Verkehr Roßlau: Schiffswerft baut Ersatz für Zerbster Brücke
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03. April 2025, 16:08 Uhr
In Roßlau läuft der Countdown für eine Entspannung der Verkehrslage. Nadelöhr ist seit Jahren die marode Zerbster Brücke der B184 über die Bahngleise. Im Sommer soll der Verkehr über einen neuen Behelfsbau rollen, der aktuell in der Roßlauer Werft gefertigt wird. Doch nach der Baustelle ist vor der Baustelle: In den nächsten Jahren soll dann der Neubau der Zerbster Brücke folgen.
- In der Roßlauer Werft wird derzeit Ersatz für die marode Zerbster Brücke gebaut.
- Das 160 Tonnen schwere Bauwerk soll ab Juli nutzbar sein und den Verkehr entlasten.
- Seit Monaten müssen Lkw Umleitungen fahren – und in Roßlau stockt der Verkehr.
Nach jahrelangen Verkehrsbehinderungen auf der B184 in Roßlau ist Linderung absehbar. Aktuell laufen in der Schifferstadt die Vorbereitungen, um die marode Zerbster Brücke durch eine neue Behelfsbrücke zu ersetzen. Zwischen Bundesstraße und den darunter verlaufenden Gleisen finden Erdarbeiten statt. Rad- und Fußweg sind teilweise gesperrt. Der Autoverkehr rollt nur zäh, Lkw werden seit Monaten umgeleitet.
Die Karte zeigt, wie der Lkw-Verkehr geleitet wird: Richtung Dessau über Tornau und in der Gegenrichtung weiträumig über Mühlstedt:
Ab Juli soll die Behelfsbrücke nutzbar sein
Die Zerbster Brücke wird den Plänen nach zunächst durch eine Behelfsbrücke ersetzt. Diese wird einige Hundert Meter von der Baustelle entfernt gefertigt: in der Roßlauer Schiffswerft. Aus Tonnen von Stahl entsteht dort eine Fachwerkbrücke, bestehend aus zwei 40 Meter langen Seitenteilen und 13 Fahrbahnfeldern, die miteinander verschraubt werden, erklärt Ronny Seifert, der Projektleiter, dem MDR.
In der Werft erhalten sie auch einen Korrosionsschutz und anschließend einen blauen Anstrich. Die 160 Tonnen schweren Brückenteile sollen dann mit Hilfe eines Schwerlasttransports auf die Baustelle gefahren und dort zusammenmontiert werden. Ein großer Kran wird die Brücke, eine Einzelanfertigung, dann einheben. Dies soll an einem Wochenende Ende Mai gemacht werden. Nach Plänen der Stadt Dessau Roßlau sollen Ende Juli Autos über die Behelfsbrücke rollen, auch Lkw können sie dann nutzen.
Behelfsbrücke ist nur Zwischenlösung
Die größte Herausforderung bei diesem Projekt sei der Zeitfaktor, sagt Geschäftsführer Peter Talaska MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir müssen innerhalb von etwa 10 Wochen die Brücke fertigstellen, das ist schon nicht so ohne." Man sei sehr zuversichtlich, dass man dies schaffe.
Der Behelfsbau wird südlich der Zerbster Brücke platziert. Dann ist Platz für einen Ersatzneubau der Zerbster Brücke, der später folgen soll. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass dieser bis 2028 gebaut wird.
Die Schiffswerft Roßlau
Die Werft kann auf eine fast 160-jährige Geschichte zurückblicken. Mehr als 3.000 Schiffe haben die Roßlauer Schiffbauer gefertigt, darunter Containerschiffe für die russische Binnenschiffahrt. Auch nach Afrika und Südamerika wurde geliefert. Zu DDR-Zeiten hatte die Werft rund 1.200 Beschäftigte. Von der Treuhand wurde die Gesellschaft 1994 schließlich an zwei Geschäftsleute verkauft, mit dem Fokus auf Stahl- und Maschinenbau.
Schiffe werden seit Jahren nicht mehr in Roßlau gebaut, allerdings werden in der Werft noch Elbfähren repariert. In den zurückliegenden Jahren hat sich das Unternehmen, dass 2017 mit dem Stahlbau Dessau fusioniert ist, auf den Bau von Brücken spezialisiert. 200 Mitarbeiter sind beschäftigt. Die Roßlauer Schiffswerft gehört zur familiengeführten Heinrich Rönner Gruppe aus Bremerhaven.
MDR (Grit Lichtblau, André Plaul) | Erstmals veröffentlicht am 02.04.2025
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 31. März 2025 | 19:00 Uhr
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