Entwarnung Vermummter Junge mit Spielzeugwaffe löst Großeinsatz der Polizei aus
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05. Oktober 2023, 17:10 Uhr
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Ein zwölfjähriger Junge hat am Donnerstag in Glauchau einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Zwei Stunden lang hatte die Polizei die Bevölkerung vor einer unbekannten Person gewarnt. Letztlich kam heraus: Auslöser des Einsatzes war der Junge, der eine Spielzeugwaffe mit sich trug. Der Junge hat laut Polizei vor der Terrassentür seines Zuhauses gestanden und geklopft, weil er keinen Schlüssel bei sich trug.
Es war ein Junge, der eher als erwartet nach Hause kam, seinen Schlüssel vergessen hatte und mit dem Spielzeug gegen die Terrassentür geklopft hatte.
Das hatte eine Zeugin gesehen, denn am Donnerstagmorgen rief sie die Polizei an und meldete "eine Person mit schwarzer Kapuze und einem waffenähnlichem Gegenstand", die offenbar in eine Wohnung einbrechen wollte. Daraufhin rückten Beamte aus und suchten großräumig in der Innenstadt und in Bahnhofsnähe. "Es ging dabei nicht um den Einbruch, sondern um die Person", erläuterte Polizeisprecherin Karolin Hemp im Gespräch mit MDR SACHSEN. "Die Person war schwarz gekleidet, hatte eine schwarze Kapuze auf und das Gesicht vermummt. Und er hatte halt eine Waffe oder den Anschein einer Waffe dabei gehabt. Wir mussten davon ausgehen, dass es sich um eine Bedrohungslage handelt."
Verkehrseinschränkungen auf Straßen und bei der Bahn
Die Polizei hatte die Menschen in Glauchau dazu aufgerufen, den Bereich um den Gerhart-Hauptmann-Weg und Bahnhof zu meiden. Ein Hubschrauber kreiste über der Stadt. Zusätzliche Kräfte der Bereitschaftspolizei Chemnitz waren angefordert worden. Autofahrer mussten mit Verkehrseinschränkungen rechnen. Insgesamt waren 90 Beamtinnen und Beamte im Einsatz.
Der Einsatz hatte auch Auswirkungen auf den Zugverkehr. Die Mitteldeutsche Regiobahn wies auf ihrer Homepage darauf hin, dass zeitweise die Verbindungen Dresden-Hof und Dresden-Zwickau am Donnerstag "außerplanmäßig nicht in Glauchau" hielten und umgeleitet wurden (MRB 69956 und MRB 69959).
Kosten trägt der Steuerzahler
Wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage von MDR SACHSEN sagte, trägt die Kosten des Einsatzes der Steuerzahler.
MDR (phb/kk)/dpa
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 05. Oktober 2023 | 12:30 Uhr