Krisen in der Welt Wartelisten: Klöster in Sachsen-Anhalt verzeichnen hohe Nachfrage
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14. Februar 2023, 09:26 Uhr
Krieg, Krisen, Suche nach dem Sinn des Lebens: Die Klöster in Sachsen-Anhalt verzeichnen nach eigenen Angaben eine hohe Nachfrage für ihre Angebote. Für gestresste Menschen ist etwa das Kloster auf Zeit eine Option. Gläubig sein muss man hierfür nicht.
- Die Klöster in Sachsen-Anhalt sind für viele ein begehrter Rückzugsort.
- Für die Angebote gibt es zum Teil Wartelisten – etwa auf dem Petersberg bei Halle.
- Das Kloster Huysburg verzeichnet rund 9.000 Übernachtungen pro Jahr.
Angesichts der Krisen in der Welt nutzen viele Menschen Angebote in einem Kloster in Sachsen-Anhalt. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa zufolge gibt es dafür teilweise sogar Wartelisten. So erklärte Schwester Klara Maria vom Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben, es gebe nicht nur eine steigende Nachfrage etwa bei Kursangeboten zum Fasten. "Es kommen aber auch viele Einzelgäste, die keinen Kurs besuchen wollen, sondern die Stille, begleitende Gespräche und die Teilnahme an den Stundengebeten suchen."
In der Pandemie sei die Nachfrage steigend gewesen. Schwester Maria zufolge sind durch die Quarantäne offenbar viele Fragen, innere Probleme, Sinnfragen aufgebrochen.
Haus auf dem Petersberg zu klein für Zahl der Anfragen
Bruder Markus Wächter von der evangelischen "Communität Christusbruderschaft" auf dem Kloster Petersberg bei Halle erklärte: "Wir können gar nicht mehr annehmen, weil unser Haus zu klein ist." Im Gästehaus gebe es sechs Doppelzimmer. "Da haben wir immer eine Warteliste." Die Gäste seien meist religiös suchende Menschen, sagte Bruder Markus Wächter.
Das Programm vor Ort sei auf religiöse Vertiefung eingestellt. Es gibt unter anderem Männerseminare, meditativen Tanz und Einkehrzeiten, bei denen geschwiegen wird. "Die Menschen können an unseren Gebetszeiten und dem gemeinsamen Essen teilnehmen", sagte Bruder Markus. Auf dem Petersberg leben zwei Brüder und vier Schwestern.
Kloster Huysburg: Mehr Gäste als vor Corona
Cordula Finger von der Tagungs- und Begegnungsstätte Kloster Drübeck im Landkreis Harz sagte, die Angebote vom "Haus der Stille" würden gut angenommen. "Aber es gibt nur zwölf Zimmer für zwölf Leute und dann fängt die Warteliste an." Nach Corona sei es etwas zögerlich gewesen, im Moment seien einige Angebote aber schon wieder voll. Das evangelische Zentrum vor Ort ist ein Tagungshaus, das Kloster gab es nur bis zur Reformation. Es gibt über 40 verschiedene Besinnungsangebote und Einkehrtage.
Im Benediktinerkloster Huysburg kommen nach Angaben von Prior Antonius Pfeil seit dem Frühjahr 2022 "sogar mehr Menschen als vor Corona". Man habe etwa 9.000 Übernachtungen im Jahr, die Gäste kämen aus der näheren Region sowie aus Berlin, Hannover, Braunschweig, Halle und Hamburg. "Es geht um das Ausspannen, zur Ruhe kommen und in Gesprächen über das eigene Leben nachdenken", sagte Pfeil. Es sei dabei hilfreich, "dass es die regelmäßigen Mahlzeiten und die Gebetszeiten gibt, dass sich der Tag strukturiert". Im Kloster auf der Huysburg leben sechs Mönche.
dpa, MDR (Felix Fahnert) | Zuerst veröffentlicht am 12.02.2023
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 11. Februar 2023 | 22:50 Uhr
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