
Auf den Spuren der Zisterzienser Ferientipp: Mit dem Geocache durch die Ruinen im Klosterpark Altzella
Hauptinhalt
08. Juli 2024, 11:14 Uhr
Kloster und Sommerferienspaß. Klingt erstmal nicht nach einem Match. Doch dass zwischen alten Ruinen durchaus Abenteuer warten, zeigt das Kloster Altzella bei Nossen. Die Museumsmitarbeiter haben eine Schatzsuche im Freien entwickelt, die mit Hilfe von Handy, GPS-Geräten und einer Portion Grips absolviert wird. MDR SACHSEN-Reporter Konstantin Henß hat sich der Herausforderung gestellt und den Geocache getestet.
Ich erinnere mich noch, als ich als 13-Jähriger zum ersten Mal das Wort Geocaching gehört habe. Gemeinsam mit ein paar Freunden war ich unterwegs auf einer Ferienfreizeit auf der kleinen aber feinen ostfriesischen Insel Borkum. Einer der Betreuer dort war ganz verrückt nach Geocaching, dem Finden eines meist kleinen Behälters mit einem Logbuch und häufig auch kleinen Geschenken darin. Eine Art digitale Schatzsuche sozusagen.
Das Geocachen hat die Zeiten überlebt und bis heute Fans auf der ganzen Welt. Mir hat es damals viel Spaß gemacht und umso mehr hat es mich gefreut, dass ich gut 16 Jahre später erneut geocachen sollte. Mit einem Unterschied: Neben der Suche nach Hinweisen und den nächsten Koordinaten soll ich im Klosterpark Altzella ganz spielerisch etwas über die Geschichte des ehemaligen Klosters lernen. Museologe Peter Dänhardt:
Wir haben versucht, das Geocaching für unser Kloster zu adaptieren. Neben der Schatzsuche mit Hilfe von Koordinaten und einem GPS-Tracker, erfahren Besucherinnen und Besucher gleichzeitig auch ein bisschen was zur Geschichte des Klosters.
Auf den Rucksack, fertig, los
"Auf den Spuren der Mönche", so heißt die Tour. Wer damit ganz spielerisch das Kloster entdecken möchte, der kann sich am Eingang einen Rucksack ausleihen und seine GPS-Schnitzeljagd beginnen. Bevor es auch für mich richtig losgeht, zeigt mir Peter Dänhardt, was alles in dem Rucksack steckt. Denn neben dem GPS-Gerät, das übrigens auch einfach durch ein Handy ersetzt werden könnte, gibt es noch mehr Hilfsmittel für den modernen Schatzsucher.
Außerdem enthalten sind: ein kleines Arbeitsheft samt Erläuterungen für alle neun Stationen, ein Arbeitsblatt, ein Zollstock und ein Tablet. Besonders das Arbeitsblatt ist laut Dänhardt wichtig. Denn anders als bei gewöhnlichen Geocaches, stehe hier am Ende kein kleiner Behälter samt Logbuch. Wer alle Rätsel gelöst hat und mit vollständig ausgefülltem Arbeitsblatt zur Kasse kommt, der bekomme einen kleinen Preis überreicht.
Wenn man den Rundgang nach ungefähr anderthalb Stunden absolviert hat, kann man mit dem Lösungsblatt und allen ausgefüllten Aufgaben zur Kasse gehen und bekommt einen Preis.
Wie funktioniert das GPS-Gerät?
Dann geht es auch für mich ans Eingemachte. Gleich zu Beginn die erste große Herausforderung: Das GPS-Gerät bedienen. Ich habe mir das irgendwie einfacher vorgestellt. Zum Glück gibt es eine ausführliche Bedienungsanleitung. Andernfalls wäre ich sicherlich aufgeschmissen gewesen, oder hätte doch mein Handy gezückt und Google Maps benutzt.
Nach ein paar Versuchen klappt es dann doch. Und so mache ich mich auf zum ersten Ziel, das trotz der vielen Bäume nur schwer zu übersehen ist.
Video schauen, Frage beantworten, dann gibt es die Koordinaten
Wo heute ein großes, weißes Gebäude steht, stand laut Arbeitsheft einst der Altar des Klosters. Heute beherbergt das sogenannte Mausoleum die Grablege der Wettiner. Ein kurzes Video auf dem Tablet gibt noch mehr Einblicke über den Ort. Wer denkt, dass man sich von dem Video einfach so berieseln lassen kann, der ist schief gewickelt. Denn am Ende des Videos wartet schon die nächste Frage auf den Schatzsucher. Nur wer die richtig beantwortet, bekommt die Koordinaten für die nächste Station.
Dieses spielerische Erkunden des Geländes hat laut Peter Dänhardt mehrere Vorteile. Man folge nicht nur schnurstracks irgendeinem Rundgang, sondern müsse sich die Umgebung genau anschauen und auch einmal etwas nachdenken. Dänhardt hofft, dass dadurch bei den Besuchern mehr hängenbleibt.
Durch genaues Beobachten und Nachdenken behält man sich ein bisschen mehr, was diesen Ort ausmacht.
Das Gefühl habe ich auch. Ich gehe wesentlich aufmerksamer durch die alten Klosterruinen, als ich es an vergleichbaren Orten getan hätte, an denen lediglich Infotafeln aufgestellt sind.
Des Reporters Fazit
Nach gut anderthalb Stunden bin ich am Ziel angekommen. Mein Eindruck: Der Klosterpark Altzella lädt zum Verweilen ein. Unterwegs habe ich eine Menge gelernt, über die Gründung im 12. Jahrhundert, seine Blütezeit drei Jahrhunderte später und dessen Auflösung im Zuge der Reformation. Doch am interessantesten fand ich die Info, dass hier möglicherweise eines der bedeutendsten Rechtsbücher des Mittelalters entstand, der sogenannte Sachsenspiegel.
Wo das Ziel des Geocachs ist? Das wird natürlich nicht verraten.
Weitere Veranstaltungen im Klosterpark Altzella
9. und 30. Juli: Fechtschule
10. Juli: Harfenkonzert
11. Juli: Familienführung zur Buch- und Schreibkunst im Kloster
Jederzeit: Kräuter-Erkundungstour mit Quiz
Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10-17 Uhr
Samstag und Sonntag: 10-18 Uhr
Website Klosterpark Altzella
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 08. Juli 2024 | 12:30 Uhr