Pferde stehen auf einer Koppel 3 min
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Eine Familie in Kössen (Saalekreis) kümmert sich um alte Pferde. Doch nun müssen die Tiere auf Anordnung des Umweltamtes umziehen. Für die Familie ein Schock.

MDR FERNSEHEN Fr 04.04.2025 19:00Uhr 02:47 min

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Anordnung vom Umweltamt Familie verzweifelt: Pferde im Saalekreis müssen umziehen

04. April 2025, 10:01 Uhr

Eine Familie in Kösseln im Saalekreis kümmert sich um alte Pferde. Doch nun müssen die Tiere auf Anordnung des Umweltamtes umziehen. Für die Familie ein Schock – wähnte man sich doch bei der Nutzung der Fläche auf der sicheren Seite.

In Kösseln am Petersberg (Saalekreis) betreut Familie Danziger alte, kranke und blinde Pferde. Auf der Koppel am Dorfeingang leben fünf Pferde auf 3.800 Quadratmetern. Sie sind fast das ganze Jahr draußen. Die Tiere – wie das siebenjährige, blinde Pferd Travis – sind der Familie sehr ans Herz gewachsen. Vor allem der 21 Jahre alten Josefine Danziger, die als Intensivpflegerin arbeitet und fast jeden Cent ihres Gehaltes für die Pferde ausgibt. 600 bis 1.000 Euro kosten die Tiere, ihre Haltung inklusive Futter und Tierarzt monatlich.

Immerhin, die Pacht für die Koppel am Ortsrand von Kösseln ist günstig. Gerade einmal 200 Euro im Jahr verlangt die Stadt Wettin-Löbejün dafür. Vor fünf Jahren hat die Familie den Pachtvertrag geschlossen, wohlwissend, dass sich eine ehemalige DDR-Mülldeponie unter der Erde befindet. Mutter Annette Danziger erzählt, gegen die Koppel habe es damals keine Bedenken gegeben.

Behörde fürchtet Schadstoffe im Trinkwasser

Doch nun hat das Umweltamt des Saalekreises einen Umzug der Tiere angeordnet – für die Familie ist das ein Riesenproblem. Der Kündigungstermin war zunächst auf Ende April datiert. Die Behörde begründet die Entscheidung mit Umweltbedenken. Der Amtsleiter des Umweltamtes, Steffen Koch, teilte MDR SACHSEN-ANHALT schriftlich mit, dass die ehemalige Asche- und Hausmülldeponie nach der Wende mit Boden abgedeckt und begrünt wurde. Das Gewicht der Pferde gefährde einen Versiegelungsprozess: Deshalb bestehe die Gefahr, dass gefährliche Stoffe aus diesen Altlasten ins Trinkwasser geraten.

Eine Frau begleitet ein riesiges Pferd.
Josefine Danziger und Travis: Wo das Pferd in Zukunft hin soll, ist aktuell offen. Bildrechte: MDR/ Anne Sailer

Familie reagiert auf Beschwerden

Zudem gab es aus dem Ort Beschwerden über Pferdemist und entlaufene Pferde. Darauf hat die Familie nach eigenen Angaben reagiert, den Mist entfernt und den Zaun an der Koppel verstärkt. Bemühungen, die das Umweltamt in Merseburg durchaus anerkennt. An der grundsätzlichen Entscheidung, dass die Pferde die Koppel verlassen müssen, ändert das aber nichts. "Die Nutzung dieser Fläche als Pferdeweide steht der oben beschriebenen Sicherungsmaßnahme entgegen. Die Vegetation wird in Teilen vernichtet und kann sich nicht weiter stabilisieren, verdichten und sich möglichst vielschichtig bis hin zum Gehölzaufwuchs entwickeln", erklärte die Behörde.

Zumindest wurde der Familie eine Fristverlängerung eingeräumt. Bis Ende Juni – und damit drei Monate mehr – hat sie nun Zeit, um eine neue Fläche für die Pferde zu finden. Familie Danziger ist dennoch verzweifelt, denn eine Ausweichkoppel gibt es vor Ort nicht und die Familie kann die Pferde auch nur in Kösseln betreuen. Falls die Koppel tatsächlich bis Ende Juni geräumt werden muss, weiß zurzeit niemand, wohin mit den Tieren.

MDR (Anne Sailer, Oliver Leiste) | Erstmals veröffentlicht am 03.04.2025

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. April 2025 | 19:00 Uhr

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