Strahlende Blüten Wunderwerk Sonnenblume: So vielfältig sind sie im Garten
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(Helianthus annuus)
12. September 2024, 11:21 Uhr
Einjährige Sonnenblumen können vielseitig im Garten eingesetzt werden. Mit ihnen lassen sich Sitzecken gestalten, sie dienen als Blickschutz am Gartenzaun und sind oft gute Partnerpflanzen im Gemüsebeet. Außerdem haben Sonnenblumen noch eine besondere Fähigkeit: Sie filtern Gifte aus dem Boden und werden auf verseuchten Industriebrachen angepflanzt, um dort den Boden zu sanieren.
- Die Sonnenblume ist eine Nutzpflanze für Menschen, Tiere und Insekten.
- Im Gemüsebeet dienen Sonnenblumen als Rankhilfe und spenden Schatten.
- Sie gedeihen auch im Kübel oder Blumentopf.
- In der Vase halten Sonnenblumen länger, wenn sie in den frühen Morgenstunden geschnitten werden.
- Sonnenblumen filtern Gifte aus dem Boden.
Sonnenblumen als Nutzpflanze
Die Sonnenblume ist eine alte Kulturpflanze. Schon 3.000 Jahre vor Christus wurde sie in Nord- und und Mittelamerika angebaut. Mit den spanischen Eroberern kam die Sonnenblume nach Europa. Sie bereichert mit ihren Samen und dem daraus gewonnenen, reichhaltigen Öl viele Speisen.
Auch für die Tierwelt ist die Sonnenblume von großem Nutzen. Insekten umschwirren die pollen- und nektarhaltigen Blüten. Für Vögel sind die Samen im Herbst eine nahrhafte Kost. Die Blätter gelten als gesundes Kaninchenfutter und der Sonnenblumenschrot, also die bei der Ölgewinnung anfallenden Reste, wird als reichhaltiges Viehfutter verwendet.
Sonnenblumen im Gemüsegarten
Im Garten eignen sich die tiefwurzelnden Pflanzen, um verdichtete und schwere Böden für den nachfolgenden Anbau von Kulturpflanzen zu verbessern. Sie sind einzeln stehend aber auch gute Partner für Gemüsepflanzen im Beet. So können Sonnenblumen gemeinsam mit Gurken, Zucchini, Kürbis, Weißkohl, Brokkoli, rote Bete, Karotten und vielen anderen gepflanzt werden.
Kletterbohnen und Erbsen dienen sie als Rankhilfe, sie schützen vor starken Winden und spenden mit ihren großen Blättern Schatten. Außerdem locken sie Insekten als Bestäuber an. Sie benötigen aber einen ausreichenden Abstand zu den Pflanzen, damit sie nicht zu Konkurrenten um Wasser und Nährstoffe werden. Tomaten und Kartoffeln hingegen gelten als schlechte Partner für die Sonnenblume.
Sonnenblume als Topf- und Kübelpflanze
Sonnenblumen können auch in Kübeln und Töpfen kultiviert werden. Die Samen werden etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde gesteckt. In ausreichend großen Töpfen mit einer guten Nährstoff- und Wasserversorgung gedeihen sie ähnlich gut wie im Freiland.
Im Gartenfachhandel werden schon vorgezogene kleine Sonnenblumen in Töpfen angeboten. Diese Topfsonnenblumen blühen bis zu vier Wochen. Doch dafür brauchen sie etwas Aufmerksamkeit. Der Topfballen sollte immer gleichmäßig feucht bleiben und darf nicht austrocknen.
Schneiden Sie die Hauptblüte nach dem Abblühen unter dem Blütenkranz ab. Mit wöchentlichen Gaben eines Flüssigdüngers ins Gießwasser kommen auch die Seitentriebe zur Blüte. Leider bilden die Topfsonnenblumen in der Regel keine nutzbaren Sonnenblumenkerne aus.
Mehrjährige Sonnenblumen Neben den bekannten einjährigen Sonnenblumen gibt es übrigens auch Stauden-Sonnenblumen, die jedes Jahr aufs Neue austreiben.
Die Sonnenblume als Schnittblume für die Vase
Für die Vase sollten Sonnenblumen, die gerade Farbe zeigen, am frühen Morgen geschnitten werden. Man entfernt die Blätter bis auf zwei oder drei und stellt die schräg angeschnittenen Stiele sofort ins handwarme Wasser. Als Schnittblume halten Sonnenblumen bis zu einer Woche.
Sonnenblumen filtern Gifte und sanieren den Boden
Sonnenblumen ziehen, wie kaum eine andere Pflanze, Schwermetalle und andere Umweltgifte (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) aus dem Boden und binden sie in ihrer Pflanzenmasse. Deshalb werden sie auch zur Sanierung belasteter Böden in Industrieanlagen und ehemaligen Bergbauregionen eingesetzt. Das Pflanzenmaterial, das auf solchen belasteten Böden gewachsen ist, muss später allerdings als Sondermüll entsorgt werden.
Wissenswertes über Sonnenblumen
Im botanischen Namen der Sonnenblume Helianthus stecken die griechischen Worte "Helios", die Sonne oder Sonnengott, und "anthos", die Blume. Sonnenblumen sehen nicht nur aus wie kleine Sonnen, sondern gehen auch eine Verbindung mit dem Himmelskörper ein: Die ungeöffneten Blütenknospen der einjährigen Sonnenblume folgen dem Lauf der Sonne und richten sich nach ihr aus, aber nur solange die Blüten noch nicht geöffnet sind. Dies wird als Heliotropismus bezeichnet.
Eine Sonnenblume kann mehr als 1.250 Samenkörner bilden. Das lässt sich sogar mathematisch abbilden. Der Platz in der Blüte wird optimal ausgenutzt. Die Kerne behindern sich nicht im Wachstumsprozess, da sie in einem Winkel von 137,5 Grad von innen nach außen weggeschoben werden. Dieser Winkel wird als der "Goldene Winkel" bezeichnet.
Es entsteht ein spiralförmiges Muster mit 55 rechtsdrehenden und 34 linksdrehenden Spiralen. Diese Anordnung trägt die Bezeichnung Fibonacci Spirale. In der Natur findet man diese Gesetzmäßigkeit im Aufbau von Zapfen von Nadelgehölzen, in Blüten der Korbblütler, in der Form des Romanesco-Blumenkohl oder einer Ananas-Schale.
Heimat | Nord- und Mittelamerika |
Pflanzenfamilie | Korbblütler (Asteraceae) |
Standort | Sonne |
Boden | nährstoffreich, eher feucht |
Aussaat | April bis Juli |
Saattiefe | 2 bis 3 Zentimeter |
Keimdauer | 5 bis 10 Tage |
Kulturzeit bis zur Blüte | 10 bis 14 Wochen |
Blütezeit | sortenabhängig von Juni bis Oktober |
Schädlinge | Schnecken, Drahtwürmer, Erdraupen, Blattläuse, Thripse (Blüten), Heuschrecken, Raupen |
Nutzwert | Nahrungspflanze für Bienen, Hummeln, Vögel und andere Nützlinge |
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. September 2024 | 08:30 Uhr