Vorwurf Totschlag Syrer in Burg getötet: Hauptangeklagter gesteht Messerangriff
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02. April 2025, 19:48 Uhr
Das Landgericht Stendal verhandelt in einem Totschlagsprozess gegen fünf Männer. Ihnen wird vorgeworfen, im Herbst vergangenen Jahres einen Syrer in Burg getötet zu haben. Am Mittwoch gestand der der Hauptangeklagte, mehrfach mit einem Messer auf das Opfer eingestochen zu haben. An den weiteren Verhandlungstagen soll nun geklärt werden, inwieweit die anderen Angeklaten in die Tat involviert waren.
Im Prozess um einen getöteten Syrer in Burg hat der Hauptangeklagte ein Geständnis abgelegt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT gab der Mann am Mittwoch vor dem Landgericht Stendal zu, im letzten Herbst mit einem Messer mehrfach auf sein Opfer eingestochen zu haben. Im Prozess sagte er, dass er das nicht gewollt habe. Er habe dem Mann, der ihm Geld schuldete, nur Angst machen wollen. Deshalb habe er ein Messer und eine Schreckschusspistole bei sich getragen. Doch dann sei die Situation außer Kontrolle geraten.
Angeklagter spricht von schwerem Fehler
Der Beschuldigte erklärte weiter, mit 16 Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen zu sein. Nach dem Abitur habe er schwer Arbeit finden können. Der getötete 45-jährige Syrer habe ihn und andere schwarz für Reinigungsarbeiten auf Bahnhöfen im Südharz eingestellt und um insgesamt rund 15.000 Euro betrogen. "Ich habe einen schweren Fehler und mich auch strafbar gemacht", so der 26-jährige Iraner.
In den weiteren Verhandlungstagen soll nun geklärt werden, ob und wie die vier anderen Angeklagten aus Syrien an der Tat beteiligt waren.
Weiterer Beschuldigter belastet Hauptangeklagten
Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Männern vor, gemeinschaftlich gehandelt und den Tod des 45 Jahre alten Mannes in Kauf genommen zu haben. Die 18- bis 26-Jährigen lauerten demnach dem Mann in Burg im Jerichower Land auf und griffen ihn mit einem Messer an. Sie sollen mit Sturmhauben vermummt gewesen sein. Das Opfer erlitt Stichverletzungen und starb. Passanten fanden das Opfer damals blutüberströmt auf der Straße.
Zum Prozessauftakt hatte einer der Beschuldigten den Hauptangeklagten belastet. Dieser habe ihm direkt nach der Tat gesagt, dass er mehrfach mit einem Messer auf den Syrer eingestochen habe.
Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten mehrere Jahre Haft.
dpa, MDR (Oliver Leiste, Marila Zielke, André Plaul, Mario Köhne, Aud Merkel, Norma Düsekow, Sebastian Gall) | Zuerst veröffentlicht am 26. Februar 2025
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. April 2025 | 18:00 Uhr