
Selbstversorgung Mietbeet: Gemüsegarten für einen Sommer
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02. April 2025, 10:32 Uhr
Gemüseanbau funktioniert nicht nur im eigenen Garten. Man kann auch Beete mieten, auf denen schon Gemüse gesät und gepflanzt ist. Man muss ein Mietbeet nur noch pflegen, ernten und bei Bedarf nachsäen. Wir erklären, wie das Prinzip funktioniert.
Wie funktioniert ein Mietbeet?
Anbieter von Mietbeeten kooperieren meist mit landwirtschaftlichen Betrieben. Diese stellen einen Acker zur Verfügung, der im Frühjahr professionell vorbereitet wird: Der Boden wird bearbeitet und gedüngt. Gemüse wird ausgesät oder gepflanzt. Ende April übernehmen die Saisongärtner, die ein Beet gemietet haben. Dann heißt es hacken, jäten, gießen, später dann nachsäen und natürlich ernten.
Für wen eignet sich ein Mietbeet?
Mietbeete eignen sich für alle, die gern Gemüse anbauen möchten. Das zeigt ein Blick in die Saisongärten: Auf den Mietbeeten gärtnert eine bunte Mischung von Menschen. Familien, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder in der Natur sind und lernen, wie alles wächst. Ältere Menschen, die früher mal einen Gemüsegarten hatten und die ihre Erfahrungen weitergeben. Junge Leute, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist. Erfahrene Gärtner mit eigenem Garten, die zusätzlich Gemüse anbauen wollen.
Was kostet ein Mietbeet?
Mietbeete gibt es bei den meisten Anbietern in verschiedenen Größen. Ob ein 20-Quadratmeter-Beet für ein bis zwei Personen oder knapp 100 Quadratmeter Gemüsegarten für eine große Familie - gezahlt wird einmalig ein fester Betrag. Je nach Größe und Anbieter werden zwischen 100 und 600 Euro berechnet.
Was bekomme ich dafür geboten?
Das Wichtigste: Man muss nichts mitbringen. Ein Saisonbeet ist ein Komplettpaket. Der Garten ist zum Beginn der Saison schon bepflanzt. Es ist gesät. Auf dem Beet wachsen dann mehr als 20 Gemüse-Arten und -Sorten: Spinat, Radieschen, Salate, Erbsen, Bohnen, Zucchini, Mangold, Kohl, Porree, Kartoffeln.
Zum Pflegen der Pflanzen sind alle Geräte vorhanden. Es gibt Wasser zum Gießen, ein Handbuch, eine Gärtnersprechstunde, Newsletter oder andere Infos, Tipps zur Verarbeitung des Gemüses und zum Nachsäen.
Die Mietbeete sind so konzipiert, dass es die gesamte Saison etwas zu ernten gibt. Viele Saisongärtner haben eine Tiefkühltruhe und essen den ganzen Winter von ihrem geernteten Gemüse.
Wie viel Zeit muss ich für das Mieetbeet einplanen?
Das kommt natürlich immer aufs Wetter an, auf die Zeit, die man investieren kann, und natürlich auf die Größe des gemieteten Beetes. Man sollte zwei bis drei Stunden in der Woche einplanen. "Viele Saisongärtner bleiben deutlich länger", berichtet Natalie Kirchbaumer vom Mietbeet-Anbieter "Meine Ernte". Für sie ist das ein Urlaubsort vor der Haustür, an dem sie abschalten können und sich gerne aufhalten. Der Vorteil zum eigenen Garten: Kein Rasen muss gemäht, keine Hütte gestrichen, kein Baum verschnitten werden.
Lohnt sich ein Mietbeet?
Ein Mietbeet lohnt sich gleich in mehrerer Hinsicht für garteninteressierte Menschen. Da wäre einmal die finanzielle Seite: Wenn Gärtner genau planen und ihre Parzelle gut nutzen und auch mal nachsäen, können sie viel Gemüse ernten. "Wir haben einen Gärtner, der immer alles abwiegt und aufschreibt, der hat uns seine Liste mal geschickt", erzählt Natalie Kirchbaumer. Er habe Gemüse im Wert von über 1.000 Euro geerntet. "Auf jeden Fall kann man im Wert von etwa 500 Euro ernten", versichert Kirchbaumer.
Aber das ist nicht alles. "Das draußen sein, in der Erde wühlen - das macht die Menschen glücklich", sagt Natalie Kirchbaumer.
Wer bietet Mietbeete an?
Es gibt viele verschiedene Anbieter von Mietbeeten, die immer nur in bestimmten Regionen aktiv sind. In Thüringen und Sachsen kann man zum Beispiel hier nach Mietbeeten suchen:
- "LebensGut Cobstädt e.V." im Landkreis Gotha (Tegut-Saisonbeete in Thüringen)
- "Biohof Scharf" bei Ollendorf im Landkreis Sömmerda (Thüringen)
- "Flussland Jena"
- "Ernte-mich" in Leipzig
- Saisonbeete (ohne Bepflanzung) von "Heimische Landwirtschaft" bei Weimar
Quelle: MDR Garten (anz); Podcasterin Nadine Witt; Natalie Kirchbaumer von "Meine Ernte"
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 05. April 2025 | 09:00 Uhr