Bergbau Untertagemine für Lithium in Zinnwald für 2030 angepeilt
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31. März 2025, 16:57 Uhr
In Zinnwald, einem Ortsteil der Stadt Altenberg im Osterzgebirge, soll ab 2030 Lithium gefördert werden. Wie der Evangelische Pressedienst (epd) mitteilt, hat eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass der Abbau des seltenen Leichtmetalls technisch möglich und wirtschaftlich rentabel sei.
Das Vorhaben sei demnach das drittgrößte Lithiumprojekt in Europa und für Deutschland strategisch bedeutend, sagt der Abbaukonzern. Lithium ist ein Schlüsselrohstoff für die Herstellung von Akkumulatoren für Elektrofahrzeuge, aber auch für kleinere Geräte wie zum Beispiel Smartphones.
Erschließungskosten von rund einer Milliarde Euro
Nach Angaben des Geschäftsführers der Zinnwald Lithium GmbH, Marko Uhlig, soll der Abbau des begehrten Rohstoffs "oberflächenschonend" in einer Tiefe von etwa 100 bis 400 Meter unter der Ortschaft erfolgen.
Die Produktionsanlage soll mit Energie aus erneuerbaren Quellen betrieben werden. Die Erschließung werde Uhlig zufolge etwa eine Milliarde Euro kosten.
Bis zu 18.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr
In einer Aufbereitungsanlage im Altenberger Ortsteil Liebenau sollen mit einem alkalischen Verfahren bis zu 18.000 Tonnen batterietaugliches Lithiumhydroxid pro Jahr gewonnen werden.
Damit ließen sich nach Angaben der Zinnwald Lithium GmbH etwa 800.000 Elektrofahrzeuge mit Akkus ausstatten.
Das Bergwerk auf deutscher Seite im Osterzgebirge könne etwa 70 Jahre lang betrieben werden, hieß es. Zudem gebe es ein noch größeres Lithiumvorkommen auf tschechischer Seite. Uhlig bezeichnete den Lithiumabbau als "nachhaltig, störungs- und risikoarm".
Bedenken und Kritik
Der Einschätzung des abbauwilligen Unternehmens folgt die Europäische Union nicht. Für für sie ist der Abbau von Lithium im Erzgebirge strategisch nicht wichtig. Auch Anwohner und eine Bürgerinitiative hegen Bedenken, dass am Ende sie die Umwelt- und Lärmbelästigungen zu tragen haben, während der Aktienkonzern den Bodenschatz aus der Region hole und Gewinne ins Ausland abflössen.
Die Bürgerinitiative Bärenstein befürchtet, dass das Projekt deutlich größer wird als ursprünglich geplant. "2019 wurde gefragt, ob der Bergbau von einer halben Millionen Tonne möglich wäre. Zwischenzeitlich waren es 1,5 Millionen Tonnen nun reden wir von drei Millionen Tonnen", sagte der Initiativ-Sprecher Malte Eismann MDR SACHSEN. Hinzu kämen Sorgen vor Umweltschäden durch die geplante Industrieansiedlung.
MDR (tfr)/epd
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 31. März 2025 | 17:30 Uhr