amtschef im sächsischen Innenministerium, Ulf Bandiko, sagt, es gebe keine direkte Blaupause für Aue, auch kein zentrales Handlungskonzept. "Das müssen sie ganz konkret hier nach den örtlichen Gegebenheiten abstimmen." Bandiko meint damit Strukturen in Aue-Bad Schlema, die die Kommune, Stadträte, Gewerbetreibende und Bürger gemeinsam besprechen und umsetzen müssen.
Aue will Problem auf Dauer lösen
"Wir wollen das Problem Dauer bewältigen und auch Nachfolgeprobleme vermeiden", sagte der Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU). Dafür sei es sinnvoll, Hilfen des Präventionsrats zu nutzen für Coachings und Gesprächsrunden. Aue-Bad Schlema will wissen, was in anderen Kommunen funktioniert hat. "Dann kann man diese Idee auch hier umsetzen", meint Kohl.
Wir wollen das Problem Dauer bewältigen und auch Nachfolgeprobleme vermeiden.
MDR (kk/M. Unger-Reißmann)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. Februar 2025 | 19:00 Uhr