Restaurant Silberstreif Auf dem Weg zum Sternekoch – Stolberger Küchenchef Eric Jadischke setzt auf Nachhaltigkeit
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03. April 2025, 17:18 Uhr
Eric Jadischke hat schon viele Auszeichnungen bekommen - zuletzt drei Hauben vom Gault&Millan. Diesen Status haben in Deutschland nur fünf Köche erreicht. Jadischke träumt nun von einem echten Gourmet-Stern. Ein grüner Stern für Nachhaltigkeit würde dem bescheidenen Küchenchef aber auch schon genügen. Denn ihm ist vor allem eins wichtig: Der Spaß am Kochen und glückliche Gäste.
Wenn es Frühling wird, beginnt Eric Jadischke seinen Arbeitstag am liebsten im Wald. Ausgestattet mit einer Dose, einer Schere und einem Messer spaziert der Küchenchef des Restaurant Silberstreif in Stolberg durch den Harz auf der Suche nach frischen Trieben, jungen Kiefernnadeln, Blüten oder Knospen.
Mittlerweile weiß der versierte Koch, dass man so gut wie alles aus der heimischen Natur zum Kochen verwenden kann – sei es als Aroma, zur Dekoration oder in Öl eingelegt für einen einzigartigen Geschmack. Viele Dosen und Gläser mit exotischen Waldfrüchten zeugen von seiner Experimentierfreudigkeit.
Heimische und einfache Lebensmittel
"Wir haben im Frühjahr Fichtennadeln von unserem Gelände gesammelt, getrocknet und Pulver daraus gemacht. Das verarbeiten wir unter anderem mit unseren Äpfeln, die wir vom Heimfeld haben, aus unserem eigenen Garten. Wir versuchen, einfache Sachen zu nehmen und davon so viel wie möglich", sagt der junge Küchenchef.
Gerade kochen Zwiebeln auf seinem kleinen Induktionsherd. Zwei Stunden kocht der Zwiebelsud in Butter weich, dann wird das Ergebnis fein gemixt und mit ihrem feinen süßlichen Geschmack verfeinern die Zwiebeln dann etliche Speisen.
Ohne Parfüm ins Restaurant
Apropos Geschmack: Mit allen Sinnen genießen, heißt für den 32-jährigen Koch auch, dass seine Gäste am besten ohne eigenes Parfüm in sein Restaurant kommen. Ein Menü zu genießen, bedeutet für ihn, das mit allen Sinnen zu tun. Nur so könne ein Geschmackserlebnis entstehen.
Jadischke bezeichnet seine Küche als bodenständig, seine Gerichte kommen ohne Schnickschnack aus und bestehen meistens aus nicht mehr als vier Zutaten. Dabei benutzt er stets regionale und saisonale Produkte. Im Frühling gibt es frischen Bärlauch. Auch Saiblinge werden auf der Karte stehen. Sie kommen aus einer kleinen nachhaltigen Aufzucht.
Er verarbeitet auch Klassiker wie Birnen oder Äpfel oder den Honig vom Imker nebenan. In seinem Restaurant schmecken die Gäste den Harz. Gern bereitet er auch Wildfleisch zu. Und da zählt für ihn vor allem die nachhaltige Verwertung.
Kochen mit "Herz"
Jadischke setzt auf Nachhaltigkeit, versucht alles vom Tier zu verwerten. Um seinen eigenen Maßstäben gerecht zu werden, tüftelt er manchmal Monate und kreiert dabei auch ungewöhnliches. So ziert ein Glas sein Regal, das mit kleinen, schwarzen – wie Leder aussehenden – Fleischstücken gefüllt ist. Bei dem Inhalt handelt es sich um getrocknetes Rehherz.
"Das haben wir vier Wochen in Salz eingelegt, abgewaschen und weiter getrocknet. Dann kam es für eine Woche bei 70 Grad in den Hydrator, damit die Bakterien abgetötet werden. Dann wird das Herz knochenhart. Zum Schluss haben wir es noch ein paar Stunden geräuchert", erzählt der Koch.
Entstanden sei ein edles Stück Räucherfleisch mit dem beliebten Umamigeschmack, was Jadischke gern mit der Reibe über seinen Speisen als Topping verteilt. Er sagt, bisher seien alle Gäste begeistert gewesen. Kochen mit Herz bekommt in Jadischkes Küche somit eine ganz neue Bedeutung.
MDR (Anne Sailer, Marius Rudolph)
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. April 2025 | 19:00 Uhr
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