Episodenbilder Stolpertexte 30 min
Bildrechte: MDR
30 min

Eine Beziehung führten die beiden jüdischen Wiener Robert Bachrach und Leo Hochner nie offiziell. Aber anhand von alten Briefen lässt sich erahnen, dass es Liebe war. Doch der NS-Terror riss sie auseinander. Für immer.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 21.03.2025 13:30Uhr 29:53 min

Audio herunterladen [MP3 | 27,4 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 41,4 MB | AAC | 187,5 kbit/s] https://www.mdr.de/kultur/podcast/podcast-stolpertexte-hoffentlich-ist-es-dann-noch-nicht-zu-spaet100.html

Die Liebesgeschichte von Robert Bachrach und Leo Hochner endete, noch bevor sie richtig begann. Auseinandergerissen durch das NS-Regime, lässt sich das Band der beiden Wiener Juden nur noch anhand von Briefen nachvollziehen, die sie an Freunde und Familie schrieben. Beide planten, sich auf ihren Fluchtrouten in der Schweiz zu treffen und gemeinsam in die USA zu emigrieren. Doch es kam alles anders.

Robert trifft allein in New York ein, wo er ein neues Leben beginnen will. Doch das Gesetz verbietet ihm seine Homosexualität. Er wird festgenommen. Wenig später wird Robert mehrere Abschiedsbriefe schreiben und eine Überdosis Schlaftabletten einnehmen, an der er schließlich stirbt – ohne je zu erfahren, wie es Leo Hochner in der Zwischenzeit ergangen ist. Dieser flüchtete nach Budapest, heiratete und bekam einen Sohn, den er "Robert" nannte. Zufall oder Schicksal?

Autor Victor Sattler begibt sich in dieser Episode der "Stolpertexte" auf die Spur einer Liebesgeschichte, die es offiziell nie gab. Robert Bachrach und Leo Hochner stehen dabei stellvertretend für viele queere, jüdische Menschen, die durch das NS-Regime und darüber hinaus, für ihre Liebe und ihren Glauben verfolgt wurden. Ihre Geschichte ist nur eine von tausenden, die im Archiv des Leo Baeck Instituts (LBI) zu finden sind. Für das Literaturprojekt "Stolpertexte" wurde das Archiv für Autorinnen und Autoren geöffnet. Auf Grundlage von Tagebucheinträgen, überlieferten Erinnerungen und zeitgeschichtlichen Dokumenten entstanden auf diese Weise bereits über 30 literarische Texte, die – ähnlich wie die Stolpersteine in den Straßen Europas – an das Leben und die Träume von Menschen, wie Leo Hochner und Robert Bachrach, erinnern. Der Podcast "Stolpertexte" macht ihre Geschichten lebendig.

Folge 7: Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät | Von Victor Sattler | Mit den Stimmen von Judith Engel, Marina Frenk, Christoph Gawenda, Oscar Hoppe und Max Urlacher | Host: Tanya Raab | Regie: Jean-Claude Kuner | Redaktion: Steffen Moratz, Anne Wihan | Musik: Janko Hanushevsky | Produktion: MDR 2024

Podcast-Tipp: Queer Crimes https://1.ard.de/queercrimes?cp=stolpertexte

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio